Nach dem vierten Versuch lag Bayer vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion sogar auf dem Silber-Rang. Doch Gold eroberte Rutherford: Der Favorit gewann mit 8,31 Metern vor dem Australier Mitchell Watt (8,16) und Will Claye aus den USA (8,12).
Fünfter in einem Olympia-Finale ist eine vorzeigbare Leistung. Dabei hatte sich Bayer vor seinem zweiten Olympia-Start eher bedeckt gehalten und im Gegensatz zu Ex-Europameister Christian Reif vollmundige Ansagen vermieden.
"Meine Eltern haben gesagt, der Wille steht nur vor der Tür. Ich träume von einer Medaille, kann dann vielleicht mit Platz vier zufrieden sein", meinte er. Bayer muss dabei an Peking gedacht haben: Denn vor vier Jahren landete er nur auf dem 23. Platz.
Für Furore hatte der beste deutsche Weitspringer am 8. März 2009 bei der Hallen-WM in Turin gesorgt: 8,71 Meter, der Titel im letzten Versuch, kein Europäer ist bis heute in der Halle weiter gesprungen, in der Welt überhaupt nur der große Amerikaner Carl Lewis (8,79). Zum deutschen Freiluft-Rekord von Lutz Dombrowski (8,54) fehlen dem Schützling von Bundestrainer Uwe Florczak nur fünf Zentimeter. Die letzten Medaillen für deutsche Weitspringer hatten 1980 in Moskau die DDR-Athleten Lutz Dombrowski (Gold) und Frank Paschek (Silber) geholt.
Christian Reif fehlte im Finale. Der Europameister von 2010 hatte Pech, denn er war in der Qualifikation der erste Verlierer. Platz 13 und 7,92 Meter reichten nicht. Besonders bitter: Auch 8,71-Meter-Springer Bayer schaffte nur 7,92, aber auch mit seinem zweitbesten Sprung lag er vor Reif. Auch Peking-Olympiasieger und Ex-Weltmeister Irving Saladino aus Panama war tief enttäuscht: Nach drei Fehlversuchen war der Traum vom zweiten Gold geplatzt.
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