Doch bei aller Liebe: Die Bayern erwartet trotz des 2:1-Hinspielerfolges eine echte Herkulesaufgabe im Estadio Santiago Bernabéu
Nicht, weil der Zoff zwischen Franck Ribéry und Arjen Robben dem Erfolg als Störfeuer im Weg liegen könnte. "Wichtig ist, dass die Mannschaft das intern geklärt hat", erklärte Kapitän Philipp Lahm zu der Prügel-Affäre. "Damit ist die Sache vorbei. Jeder hat gesehen, was am Wochenende los war und deswegen ist die Sache gegessen."
Und deswegen gilt nun die geschlossene Konzentration dem Duell gegen Real Madrid, in dem die nüchternen Zahlen gegen die Bayern sprechen.
Auf europäischer Bühne waren die Bayern bislang neun Mal in der spanischen Hauptstadt bei den "Königlichen" zu Gast. Nur zwei Duelle konnten die Münchner gewinnen, sechs Mal hieß der Sieger Real.
Wenn das entscheidende Rückspiel einer K.o.-Runde in Madrid stattfand, kam drei Mal Real weiter und lediglich einmal der FC Bayern. Das war im Meistercup 1987, als Lothar Matthäus & Co. das Hinspiel in München klar mit 4:1 gewonnen hatten und die 0:1-Niederlage bei den Königlichen verschmerzbar war.
Sieben Mal kam es schon vor, dass die Bayern mit einem 2:1-Heimspielerfolg ins Rückspiel eines Champions-League-Halbfinals gingen. Nur zwei Mal reichte das nicht für die nächste Runde: beide Male gegen Real.
In Madrid benötigt man allerdings keine zusätzlichen Statistiken, um siegesgewiss zu sein. Die Zuversicht speist sich aus dem ureigenen Selbstverständnis, vor allem nach dem meisterschaftsentscheidenden "Clásico"-Sieg gegen den FC Barcelona am Wochenende.
"In Spanien vertraut man voll und ganz auf die Stärke von Real", meint

Bayern sei in Reals Vergangenheit zwar meistens ein unbequemer Gegner gewesen, meint Ruiz, "doch der 'Clásico'-Sieg ist ein riesiger Motivationsschub. Reals Chancen gegen Bayern standen trotz des 1:2 meiner Meinung nach noch nie so gut."
Mario Gomez kontert derlei Einschätzung mit dem eigenen bajuwarischen Selbstbewusstsein. "Ich habe keine Angst oder Ehrfrucht vor Real Madrid." Wenn man es wieder so gut spielen würde wie im Hinspiel, dann wäre der Weg ins Finale frei, meint Bayerns Top-Torjäger, der nicht nur bei sich selbst ein elektrisierendes Kribbeln verspürt.
"Es ist schon ein anderes Gefühl, wenn man gerade durch die Stadt geht oder im Restaurant sitzt. Die Leute fiebern dem Spiel entgegen, jeder wünscht einem Glück, schenkt einem ein Lächeln und sagt: 'Haut sie weg!'"
An Chelsea London oder den FC Barcelona möchte Gomez darüber hinaus übrigens noch nicht denken: "Erst mal Real schaffen, das wird schwer genug. Danach sehen wir weiter."

