Doch wer ist dieser 40-Millionen-Mann?
Der 23-jährige Baske wurde im Sommer 2006 für eine Ablösesumme von sechs Millionen von Osasuna CA an Athletic Bilbao verkauft und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der größten Talente im Land des Welt- und Europameisters entwickelt. "Er ist ein junger und hochveranlagter Spieler", weiß Alvaro Ferreres von Eurosport Spanien zu berichten. "Besonders im vergangenen Jahr hat Martinez einen großen Sprung in seiner Entwicklung gemacht."
Martinez ist in der Defensive flexibel einsetzbar, seine Stärken hat er in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld. Eben einen solchen Sechser sucht der FC Bayern noch. Zudem hat man bei den Münchenern in der vergangenen Saison gesehen, wie schnell eine Lücke in der Innenverteidigung entstehen kann. Da passt Martinez bestens ins bayerische Anforderungsprofil.
Aber ist ein solcher Spieler auch 40 Millionen Euro wert? "Er kann auf verschiedenen Positionen spielen, das macht ihn für eine Mannschaft immer interessant und wertvoll", erklärt Eurosport-Redakteur Ferreres. "Zudem ist er körperlich stark - aber 40 Millionen Euro sind eigentlich für fast jeden Spieler zuviel Geld." Dennoch glaubt der Spanien-Experte, dass sich Martinez beim FC Bayern durchsetzen kann. "Man darf nicht vergessen, dass er mit Spanien Welt- und Europameister geworden ist - das macht selbstbewusst. Außerdem hat Martinez hohe Ansprüche an sich selbst. Daher bin ich mir sicher, dass er für den Schritt gerüstet ist und sich auch bei einem so großen Klub wie dem FC Bayern durchsetzen wird."
Hoeneß gibt sich optimistisch
"Ich denke, wir werden in den nächsten Tagen erfahren, ob es klappt oder nicht", gab sich Hoeneß optimistisch und fügte hinzu: "Ich bin informiert über die Dinge, die da laufen und würde mich sehr freuen, wenn das klappen könnte. Ob es schon geklappt hat, weiß ich nicht".
Bilbao verlangt angeblich eine Ablöse von 40 Millionen Euro für Martínez. Der FC Bayern wollte diese Rekordsumme für einen Spieler jedoch nicht zahlen. Der "Bild" zufolge will der 23-Jährige jährlich auf zwei Millionen Euro seines Gehalts verzichten, um den Transfer zu ermöglichen.
Martínez überzeugt als Unterhosen-Model
Der sportliche Wert des Jungstars ist unbestritten, neben seinen fußballerischen Fähigkeiten weiß Martínez aber auch abseits des Platzes zu überzeugen.
Seinem Spitznamen "Der Schöne aus dem Norden" wurde er im vergangenen Jahr gerecht, als er für das Mode-Label "Soy" als Unterwäsche-Model arbeitete und sein durchtrainierter Körper landesweit an Plakatwänden zu bewundern war. Tipps für diesen Nebenjob wird er sich bei seiner Lebensgefährtin Maria Imizcoz geholt haben, die ebenfalls als Fotomodell tätig ist.
Ob seine Freundin allerdings so erfreut über die Bilder war, die im März vom spanischen Internetportal "Qué.es" verbreitet wurden, darf bezweifelt werden. Dort sind Martinez und Teamkollege Iker Muniain zu sehen - dazu mehrere junge Frauen. Eine davon war Carolina Abril, eine bekannte Porno-Darstellerin. Die jedoch wiegelte ab: "Das ist nur ein Foto, da ist gar nichts passiert. Ich habe auch noch ein Privatleben, in dem ich Dinge tue, die mir Freude machen - wie normale Menschen eben."
Ein neuer "Kaiser" für die Bayern?
Martínez selbst spielt in seiner Freizeit gerne Basketball und ist als leidenschaftlicher Gitarrenspieler auch musikalisch begabt. Daneben ist er heimatverbunden, betreibt unter anderem ein Restaurant im baskischen Aiegi. Dort wird er "der Kaiser von Aiegi" genannt.
Noch hat der FC Bayern keinen neuen "Kaiser", die Vollzugsmeldung scheint aber unmittelbar bevorzustehen. Athletic Bilbao hüllt sich zwar zu den Berichten über einen möglichen Wechsel in Schweigen, allerdings heizte Martínez die Spekulationen über einen Transfer zusätzlich an.
Er wurde am Mittwochabend bei einem Testspiel in Barakaldo zur Halbzeit ausgewechselt und verließ nach Angaben der Nachrichtenagentur "Efe" daraufhin mit einem Privatwagen das Stadion. "War das der letzte Einsatz von Javi Martínez bei Athletic?", fragte die Lokalzeitung "Deia".
Weggang wäre sportliche Katastrophe
Das Madrider Sportblatt "As" berichtete, Athletic verlange, dass der Weltmeister den Scheck über die vertraglich festgesetzte Ablösesumme von 40 Millionen Euro persönlich bei der spanischen Profi-Liga (LFP) vorlege. Damit wolle der Verein deutlich machen, dass die Auflösung des bis 2016 laufenden Vertrags einseitig von dem Spieler ausgegangen sei.
Für den Klub wäre der Weggang des Weltmeisters eine sportliche Katastrophe. Athletic verlöre damit innerhalb weniger Tage bereits seinen zweiten Nationalspieler. Zuvor hatte bereits Torjäger Fernando Llorente bekanntgegeben, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde.
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