Der FC Bayern München hat die erste große Hürde des Champions-League-Jahres mit Bravour gemeistert. Das Team von Jupp Heynckes knüpfte nahtlos an die Leistung vom Spiel gegen Hoffenheim an und bot Fußball der Extra-Klasse. Franck Ribéry spielte phasenweise wie im Rausch, sodass sein Gegenspieler Markus Steinhöfer einem nur Leid tun konnte. Der Franzose setzte sich mit seinen Tempo-Dribblings immer wieder durch und bediente im Sturmzentrum Mario Gomez. Der Nationalstürmer machte genau das, wofür man ihn einst vom VfB Stuttgart geholt hatte und schraubte seine Torquote in der Champions League auf unglaubliche 18 Treffer in den letzten 13 Spielen.
Auf der rechten Seite stand Arjen Robben seinen Kollegen kaum nach, nahm den Bayern mit dem frühen 1:0 die Anspannung und markierte schließlich den Endstand. Der Schachzug von Heynckes, Bastian Schweinsteiger zunächst auf der Bank zu lassen, ging auf. Auch ohne ihren Mittelfeld-Motor lief das Spiel der Bayern reibungslos. Nach seiner Hereinnahme zeigte der Nationalspieler allerdings, dass es für seinen Trainer in den kommenden Wochen schwer wird, ihn nicht in die Startelf zu berufen.
Der FC Basel kam mit 10.000 Anhängern und der großen Hoffnung auf eine Sensation nach München. Diese Hoffnung mussten die Basler jedoch früh begraben. Anfangs zeigte Xherdan Shaqiri, warum die Münchner für den Schweizer Youngster zur nächsten Saison tief in die Tasche gegriffen haben. Mit zunehmender Spielzeit tauchte er - wie seine Teamkollegen - aber mehr und mehr ab. Marco Streller und Alexander Frei mühten sich in der ersten Hälte, waren aber bei Jérôme Boateng und Geburtstagskind Holger Badstuber in guten Händen. Einzig Cabral im defensiven Mittelfeld kämpfte über 90 Minuten und spielte physisch stark. Für das Team von Heiko Vogel endet damit eine äußerst erfolgreiche Champions-League-Saison mit einem Nackenschlag. Dennoch können die Schweizer voller Stolz auf ihre Leistungen zurückschauen, denn wer hätte ihnen vor der Spielzeit zugetraut Manchester United auszuschalten?
12. Fast das 2:0 für die Bayern! Gomez kommt von halblinks in den Strafraum und schießt aus acht Metern. Sommer reagiert glänzend und verhindert einen höheren Rückstand.
23. Robben schlägt eine Ecke von rechts hoch an den Fünfer. Müller setzt sich im Kopfballduell durch und wuchtet das Leder aufs Tor. Was für ein Reflex von Sommer, der den Ball gerade so noch vor der Linie erwischt.
40. Shaqiri passt auf links raus zu Streller, dieser flankt aus vollem Lauf auf den zweiten Pfosten. Alex Frei rauscht heran und bringt die Kugel per Dropkick aufs Tor der Bayern. Ganz knapp drüber!
In nur vier Tagen gelangen den Bayern zweimal sieben Tore. Das Spiel des FCB gegen den Schweizer Meister war es wie ein Orkan, der über die Basler Hintermannschaft hinwegfegte. Robben und Ribéry trumpften groß auf und Gomez vollstreckte eiskalt.
Der rechte Verteidiger der Gäste war wirklich nicht zu beneiden. Ribéry zeigte dem aus der Bayern-Jugend entsprungenen 26-jährigen seine Grenzen klar auf. Coach Vogel hatte nach 70 Minuten endlich ein Einsehen und erlöste Steinhöfer durch seine Auswechslung.
Bis zum 19. Mai sind es noch genau 68 Tage - an diesem Sonnabend findet in der Münchner Allianz Arena mit dem Champions-League-Finale wieder ganz großer Fußball statt. Ob es der FC Bayern dorthin schafft, steht noch in den Sternen, aber nach der heutigen Demonstration ihrer Stärke sind sie wieder in den engeren Kreis der Favoriten gerutscht.

