Bereits in der ersten Runde hatte Gössner die Tschechin überholt und kam als Erste zum Liegendanschlag. Dort verfehlte die Deutsche die Scheiben gleich zweimal und musste 300 Extrameter in der Strafrunde absolvieren. Bei Andrea Henkel lief es nur geringfügig besser; nach dem ersten Schießen stand eine Strafrunde bei der 35-Jährigen zu Buche.
Doch die beiden DSV-Damen ließen sich nicht entmutigen und machten weiter Jagd auf die führende Soukalova. Meter um Meter, Sekunde um Sekunde holten sie auf und erreichten als Zweit- und Drittplatzierte den zweiten Liegendanschlag.
Soukalova am Schießstand souverän
Erneut traf Soukalova fünfmal voll ins Schwarze, erneut konnten es Gössner und Henkel ihr nicht nachmachen. Gössner verfehlte einmal das Ziel, ging in die Strafrunde, arbeitete sich aber in einem enormen Tempo an die vor ihr liegenden Damen wieder heran.
Beim ersten Stehendanschlag das gleiche Spiel: Soukalova souverän, Gössner mit einem Fehler. Wieder ging es in die Strafrunde, und wieder flog die Deutsche, die am Streckenrand lautstark von Ricco Groß angefeuert wurde, an der Französin Dorin Habert vorbei und kam zeitgleich mit Soukalova zum letzten und entscheidenden Schießen.
Die ersten drei Versuche trafen beide, Gössner ließ die vierte Scheiben stehen, Soukalova traf, Gössner traf, Soukalova traf. "Ich habe beim letzten Schießen gesehen, dass sie fehlerfrei blieb. Da habe ich gedacht, dass ich nochmal alles geben muss und dann schaue, ob ich sie noch bekomme", sagte die Deutsche nach dem Rennen.
Wieder ging es für Gössner also in die Strafrunde, Soukalova führte das Feld mit gut 13 Sekunden Vorsprung in der letzten Runde an.
Gössner zieht am letzten Anstieg vorbei
Doch Gössner war in der Loipe heute einfach eine Klasse für sich. Dorin Habert, die insgesamt nur eine Scheibe verfehlte, ließ die 22-Jährige erneut stehen als ob es nichts wäre. Am letzten Anstieg, wenige hundert Meter vor dem Ziel, schnappte sich Gössner dann auch Soukalova und rettete den knappen Vorsprung ins Ziel. Ganze sieben Zehntel betrug am Ende der Vorsprung der jungen Deutschen, die gezeigt hat, dass der DSV nach dem Rücktritt von Magdalena Neuner wieder eine Siegläuferin in seinen Reihen hat.
In der Loipe war keine besser als Gössner: Die Deutsche lief 44 Sekunden schneller als die in dieser Kategorie heute Zweitbeste Kaisa Mäkäräinen.
Andrea Henkel rundete den perfekten Tag mit dem siebten Rang ab.
Tina Bachmann beendete das Rennen auf Rang 26, Nadine Horchler auf Rang 28, Evi Sachenbacher-Stehle auf Rang 48. Franziska Hildebrand musste das Rennen aufgrund eines Sturzes aufgeben.
Berger verliert auf Henkel
Die Gesamtweltcup-Führende Tora Berger (328 Punkte) arbeitete sich von Platz 27 auf Rang neun vor und büßte somit nur geringfügig auf die im Weltcup viertplatzierte Henkel (242) ein. Gössner ist nun Fünfte (232). Vor den beiden deutschen Damen rangieren noch Soukalova (257) und die Weißrussin Darya Domratschewa (244).

