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    Bruyneel droht Ärger in Belgien

    Nach der Veröffentlichung der Dopingakte im Fall Lance Armstrong droht dessen früherem Teamchef Johan Bruyneel weiterer juristischer Ärger in seiner belgischen Heimat. Der nationale Radsportverband KBWB habe die Unterlagen der US-Anti-Doping-Agentur USADA an die Staatsanwaltschaft weitergereicht, teilte der KBWB mit. "Wie in Dopingfällen üblich wird sich der Bundesanwalt an die UCI wenden."

    Dem 48 Jahre alten Bruyneel wird wie Armstrong jahrelanges Doping und der Handel mit illegalen Substanzen vorgeworfen. Bruyneel streitet die Anschuldigungen der USADA ab und will sie anfechten. Deshalb kommt es für ihn zu einer Verhandlung vor einem Sportgericht.

    Bruyneel ist derzeit Teamchef des Rennstalls RadioShack-Nissan mit den beiden deutschen Profis Jens Voigt und Andreas Klöden. Wegen der Vorwürfe hatte der Belgier dieses Jahr auf seine Teilnahme bei der Tour de France verzichtet.

    Was macht das IOC?

    Armstrong droht nun auch Ungemach vom IOC. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) prüft derzeit rechtliche Schritte, ob dem Texaner sein bei den Sydney-Spielen 2000 gewonnenes Olympia-Bronze im Zeitfahren nachträglich noch aberkannt werden kann.

    Normalerweise sind Fälle aus der Vergangenheit nach acht Jahren verjährt. Die Ringe-Organisation hat am Mittwoch die knapp 1000-seitigen Akten der US-Anti-Doping-Agentur (USADA) erhalten und lässt sie derzeit von ihren Juristen prüfen, teilten die Olympier am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa mit.

    Auch der Radsport-Weltverband (UCI) bestätigte, in Besitz der Unterlagen zu sein. "Unsere Anwälte prüfen die Dokumente", sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani. "Sie brauchen einige Zeit, sie zu sichten und sich eine Meinung zu bilden. Wir haben dafür 21 Tage Zeit. Es ist zu früh, etwas zu sagen."

    In den USADA-Dokumenten wird Armstrong mit massiven Doping-Vorwürfen konfrontiert, die von vereideten Zeugenaussagen gestützt werden. Die USADA hat den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger bereits lebenslang gesperrt und alle Armstrong-Ergebnisse seit dem 1. August 1998 gestrichen. Nach Erhalt der Akten hat die UCI nun drei Wochen Zeit, ein Urteil über den gefallenen amerikanischen Weltstar zu sprechen.

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