"Das 1:0 war für alle, auch den Trainer. Er gibt uns Selbstvertrauen", sagte der 27-Jährige nach dem souveränen Sieg gegen den Zweitligisten: "Wir haben eine große Qualität und sind auf dem richtigen Weg." Worte, die so auch auf den brasilianischen Spielmacher zutreffen.
Unter Köstner ist Diego unübersehbar aufgeblüht. Aus "Ego-Diego", der von Magath suspendiert, dann ein Jahr ausgeliehen und nach seiner Rückkehr offenbar bereits wieder zur Winterpause abgeschoben werden sollte, ist der unumstrittene Führungsspieler geworden.
Diego wieder "Teil der Mannschaft"
"Ich habe viele Gespräche mit ihm geführt. Er steht jetzt wie die anderen Brasilianer auch in der Pflicht", sagte Köstner: "Er will wieder ein Teil der Mannschaft sein, aber er hat auch noch Luft nach oben."
Allerdings verbuchte Diego in den beiden gewonnen Begegnungen seit dem Magath-Abgang bereits zwei Tore und drei Vorlagen, zuvor hatte der ehemalige Bremer nur in der ersten Pokalrunde gegen den Fünftligisten FC Schönberg Scorerpunkte gesammelt. Aus dem Spekulationsobjekt ist die Lebensversicherung geworden.
Und er übernimmt mittlerweile auch außerhalb des Feldes Verantwortung. Seit dem Magath-Abgang stellt er sich nach jedem Spiel den Fragen der Journalisten. Unter Magath kaum denkbar. Zumal er nicht müde wird, zu betonen, wie wichtig "Mister Lorenz" für die Mannschaft ist.
Es sind aber beileibe nicht die einzigen Sympathiebekundungen für Köstner. Während der Pokalbegegnung skandierten die Zuschauer vor, während und nach dem Spiel lautstark den Namen des Interimstrainers. Seit dem Meistertitel 2009 dürfte es wohl das erste Mal gewesen sein, dass die VfL-Fans wieder einen Trainer auf diese Weise feierten. Vor zwei Wochen hatten sie noch den Rauswurf Magaths gefordert.
Köstner will "nächste Woche noch da" sein
Doch Köstner blieb auch nach seinem zweiten Sieg bescheiden. "Der Trainer ist ein Teil der Mannschaft", sagte Köstner, die Sprechchöre würden deshalb auch den Spielern gelten. Der Trainer Teil der Mannschaft? Auch das waren in Wolfsburg lange nicht mehr vernommene Töne.
Zumal Köstner einen nicht unerheblichen Beitrag am Aufschwung hat. Er setzt auf Konstanz und hat vor allem Diego wieder ins Spiel integriert. Magath hatte immer wieder betont, Diego habe nicht das richtige Umfeld in Wolfsburg - Köstner scheint es dem manchmal launischen Spielmacher bereitet zu haben.
Ungeklärt ist die Zukunft Köstners aber dennoch. Nach zwei Siegen und dem Lob vonseiten der Spieler und Fans scheint es aber momentan unwahrscheinlich, dass ihm kurzfristig wieder die zweite Reihe droht.
"Es gibt keine zeitliche Absprache. Ich verstehe die Fragen, aber ich kann dazu nichts sagen", sagte Köstner. "Über die weitere Zukunft mache ich mir keine Gedanken. Ich gehe aber davon aus, dass ich nächste Woche noch da bin."
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TV-Tipp:
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