Platz zwei belegte der Italiener Romano Fenati ebenfalls auf Honda.
Im neunten Rennen war es der achte Podestplatz für den 22-Jährigen Cortese. "Gegenüber den Hondas hatten wir heute einen Beschleunigungsnachteil. Das hätte ich nicht gedacht, aber das Rennen war doch gut", sagt Cortese.
"Ich habe am Ende abgewartet. In der letzten Kurve habe ich angegriffen und meiner Meinung nach alles richtig gemacht, aber es hat halt nicht gereicht." Dafür klappte es für Vinales: "Ich hatte keinen Plan. Das Rennen war schwierig. Wir alle waren in der Schlussphase schnell. Ich bin sehr glücklich."
Morciano muss aus der Boxengasse starten
Trotzdem behielt Cortese die WM-Führung, sein Polster ist aber etwas geschrumpft. Der Vorsprung auf Vinales beträgt nun neun Punkte. Es ist jetzt endgültig ein Zweikampf in der WM, denn Luis Salom (Kalex-KTM) schied aus und liegt schon 60 Zähler zurück. Für die beiden weiteren Deutschen im Feld war es ein enttäuschendes Rennen. Jonas Folger schied wieder mit einem technischen Defekt an seiner Ioda aus. MZ-Pilot Toni Finsterbusch sammelte als 18. keine WM-Punkte.
Bevor die Fahrer in die Aufwärmrunde gingen, wurde die Ioda von Luigi Morciano weggeschoben. Der Italiener musste wie zuletzt aus der Boxengasse starten. Beim Start preschte das große Feld auf die erste Kurve zu. Es ging gut und alle kamen problemlos durch die erste Ecke. Die Führung hatte sich Zulfahmi Khairuddin (KTM) geschnappt. Dahinter sortieren sich Efren Vazquez (FTR-Honda), Alex Rins (Suter-Honda), Vinales, Niccolo Antonelli (FTR-Honda), Danny Kent (KTM) und Cortese ein.
Khairuddin konnte zunächst die Führung behaupten, aber dahinter fuhren vier, fünf Motorräder auf der langen Zielgeraden aufgefächert nebeneinander. Das erste Opfer war Louis Rossi. Zu Beginn der zweiten Runde stürzte der Franzose in Kurve eins und die FTR-Honda des Racing-Team-Germany lag im Kiesbett. Für Mahindra-Pilot Riccardo Moretti - der Marcel Schrötter ersetzte - war das Rennen ebenfalls in der Anfangsphase vorbei.
Große Spitzengruppe in der Anfangsphase
Zu Beginn blieb eine große Spitzengruppe von 14 Fahrern dicht beisammen. Überholt wurde in fast jeder Kurve und auf der Geraden wurde im Windschatten überholt. Zu Beginn der dritten Runde nutzte Cortese den Windschatten und bremste sich in Kurve eins an mehreren Fahrern vorbei. Mit diesem Manöver übernahm der Deutsche erstmals die Führung. Gleichzeitig verabschiedeten sich Salom und Alberto Moncayo (Kalex-KTM) durch Sturz aus dem Rennen. Eine entscheidende Szene, denn Salom war WM-Dritter.
Cortese lag aber nicht lange an der Spitze, denn mehrere Fahrer wechselten sich ab. Darunter war auch Fenati, der erstmals seit seinem sensationellen Sieg in Jerez wieder ganz vorne mitmischte. Die Spitzengruppe lichtete sich langsam. Khairuddin fiel nach der guten ersten Runde in die Verfolgergruppe zurück. KTM-Pilot Arthur Sissis schied mit technischem Defekt aus. Nach sechs Runden bestand die Spitzengruppe aus Vinales, Cortese, Vazquez, Rins, Fenati, Kent und Antonelli.
Die Windschattenschlacht setzte sich in der siebenköpfigen Spitzengruppe fort. Einmal führte Vinales vor Cortese, aber auf der Geraden wurden sie auf die Plätze sechs und sieben zurückgereicht. Die beiden WM-Konkurrenten beobachteten das Geschehen anschließend vom Ende der Gruppe. Keiner konnte sich in der ersten Rennhälfte absetzen und alles war möglich. Acht Runden vor Schluss übernahm Vinales wieder die Führung.
Spitzentrio setzt sich ab
Der Spanier versuchte eine Soloflucht. Cortese setzte sich gleich auf Platz zwei, aber Vinales hatte sich zwei, drei Motorradlängen Vorsprung herausgefahren. Im Windschatten konnte Cortese zunächst die Lücke nicht ganz schließen. Vinales zog das Tempo deutlich an, aber Cortese konnte sich an das Hinterrad klemmen. Auch Fenati hielt mit. Diese drei Fahrer konnten aus der Spitzengruppe ausbrechen und den Rest abschütteln.
Der Dreikampf um den Sieg war sechs Runden vor Schluss eröffnet. Die Taktikspielchen hatten ebenfalls begonnen. Cortese hätte auf der Zielgeraden vorbeifahren können, aber er hielt sich zurück und bereitete sich auf das Fotofinish vor. Drei Runden vor Schluss riss Cortese ein Tape vom Kühler, damit der KTM-Motor optimale Leistung hat. Die Entscheidung im Dreikampf fiel in der letzten Runde.
Cortese bremste sich zu Beginn der letzten Runde in Kurve eins von Platz drei auf eins, aber er wurde weit hinausgetragen und innen schlüpften Fenati und Vinales durch. Ein Italiener führte in Italien. Vinales schnappte sich aber im Laufe der letzten Runde die Führung zurück. Es wurde am absoluten Limit gefahren. In der letzten Kurve überholte Cortese Fenati für Platz zwei und hing im Windschatten von Vinales. Auf der Zielgeraden kam der Deutsche aber nicht vorbei. Fenati preschte alleine Richtung Ziellinie.
Finsterbusch geht leer aus
Vinales überquerte die Linie schließlich als Erster, gefolgt von Fenati und Cortese. Vinales hatte 0,020 Sekunden Vorsprung vor Fenati und Cortese lag 0,071 Sekunden zurück. Millimeter entschieden über die Podestplätze. Für Vinales war es der fünfte Sieg in dieser Saison. Trotz Platz drei behauptete Cortese die WM-Führung. Sein Polster ist allerdings auf neun Punkte geschrumpft.
In der Verfolgergruppe setzte sich im Zielsprint Rookie Antonelli durch und eroberte Platz vier. Dahinter folgten Kent, Vazquez und Rins. Jakub Kornfeil (FTR-Honda) kam einsam als Achter ins Ziel. Khairuddin setzte sich im Zweikampf gegen Hector Faubel (Kalex-KTM) durch und sah die Zielflagge als Neunter. Finsterbusch kam am Ende einer großen Gruppe als 18. ins Ziel und ging leer aus. Die Moto3 geht jetzt in die Sommerpause, da sie nicht in Laguna Seca fährt.
TV-Tipp:
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