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    "Bester Stürmer der Welt" auf Rekordjagd

    Der "Hunter" nimmt ein neues Ziel ins Visier: Im Oranje-Trikot könnte er in den nächsten Spielen Geschichte schreiben - wenn Louis van Gaal ihn lässt. Denn der Bondscoach hält große Stücke auf den Schalker, aber einen Stammplatz hat Klaas-Jan Huntelaar dennoch im Nationalteam nicht sicher.

    Dabei schwärmt van Gaal ebenso wie Huub Stevens in höchsten Tönen vom 29-Jährigen:

    "Im Strafraum ist er der beste Stürmer der Welt", so die beiden niederländischen Trainer unisono. Huntelaar selbst hält dieses Lob zwar "für ein wenig übertrieben" - aber für ganz falsch hält er die Einschätzung wohl auch nicht.

    Zu gerne würde sich Huntelaar deshalb in den anstehenden WM-Qualifikationsspielen gegen Andorra und Rumänien von Anfang an bewähren dürfen. Denn beim Auftaktsieg gegen die Türkei im September schmorte er auf der Bank und beim Erfolg in Ungarn durfte er erst nach der Pause ran - und erzielte prompt sein 33. Tor für die Nationalmannschaft.

    Damit liegt er inzwischen auf Rang drei der ewigen Torschützenliste des KNVB - nur noch Dennis Bergkamp und Patrick Kluivert rangieren vor ihm. Gegen Andorra bietet sich für Huntelaar die Chance, im Idealfall auf einen Rutsch nah an die 40 Treffer des jetzigen Assistenztrainers heran zu kommen: Die Russen (5:0) und Rumänen (4:0) haben gezeigt, dass gegen die Pyrenäen-Republik hohe Siege möglich sind. Huntelaar selbst hat in seiner Karriere schon gegen 22 Nationen getroffen - Andorra fehlt aber noch in seiner Liste.

    Bereit für die ganz großen Klubs

    Erfolgreiche Auftritte bei Oranje sind für Huntelaar wichtiger denn je, denn er pokert um einen neuen Vertrag - "den wichtigsten meiner Karriere", wie er im Gespräch mit "L'Equipe" unlängst gestand. Das Angebot der "Knappen", für drei Jahre mit einem Gehalt von je sieben Millionen Euro brutto zu verlängern, hat er bislang nicht angenommen - obwohl dies der teuerste Deal in der S04-Geschichte wäre.

    Doch Huntelaar soll es Gerüchten nach gen England ziehen, er hält sich zumindest alle Optionen offen. Der Torschützenkönig der letzten Saison will nicht falsch verstanden werden, er fühlt sich wohl bei Schalke. "Einen Stammplatz sicher zu haben und jedes Mal 90 Minuten durchzuspielen, ist wichtig und gibt mir Sicherheit", gesteht er. "Für mein Gleichgewicht ist es wichtig, mich in einem ruhigen Umfeld zu befinden, das zu mir passt", ergänzte er - so haben die Schalker ihm zugestanden, dass er weiter in seinem Heimatort Hummelo wohnen kann - 110 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt.

    "Wer sich bei Schalke durchsetzt, kann sich überall durchsetzen", lobt Huntelaar die königsblaue Klasse - und bietet sich so indirekt auch bei den ganz großen Namen an. Denn da hat er nach seinen unglücklichen Zwischenstopps bei Real Madrid und AC Milan noch eine Rechnung offen. "Heute hätte ich keine Angst mehr vor der Konkurrenz dort", betont er.

    "Riesiges Missverständnis" bei Real

    "Ich brauche immer das Vertrauen des Trainers, das hat mir dort gefehlt", blickt er auf die Jahre 2008 und 2009 zurück, "ich habe mir zu viele Fragen gestellt". Im Dezember 2008 kam er von Amsterdam mit überragender Tor-Quote nach Madrid, doch dort wurde ihm ein "riesiges Missverständnis" zum Verhängnis.

    "Ich wurde zusammen mit Lassana Diarra geholt und bei Real war man überzeugt, wir könnten beide in der Champions League auflaufen - dabei hatten wir zu Saisonbeginn im UEFA Cup gespielt. Somit konnte nur einer von uns auf die Liste der UEFA gesetzt werden - und das war dann Diarra. Da hatte ich einfach kein Glück."

    Sein Landsmann und damaliger Real-Teamkollege Rafael van der Vaart erinnert sich an den extremen Konkurrenzkampf um die Sturmplätze bei den "Königlichen": "Da waren Raul, Higuain, van Nistelrooy und Robben - da hat er sich in den Spielen, die er machen durfte, noch gut verkauft", erinnert sich der HSV-Star.

    In Mailand war die Situation ähnlich. "Ich wollte dort bleiben, Trainer Allegri hatte mir gesagt, er setze auf mich. Doch dann kam Ibrahimovic und wir waren vier Leute für einen einzigen Platz - da habe ich die Konsequenzen gezogen", so Huntelaar rückblickend. Nun aber scheut er keine Konkurrenz mehr - selbstbewusst nimmt er den Kampf mit Robin van Persie in der Nationalelf auf und sondiert seine Optionen für einen großen Wechsel.

    "Ich werde mich im Winter entscheiden", beschied er "L'Equipe" abschießend - dann vielleicht schon als neuer Rekordtorschütze in der Nationalmannschaft und Achtelfinalist in der Champions League.

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