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    Bewährungsstrafe für Hildebrandt

    Es hagelte Befangenheitsanträge gegen die Richterin, Top-Handballer saßen auf der Zeugenbank und am Ende ging doch alles ganz schnell: Mit einem Schuldeingeständnis hat der ehemalige Magdeburger Handball-Manager Bernd-Uwe Hildebrandt einen langwierigen Prozess wegen Steuerhinterziehung abgekürzt.

    Während der 54-Jährige sich an den ersten drei Verhandlungstagen am Amtsgericht Magdeburg selbstbewusst und zuversichtlich gab, dass von den Vorwürfen nichts übrig bleiben würde, ließ er seinen Verteidiger einräumen, dass alle Vorwürfe zutreffen.

    Befragt von der Richterin blieb Hildebrandt einsilbig. Das Urteil von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung und die Geldauflage von 10.000 Euro bedrückten den groß gewachsenen Hildebrandt sichtlich. Vorausgegangen war ein Deal zwischen den Prozessbeteiligten: Hildebrandt gesteht, im Gegenzug gibt es ein vergleichsweise mildes Urteil. Geahndet wurden Steuerhinterziehung in 30 Fällen mit einem Schaden von weit mehr als 800 000 Euro.

    Der frühere Ruderer gab zu, dass unter seiner Verantwortung als Geschäftsführer der Handball Magdeburg GmbH, bei der die Profis des Bundesligisten SC Magdeburg angestellt waren, falsche Ticketzahlen an das Finanzamt gemeldet wurden. Zudem waren Zahlungen an Spieler teilweise nicht versteuert worden.

    Befangenheitsanträge gegen Richterin

    Zu Details könne er selbst jedoch nichts sagen, weil sich Mitarbeiter darum gekümmert hätten. Das Geld hatte der einstige Multifunktionär, der unter anderem auch Leiter des Olympiastützpunktes Halle/Magdeburg gewesen ist, immer für den Club verwendet und nichts in die eigene Tasche gesteckt. Ihm sei es darum gegangen, gute Spieler zu gewinnen und in Magdeburg zu halten, sagte Hildebrandt. Von dem Steuerschaden ist inzwischen nichts mehr übrig, ein Teil wurde nachbezahlt, ein anderer erlassen.

    Mit dem schnellen Ende des Prozesses, der sonst mindestens bis in den Oktober hinein gedauert hätte, nimmt Hildebrandt nicht nur sich selbst aus dem Blick der Öffentlichkeit, sondern auch das Gericht und den Handball-Sport.

    Am zweiten Tag hatte Hildebrandts Verteidigung mit der Information aufgetrumpft, dass die Vorsitzende Richterin Kontanze Nolte mit dem Leiter des Finanzamtes Magdeburg und damit dem Chef der Steuerfahndung verheiratet ist, die gegen Hildebrandt ermittelte. Nolte entzog einem Verteidiger bei seinen längeren Ausführungen das Wort. Die Folge: Es hagelte drei Befangenheitsanträge. Alle wurden als unbegründet zurückgewiesen.

    Hildebrandt öfter vor Gericht

    Ehemalige und aktuelle Top-Spieler des SC Magdeburg hatten in der vergangenen Woche von Barzahlungen für Wohnungen und Autos berichtet. In ihrem Plädoyer sprach die Staatsanwaltschaft von einem System der Steuerhinterziehung, das Modell zur Finanzierung des laufenden Spielbetriebs gewesen sei. Damit seien für den Verein sportliche Erfolge ermöglicht worden.

    Was genau zur unerwarteten Wende beitrug, ist unklar. Mehrfach wurde "ein turbulentes Wochenende" erwähnt, ohne dass Erläuterungen folgten. Ein vierter Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen die Richterin wurde zurückgezogen. Stattdessen gab es Rechtsgespräche. Diese Deals lässt das Gesetz zu, um Verfahren zu verkürzen für den Fall, dass der Angeklagte gesteht.

    Hildebrandt, der nach eigenen Angaben derzeit weder beruflich noch ehrenamtlich etwas mit Handball zu tun hat, stand in den vergangenen Jahren häufiger vor Gericht. Er war in zwei früheren Verfahren in den Jahren 2008 und 2010 bereits wegen Bestechlichkeit und Untreue zu Geldstrafen verurteilt worden.

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