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    Bundesliga: Hoeneß: "Habe nur gesagt, was Löw denken müsste"

    Uli Hoeneß hat seine Wortwahl gegenüber Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschafts-Stürmer Miroslav Klose gerechtfertigt. Gleichzeitig äußerte der 60-Jährige sein Unverständnis in Bezug auf die teils harschen Reaktionen vonseiten der Medien und den Verantwortlichen der deutschen Nationalmannschaft. Schließlich habe der Präsident von Bayern München nur einen Wunsch geäußert.

    Hoeneß stellte sich im Münchner Café Ringelnatz den Journalisten und äußerte sich zu den Geschehnissen der vergangenen Woche. Der ehemalige Manager in Diensten des deutschen Rekordmeisters hatte in seiner typisch emotionalen Art die "Verhätschelung" der deutschen Nationalspieler durch den DFB und die Torjägerqualitäten von Stürmer Miroslav Klose angeprangert und war dafür ebenfalls stark kritisiert worden.

    "Heutzutage wird man, wenn man eine klare Aussage macht, gleich als Nestbeschmutzer bezeichnet", störte sich Hoeneß nun gegenüber der "Abendzeitung" und zeigte wenig Verständnis für die Attacken der letzten Tage. "Ich habe mir mein Interview noch dreimal durchgelesen und kann nach wie vor nichts besonders Kritisches drin sehen. Es ist heute schon Kritik, wenn ich eine Feststellung mache."

    Seine Aussage gegenüber Löw verstehe Hoeneß sowieso nicht als Kritik, sondern vielmehr als gut gemeinte Unterstützung. "Wenn ich sage, Löw müsse die Spieler ein bisschen härter anfassen, dann ist das für mich keine Kritik an ihm, sondern ein Hinweis, ein Wunsch. Man muss die Kirche im Dorf lassen."

    Und einmal in Stimmung legte Hoeneß nach: "Wenn Jogi Löw ganz ehrlich ist, müsste er mir eigentlich längst eine Flasche Champagner geschenkt haben. Ich habe ja nur gesagt, was er eigentlich denken müsste."

    Alles Müller oder was?

    Auch an seiner kritische Haltung gegenüber Klose hielt Hoeneß fest: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Gerd Müller der bessere Mittelstürmer ist. Wenn da jemand anderer Meinung ist, verstehe ich die Fußballwelt nicht mehr." Dabei versicherte er, diese Aussage sei "nicht despektierlich" an die Adresse von Klose gerichtet.

    In Bezug auf den laschen Umgang mit den Nationalspielern räumte Hoeneß indes Fehler ein: "Viele Dinge, die da in der Nationalmannschaft zu weit getrieben wurden, wurden auch beim FC Bayern – auch durch mich – zu weit getrieben. Früher haben wir von November bis März keinen Grashalm mehr zwischen den Strafräumen an der Säbener Straße gehabt. Heute könnte man dort im November noch Golf spielen."

    Themen wie diese seien demnach eine Frage des "Komforts für Profi-Fußballer". Man müsse verhindern, "dass die Spieler ihre Selbstständigkeit verlieren und alles für selbstverständlich betrachten", erläuterte Hoeneß seinen pädagogischen Ansatz, um schließlich doch abermals in Polemik zu verfallen: "Wenn einer einen Scheißdreck spielt, muss man ihm das sagen. Und das ist in der Vergangenheit nicht oft genug gesagt worden."

    Ob er auch in Zukunft wieder mit solch ungewöhnlich offenen Worten in die Öffentlichkeit gehen würde, wisse Hoeneß nicht. Vielmehr frage er sich schon ab und zu, ob man so ein Interview überhaupt noch machen könne. "Wenn man weiter denkt, muss man - wie die meisten aller Leute - langweilige Interviews geben. Die Gefahr besteht bei mir normalerweise nicht."

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