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    Kiel mit Triple auf den Europa-Thron

    Nach der Meisterschaft und dem Pokalsieg hat der THW Kiel seine Wahnsinns-Saison mit dem Gewinn der Champions League gekrönt. Im Finale des FINAL4 von Köln schlugen die "Zebras" vor 19.500 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess-Arena BM Atlético Madrid mit 26:21 (13:10).

    Von Tobias Laure (mit dpa)

    "Beide Mannschaften haben eine super Vorstellung geboten und in der Abwehr wenig zugelassen. Wir sind jetzt natürlich überglücklich", erklärte THW-Kreisläufer Marcus Ahlm im Exklusiv-Interview mit Eurosport. Für Kiel war es nach 2007 und 2010 der dritte Titel in Europas "Königsklasse".

    Das Team von Trainer Alfred Gislason hatte in Kim Andersson, der sieben Treffer war, seinen besten Schützen. "Das war ein ganz knackiges Spiel. Es lief wie erwartet, wir mussten unglaublich kämpfen für diesen Erfolg", so der Schwede im Gespräch mit Eurosport-Reporter Sebastian Tiffert. "Es war über 60 Minuten ein Kampf, ein Krieg, ein Kämpfen. Es ist unglaublich schön, dass wir hier als Sieger stehen dürfen."

    Überragender Akteur des THW war Torhüter Thierry Omeyer. Der Franzose wurde in den zweiten 30 Minuten zur Wand im Tor der Norddeutschen und avancierte damit zum Matchwinner.

    Atlético legt den besseren Start hin

    Kiel ging hoch motiviert in sein sechstes Champions-League-Endspiel. Zunächst aber musste der deutsche Rekordmeister einem 1:3-Rückstand (7.) hinterherlaufen. Doch der national unbesiegte Bundesliga-Erste meisterte dies mit Geduld und Können.

    Nach dem 4:6 (13.) sorgte der kaum zu stoppende Andersson für das 7:6 (19.) und die erste Kieler Führung. Auch ein erneuter Zwei-Tore-Rückstand brachte den THW nicht aus der Ruhe. Mit sechs Treffern in Serie machte die Gislason-Truppe aus dem 7:9 (21.) ein 13:9 (29.) und ging mit einem 13:10-Vorteil in die Pause.

    In die zweite Halbzeit starteten die Kieler gehandicapt. Linkshänder Andersson hatte sich kurz vor dem Wechsel beim Kampf um den Ball den kleinen Finger der rechten Hand verletzt und musste mit einem Tape spielen.

    Trotzdem behauptete der deutsche Meister seine Führung, musste aber ständig auf der Hut sein. In der emotionsgeladenen Atmosphäre stand die Partie ständig auf des Messers Schneide. Vor allem dank der großartigen Paraden von Omeyer hielt Kiel die Spanier auf Distanz.

    Mit unbändigem Willen und großer Leidenschaft erkämpften sich die Kieler beim 18:13 (48.) erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung. Die Zuschauer bejubelten nicht nur jeden Treffer enthusiastisch, sondern auch den die Glanzparaden von Omeyer und am Schluss den Titelgewinn.

    "Ein Spiel auf allerhöchstem Niveau"

    Für Atlético war Kiril Lazarov mit fünf Toren am erfolgreichsten. Madrids Vorgängerclub Ciudad Real hatte in seiner Vereinsgeschichte dreimal die Champions League gewonnen.

    "Ein Spiel auf allerhöchstem Niveau", urteilte Eurosport-Experte Christian Schwarzer, der 2000 mit dem FC Barcelona die Champions League gewonnen hatte.

    Madrids Trainer Talant Dujshebaev haderte mit den Umständen der Niederlage. "Wir haben zum dritten Mal hintereinander in der Champions League das zweite Halbfinale spielen müssen. Diese zwei Stunden und 45 Minuten, die wir später dran sind - die haben Auswirkungen", wetterte der 43-Jährige im Exkluisiv-Interview mit Eurosport.

    Doch auch spielerisch sah Dujshebaev Schwachpunkte. "Wir haben die einfachen Tore nicht gemacht, die Eins-zu-eins-Situationen nicht genutzt. Am Ende aber muss ich dem THW Kiel gratulieren."

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