Es war eine klasse Laufleistung von Gössner. Keine der 101 Starterinnen war in der Loipe schneller als die 22-jährige Deutsche. "Ich bin erleichtert, dass ich endlich auf dem Podest stehe, der Druck ist jetzt weg", sagte Gössner, die aber weiter auf den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere warten muss: "Das ist schon ein bisschen ärgerlich, aber es ist eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung. Da werde ich voll angreifen."
Und auch Andrea Henkel zeigte als drittbeste Läuferin auf der Strecke trotz ihrer 34 Jahre, dass sie im Biathlon-Zirkus immer noch einiges zu bieten hat und landete als Siebte einmal mehr in den Top Ten. "Ich bin froh, dass ich mit meinen beiden Fehlern noch so weit vorne bin", sagte die Thüringerin und ergänzte: "Auf der zweiten Runde hatte ich ein bisschen Probleme, auf der dritten habe ich noch einmal gekämpft." Dabei profitierten die DSV-Damen bei starkem Schneefall in Pokljuka auch von einem exzellent präparierten Material unter den Füßen.
Tora Berger, im Sprint- und Gesamtweltcup die Führende, verlor auf der Strecke trotz gleicher Anzahl an Schießfehlern mehr als 75 Sekunden auf die extrem schnelle Gössner und beendete das Rennen nur auf dem 27. Rang.
Doch im Biathlon ist nunmal nicht nur das Laufen, sondern auch das Schießen ein entscheidender Faktor: Und genau dort, am Schießstand, sicherte sich letztlich Gabriela Sukalova den Sieg. Die Tschechin stellte sowohl im Liegend- als auch im Stehendanschlag alle fünf Scheiben auf weiß und musste somit 300 Meter weniger laufen als Gössner. Das Podest komplettierte Nadezhda Skardino aus Weißrussland als Dritte, die ebenfalls fehlerfrei durch die beiden Anschläge kam.
Enttäuschendes Debüt für Sachenbacher-Stehle
Enttäuschend verlief hingegen der erste Biathlon-Weltcup für Evi-Sachenbacher-Stehle. Die ehemalige Langläuferin qualifizierte sich nach schwacher Leistung beim Schießen (drei Fehler) sowie in der Loipe als 59. so gerade eben noch für die Verfolgung (Samstag, 15:00 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de). "Ich war richtig müde beim Laufen, ich bin überhaupt nicht vom Fleck gekommen. Das ist ärgerlich, weil es eigentlich ja meine Stärke ist", sagte die 32 Jahre alte Debütantin nach dem Rennen: "Das Schießen war fürs erste Mal okay, aber ein Fehler weniger wäre auch schön gewesen." Von ihren Teamkolleginnen gab es Lob fürs erste Rennen. "Mit drei Schießfehlern kann sie zufrieden sein, das ist keine schlechte Leistung", sagte Henkel.
Franziska Hildebrand schoss zweimal die Null und landete letztlich auf einem sehr beachtlichen 13. Rang. Nadine Horchler verfehlte zwei Scheiben und beendete das Rennen auf Position 38, Tina Bachmann ließ gleich drei Scheiben stehen und musste sich mit Position 50 zufrieden geben.
Henkel verbesserte sich durch ihren siebten Platz im Gesamtweltcup auf Rang drei und verkürzte den Rückstand zur führenden Norwegerin Tora Berger.

