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    Polens Traum geplatzt - Wirbel um Smuda

    Der Co-Gastgeber hat bei der EURO das Viertelfinale verpasst. Polen verlor gegen Tschechien mit 0:1 (0:1), das nun in die Runde der letzten Acht einzieht. Der Wolfsburger Bundesligaprofi Petr Jiracek erzielte in der 72. Minute in Breslau den Siegtreffer. Die Polen ließen gute Chancen ungenutzt.

    Die Lehren:

    Tschechien hat sich nach einem schwachen Start und einer 1:4-Niederlage gegen Russland gesteigert und zieht als Tabellenerster ins Viertelfinale der EM ein. Gegen Polen reichte eine reservierte Leistung und große Effizienz in der Offensive. Nach den starken Anfangsminuten der Polen wurde die Defensive in den restlichen 70 Minuten nicht mehr geprüft.

    Im Viertelfinale können die Tschechen dann wieder auf ihren Star und Kapitän Tomas Rosicky bauen, der gegen Polen verletzt auf der Bank saß, dem Spiel aber nicht merkbar fehlte. Der Gegner der tschechischen Mannschaft im Viertelfinale wird morgen in Gruppe B ausgespielt. Alle vier Teams der deutschen Gruppe können noch Zweiter und damit Gegner der Tschechen werden.

    Polen scheidet nach einer schwachen Leistung gegen Tschechien als Co-Gastgeber bereits in der Vorrunde nach zwei Unentschieden und einer Niederlage. Im letzten Gruppenspiel zeigte die Mannschaft eine engagierte Anfangsphase, in der sie aber viele Chancen ungenutzt verstreichen ließ.

    Trainer Franciszek Smuda ließ indes seine Zukunft als Nationaltrainer offen und sorgte mit widersprüchlichen Aussagen für Verwirrung. "Ich muss meine Position nicht aufgeben. Mein Vertrag war nur gültig bis zum Ende der EM", erklärte er.

    Jetzt liege es am Verband, wie es weitergehe. Der 63-Jährige ließ auf der Pressekonferenz aber durchblicken, weitermachen zu wollen. Im polnischen Fernsehen hatte er zuvor indes erklärt: "Das ist hundertprozentig das Ende meines Abenteuers mit der Mannschaft. Was weiter sein wird? Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, weil ich dachte, dass wir aus der Gruppe weiterkommen."

    Die Stimmen:

    Petr Cech (Tschechien): "Es war ein unglaublicher Druck schon vor der Partie. Als wir in der Halbzeit das Ergebnis vom anderen Spiel erfahren haben, wussten wir dass wir drei Punkte brauchen. Wir haben dann besser gespielt und sind der verdiente Sieger. Es wäre gut, wenn wir als Tabellenerster im Viertelfinale noch nicht auf Deutschland treffen."

    Michal Kadlec (Tschechien): "Die Stimmung in der Mannschaft ist überragend. Wer hätte gedacht, dass wir nach der Niederlage gegen Russland noch weiterkommen? Wir hatten schon in der Qualifikation Druck und können offensichtlich damit umgehen."

    Jakub Blaszczykowski (Polen): "Wir sind natürlich alle wahnsinnig enttäuscht. Das Turnier war aber für uns alle ein großer Moment. Wir haben es verpasst am Anfang unsere Chancen zu nutzen und stehen so mit leeren Händen da."

    Die Höhepunkte:

    2. Erste Offensivaktion der Polen: Nach einem Freistoß von der rechten Seite bekommt Tschechien den Ball nicht weg. Dudka setzt aus spitzem Winkel zum Fallrückzieher ab. Die Zuschauer haben den Torschrei schon auf den Lippen, der Ball zappelt aber im Außennetz.

    10. Gute Chance für Polen: Nach einem Fehlpass von Plasil schaltet Polen schnell. Blaszczykowski steckt durch zu Lewandowski. Der schießt, bedrängt von Gebre Selassie, aus acht Metern vorbei.

    13. Tschechien klärt die Hereingabe von Obraniak genau in die Mitte ab. Dort steht Boenisch, schießt aus zehn Metern aber am Tor vorbei.

    39. Plasils Schuss aus der zweiten Reihe wird abgefälscht. Tyton steht aber richtig und fängt den Ball ab.

    65. Plasil flankt einen Freistoß vors Tor. Sibon köpft auf den Kasten der Polen, aber auch genau auf Tyton. Der Torhüter wehrt mit viel Glück den Ball ab.

    72. TOOOR für Tschechien! Jiracek sorgt für Entsetzen bei den polnischen Fans. Einen Konter vertändelt Baros schon beinahe an der Strafraumgrenze. Der Stürmer legt dann aber auf Jiracek ab, der Wasilewski aussteigen lässt und aus sieben Metern per Flachschuss abschließt.

    90.+4 Blaszczykowski hat die letzte Chance aus zehn Metern, Kadlec rettet für den geschlagenen Cech per Kopf knapp vor der Linie.

    Der Kracher: Tschechische Effizienz

    Den Tschechen reichte ein gut gespielter Konter, um das Spiel zu entscheiden. Ohne Glanz brachten sie das Ergebnis dann souverän über die Zeit. In den zweiten 45 Minuten hatten ihnen die Polen nichts mehr entgegen zu setzen.

    Im Abseits: "Dortmunder Polen"

    Die Polen des BVB, eigentlich als Leistungsträger vorgesehen, spielten schwach: Piszczek hatte große Probleme in der Defensive und setzte in der Offensive keine Akzente. Blaszczykowski tauchte in der zweiten Halbzeit total unter, Lewandowski hing vorne in der Luft.

    Die Statistik: 218

    In der 68. Minute dieser Partie war es endlich soweit: Nach 218 torschusslosen Minuten bei dieser EM schoss die tschechische Sturmspitze Milan Baros das erste Mal auf das gegnerische Tor.

    Weitere Statistiken:

    TV-Tipp:

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