Auf den Rängen der Arena am Royal Victoria Dock dominierten japanische und französische Farben, die große Show auf der Matte aber lieferten Bischof und sein Final-Gegner Jae-Bum Kim.
Der Südkoreaner, der sich dem Deutschen vor vier Jahren im Olympia-Finale noch geschlagen geben musste, war an diesem Tag aber eine Nummer zu groß für den Schwaben. Trotzdem ist Bischofs Edelmetall der ersehnte Silberstreif am Horizont der schwächelnden deutschen Judo-Kämpfer.
Doch Bischof gelang das, was bei den Olympischen Spielen zu den schwersten Aufgaben gehört: Er hielt dem Druck, der sich durch die wenigen deutschen Medaillen an den ersten Tagen von London noch erhöht hatte, stand.
Groß im Sieg, groß in der Niederlage
Es war wieder einmal die psychische Stärke, die für den deutschen Vorzeige-Judoka zum Schlüssel des Erfolges wurde. "Wenn es darauf ankommt, bin ich da und zeige Leistung." So einfach ist das für Bischof. Obwohl das bei genauerer Betrachtung wohl nicht ganz stimmt, wie sonst wäre die deftige Niederlage 2008 in der TV-Show "Schlag den Raab" zu erklären. Gewonnen hat Bischof dabei aber etwas, das im Judo in Deutschland nur schwer erreichbar ist: Popularität über den eigenen Sport hinaus.
Doch auch bei echten Niederlagen, wie jetzt im Finale der Spiele, zeigte der sympathische Kämpfer Größe. Kim "sei ein echter Champion" und "einfach besser" gewesen, erläuterte der dritte deutsche Medaillengewinner in London.
Die Sommerspiele 2016 finden in Rio de Janeiro statt, Bischof wäre dann 36 Jahre alt. Aber wenn es einer schafft, die Zeit anzuhalten, dann ist es Ole Bischof aus Reutlingen.
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