Als Grund hatte der Club in einer Pressemitteilung "unterschiedliche Auffassungen über die Führung und Weiterentwicklung der Mannschaft" genannt. Bauermann deutete an, dass es diese unterschiedlichen Auffassungen gegeben habe. Weiter äußern wollte sich der ehemalige Bundestrainer aber nicht. "Ich bitte um Verständnis, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts weiter sagen will. Auch ich muss das erst einmal verarbeiten", sagte er. Bauermann hatte die Bayern 2010 in der Zweiten Liga übernommen und auf Anhieb zum Aufstieg in die Bundesliga geführt.
Zusammen mit dem erfahrenen Coach, der als einer der erfolgreichsten Trainer in Deutschland gilt und mit Bayer Leverkusen und Bamberg insgesamt neun deutsche Meisterschaften holte, wollten die Bayern so schnell wie möglich in die europäische Spitze vorpreschen.
"Für Dirk ist es hart"
In der vergangenen Saison schieden die Münchner allerdings bereits in der ersten Runde der Playoffs aus.
Auch bei der Bundesliga-Konkurrenz wurde die Bauermann-Beurlaubung aufmerksam registriert: "Für Dirk ist das hart, weil ich weiß, was er für ein Kämpfer ist und wie viel er investiert. Das ist sicher eine ganz harte Pille für ihn", sagte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi. Bei der Teamführung wurde Bauermann intern ein zu nachsichtiger Umgang mit Spielern bei disziplinarischen Verstößen vorgehalten. Die Vereinsführung sorgte sich wegen Disco-Besuchen einiger Profis um die "Außendarstellung", wie Rauch sagte: "Wir sind nicht irgendein Club in der Republik."
Wenn ein Spieler den Verein "nach außen dauerhaft schädigt, ist er ganz schnell weg", mahnte der Vize. "Die Spieler stehen jetzt in der Verantwortung, auf dem Spielfeld und abseits des Spielfeldes", ergänzte Sportdirektor Pesic. Bayern setzen auf Christopoulos
Als Nachfolger von Bauermann soll dessen bisheriger Assistent Yannis Christopoulos die Bayern an die nationale Spitze führen. Der Grieche erhielt einen Einjahresvertrag.
"Wenn wir die Ziele ändern würden, hätten wir gestern eine falsche Entscheidung getroffen", sagte Vizepräsident Bernd Rauch am Freitag bei einer Pressekonferenz. "Ich bin überzeugt, dass Yannis es im Kreuz hat", bemerkte Pesic zur durchaus mit Risiken verbundenen Beförderung von Christopoulos, der einen Einjahresvertrag erhält. Er soll der Mannschaft auch wieder mehr Disziplin abseits des Spielfeldes verordnen. "Ich kann nicht sagen, ob wir besser sind als ALBA Berlin oder Bamberg. Ob es für die Meisterschaft reicht, weiß ich nicht. Aber das Potenzial haben wir", betonte Pesic. Rauch bestätigte ohne konkrete Benennung von Details noch einmal, dass eine gemeinsame Basis mit Bauermann nicht mehr bestanden hatte.
"Etwas zu konstruieren, ist abenteuerlich"
"Die Positionen waren nicht mehr auszugleichen", erklärte er. "Ob der Zeitpunkt gut oder schlecht war, wird die Zukunft zeigen."
Gerüchte, wonach die Bayern an einer Verpflichtung von Nationaltrainer Svetislav Pesic interessiert seien, wies Vizepräsident Bernd Rauch zurück. "Es war zu keinem Zeitpunkt ein Thema, jemanden anderen zu holen. Da etwas zu konstruieren, ist abenteuerlich", sagte Rauch.
Ob Christopoulos, der 2010 mit Apoel Nikosia zypriotischer Meister wurde, das ambitionierte Basketball-Projekt des deutschen Fußball-Rekordmeisters länger als übergangsweise als Trainer anführen wird, muss die Zukunft zeigen. "Christopoulos ist auch eine Persönlichkeit, eine andere als Bauermann. Er muss jetzt Gesicht zeigen", sagte Rauch. Unter Bauermann waren die Bayern in ihrer ersten Bundesliga-Saison bereits in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden.
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