Herr Thon, mit dem Derbysieg gegen den BVB hat Schalke Selbstvertrauen getankt. Gilt es im Hinblick auf das Spiel gegen Arsenal, die Euphorie zu bremsen oder den Schwung zu mitzunehmen?
Olaf Thon: Schalke muss den Schwung mitnehmen! In den vorigen zwei Spielen in der Champions League haben wir gesehen, dass Schalke klar besser ist als Piräus und Montpellier. Das Spiel gegen Arsenal wird sicherlich die schwerste Begegnung. Aber eine Woche danach steht bereits das Rückspiel an. Ich traue Schalke zu, in diesen beiden Spielen mindestens drei Punkte zu holen. Das würde dann auch reichen, um als Erster oder Zweiter eine Runde weiter zu kommen.
Und wenn Schalke beide Spiele gegen Arsenal verliert?
Thon: Alles andere als ein Weiterkommen wäre eine riesige Enttäuschung und eine große Überraschung. Daran mag ich gar nicht glauben.
Wie stark schätzen Sie Arsenal ein?
Thon: Wenn ein Lukas Podolski dort einer der besten Männer ist, wissen wir, dass Schalke durchaus eine Chance hat, dort zu gewinnen. Arsenal hat an Qualität eingebüßt, sie sind nicht mehr so stark. In der Liga kommen nach Chelsea Manchester City, Manchester United und dann erst eventuell Arsenal. Diese Hürde ist zu überwinden.
Hat Borussia Dortmund in der "Todesgruppe" das größere Problem?
Thon: Ich denke schon. Der BVB hat es mit einigen großen Kalibern zu tun, da kann man schon mal unterliegen. Obwohl: Das Spiel gegen Manchester City hat gezeigt, dass sie mithalten können. Es wird ein Hauen und Stechen mit ManCity um den zweiten Platz hinter Real Madrid.
Ist die neue Breite im Schalker Kader von entscheidendem Vorteil für Königsblau auf internationaler Bühne?
Thon: Sie sind jetzt langsam in dem Bereich, wo sich der FC Bayern schon befindet. Es sitzen Namen auf der Bank, die sofort einspringen können. Draxler und Papadopoulos haben gegen den BVB nicht gespielt, Barnetta und Jones wurden eingewechselt. Es ist schon deutlich, dass da viel Qualität vorhanden ist. Sie haben zudem eine Formation, die sich gefunden hat - unter anderem mit Uchida auf der rechten Seite und Höwedes in der Innenverteidigung, wo er besser aufgehoben ist als rechts. Da wächst ein toller Konkurrenzkampf, durch den Schalke dem FC Bayern in der Meisterschaft Paroli bieten und auch in der Champions League weit kommen kann.
Wie bewerten Sie die Arbeit des Sportvorstands Horst Heldt, der vor der Saison kaum finanzielle Mittel zur Verfügung hatte?
Thon: Felix Magath hat ihm ein großes Stück Arbeit hinterlassen. Er musste den Kader stark verkleinern - das hat er gut geschafft. Der Kader ist hinter Bayern der zweitbeste in der Bundesliga. Jeder bei Schalke hat einen guten Job gemacht.
Würden Sie sich wünschen, dass Trainer Huub Stevens und Klaas-Jan Huntelaar, deren Verträge auslaufen, über das Saisonende hinaus bleiben
Thon: Ernst Kuzorra (Schalke-Legende, verstorben 1990, d. Red.) hat im Jahr 1988 gesagt, als ich zum FC Bayern gewechselt bin: "Laufende Pferde soll man nicht aufhalten." Es ist keine Frage der Namen, es gibt immer ein "Danach". Nichtsdestotrotz stehen beide für Qualität und es wäre schade, wenn sie nicht bei Schalke bleiben und für mindestens zwei Jahre verlängern würden. Sie haben es selbst in der Hand.
TV-Tipp:
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