Im Oktober 2011 soll es passierte sein, Chelsea-Kapitän John Terry habe Rangers-Profi Anton Ferdinand rassistisch beleidigt. Der 27-Jährige ging vor Gericht, doch Terry wurde freigesprochen. "Trotz der Hilfe, die wir erhalten haben, ist es unmöglich herauszufinden, was er wirklich gesagt hat. Fakt ist, dass keiner Bezeugen konnte, was Herr Terry zum fraglichen Zeitpunkt gesagt hat. Deswegen erklären wir ihn als unschuldig", begründete Amtsrichter Howard Riddle.
Kein Handschlag mit Terry und Cole
Am 4. Spieltag der Premier League treffen Terry und Ferdinand nun mit ihren Klubs Loftus Road Stadium erneut aufeinander - der Vorfall vom Vorjahr ist dabei das beherrschende Thema. Ferdinand hat Rangers-Coach Mark Hughes bereits signalisiert, dass er auf den obligatorischen Handschlag mit Terry und dessen Teamkollegen Ashley Cole verzichten wird. Cole hatte damals vor Gericht erklärt, keine rassistischen Beleidigungen von Terry vernommen zu haben. Daraufhin bezeichnete Manchester-Star Rio Ferdinand, Antons Bruder, den Chelsea-Kicker als "choc-ice" - und wurde daraufhin seinerseits vom englischen Fußballverband FA abgestraft.
Die sportliche Bedeutung des Londoner Derbys ist in den Hintergrund gerückt. Dabei brauchen die gastgebenden "Hoops" unbedingt einen Sieg, denn derzeit rangieren die Queens Park Rangers mit nur einem Punkt auf dem vorletzten Platz. Champions-League-Sieger Chelsea grüßt dagegen als einziges verlustpunktfreies Team von der Tabellenspitze. Terry brennt auf seinen Einsatz, trotz der Brisanz, trotz seiner Fußgelenksverletzung, die ihn die Teilnahme im WM-Qualifikationsspiel gegen die Ukraine kostete.
"Absolut nicht mein Charakter"
Der 31-Jährige will der Begegnung mit Ferdinand auf dem Platz nicht aus dem Weg gehen, sieht sich unschuldig an den Pranger gestellt. "Ich musste mir in meiner Karriere, auf und neben dem Platz, vieles anhören, aber als ein Rassist bezeichnet zu werden, kann ich nicht hinnehmen. Ich möchte nicht, dass Anton so etwas über mich oder irgendjemanden denkt. Das ist absolut nicht mein Charakter", betonte der Verteidiger gegenüber der FA.
Es könnte allerdings sein, dass der Verband den obligatorischen Handschlag der Mannschaften vor dem Spiel komplett absagt - wenn einer der beiden Klubs eine entsprechende Bitte vorbringt. Dieses Vorgehen wurde bereits im Januar praktiziert, als es im FA Cup zum Aufeinandertreffen zwischen den Rangers und Chelsea gekommen war.
Die beiden Vereine haben derweil ihre Anhänger dazu aufgerufen, auf Beleidigungen und Schmähgesänge zu verzichten, um die vergiftete Atmosphäre nicht zusätzlich anzuheizen - auf das die Partie sportliche Schlagzeilen produziert.
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