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    Badelj exklusiv: "Der HSV gehört nach oben"

    Im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de blickt Milan Badelj nach seinem Wechsel von Dinamo Zagreb zum Hamburger SV auf seine neue Zukunft, das Derby gegen Werder Bremen und den Wechsel von Rafael van der Vaart.

    Herr Badelj, wie froh sind Sie nach dem ganzen Transfer-Hickhack über den bevorstehenden Wechsel von Dinamo Zagreb zum HSV?

    Milan Badelj: Sehr froh. Das ist ein großer Schritt in meiner Karriere. Der nächste, den ich machen wollte. Ich will jetzt so schnell wie möglich für den HSV auflaufen und der Mannschaft helfen, so gut ich kann.

    Nachdem Sie die ganze Vorbereitung verpasst haben, wird es nicht gerade leicht sein, sich in die Mannschaft zu spielen und zu integrieren.

    Badelj: Ich wäre viel lieber schon früher nach Hamburg gekommen, aber Dinamo hat mich nicht gelassen, da der Klub unbedingt in die Champions League will.

    Wie plant Trainer Thorsten Fink mit Ihnen? Auf welcher Position sehen Sie sich - acht oder zehn?

    Badelj: Natürlich haben wir auch darüber gesprochen: Ich kann zwar hinter den Spitzen spielen, bevorzuge die Doppelsechs aber mehr, da ich dort auch in der kroatischen Nationalmannschaft spiele. Wenn der Coach aber will, dass ich halblinks oder halbrechts spiele, kann ich das auch.

    Bei Dinamo sind Sie Kapitän und Führungsspieler - und das mit 23 Jahren.

    Badelj: Ich stelle mich immer in den Dienst der Mannschaft und scheue mich nicht voranzugehen. Ich gebe immer alles für den Erfolg und dafür müssen alle ausnahmslos an einem Strang ziehen.

    Durch die Abgänge von Mladen Petric, Paolo Guerrero sowie David Jarolim hat der HSV viel an Erfahrung verloren.

    Badelj: Der Verein hat vergangene Saison diesen Weg eingeschlagen, sein Team sukzessive zu verjüngen - und hält daran weiterhin fest. In der jungen Mannschaft steckt viel Potenzial - aber auch genügend Erfahrung (Adler, Westermann und Aogo). Mir war das von Anfang an bewusst und ich bin bereit, diesen Weg mitzugehen, weil im Verein Enthusiasmus und Euphorie herrscht.

    Gegen Maribor haben Sie im Hinspiel der Champions League ihr letztes Spiel für Dinamo Zagreb bestritten. Das muss sehr emotional für Sie gewesen sein?

    Badelj: Auf jeden Fall – das ging mir sehr nahe. In diesem Verein bin ich groß geworden, war ich Kapitän und bin zum Nationalspieler Kroatiens geworden. Die Ereignisse im Spiel haben sich zudem überschlagen – ein Gefühlschaos seinesgleichen. Ein Eigentor, eine gelbe Karte und dann noch der wichtige Siegtreffer zum 2:1, der uns die Tür zur Champions League weit aufgemacht hat. Mein letztes Heimspiel im Stadion Maksimir vor den frenetischen Dinamo-Fans werde ich nie vergessen.

    Im Rückspiel folgte ein 1:0-Erfolg. Dinamo steht zum zweiten Mal hintereinander in der „Königsklasse" - ein Riesenerfolg. Sie dagegen wechseln in die Bundesliga zum HSV, der gegen den Abstieg kämpft.

    Badelj: Für Zagreb ist die Champions League ein Riesenerfolg und ich bin stolz ein Teil davon gewesen zu sein. Doch nun freue ich mich umso mehr auf Hamburg, da ich erhobenen Hauptes Zagreb verlassen kann. Mir kann niemand etwas vorwerfen. Und der Wechsel in die Bundesliga ist für mich jetzt genau der richtige Schritt in meiner Karriere. Abstiegskampf – nach der Auftaktniederlage gegen Nürnberg sollte man nicht gleich wieder den Teufel an die Wand malen. Ich sehe viel Potenzial in der Mannschaft.

    Aber die 0:1-Niederlage in Nürnberg zeigte, dass wenig spielerische Klasse im Team steckt.

    Badelj: Ich habe das Spiel natürlich verfolgt. Hamburg hatte auch seine Chancen, nur wurden diese nicht genutzt. Nürnberg war nicht überlegen, hatte aber das Quäntchen Glück, um den Dreier einzufahren.

    Sie sind kein ausgemachter Zehner, können aber mitunter diese Position auch spielen. Wie wollen Sie dem Offensivspiel ihren Stempel aufdrücken?

    Badelj: Ich muss erst mal mit der Mannschaft trainieren und sehen, was der Trainer von mir verlangt. Allerdings kann ich auch von der Doppelsechs das Spiel ankurbeln. Das ist bekanntermaßen auch meine Lieblingsposition, wo ich das Spiel vor mir habe.

    Coach Fink hat wegen ihrer Vorstellung am Mittwoch extra das Training auf den Nachmittag verlegt. Außerdem hat er angekündigt, Sie und den zweiten HSV-Neuzugang Petr Jiracek von Anfang an zu bringen.

    Badelj: Jetzt bin ich erst mal in Hamburg angekommen. Lassen Sie uns die ersten gemeinsamen Trainingseinheiten mit meinen neuen Spielern abwarten, dann können wir weitersehen. Wenn der Trainer mich bringen will - ich steh voll im Saft, bin topfit und bin bereit zu spielen.

    Haben Sie keine Bedenken wegen der Abstimmung in der Mannschaft? Sie kennen das System von Fink ja noch nicht?

    Badelj: Hamburg spielt in einem 4-2-3-1-System, das haben wir bei Dinamo auch gespielt. Natürlich hat jeder Trainer seine Eigenheiten und Feinheiten. Wenn ich spielen sollte, werde ich alles geben und mich in den Dienst der Mannschaft stellen.

    Ihr erstes Spiel ist das Nord-Derby gegen Werder Bremen.

    Badelj: Das ist vergleichbar mit dem kroatischen Derby zwischen Dinamo und Hajduk Split, das heißt, ich weiß, wie man sich in hitzigen Derbys zu verhalten hat. Jeder Spieler geht doppelt motiviert in so ein Spiel.

    Erst das Pokal-Aus, dann die Auftaktpleiten zum Saisonstart - Bremen und der HSV sind jetzt zum Siegen verdammt.

    Badelj: Natürlich wollen wir den Dreier, doch es wird kein leichtes Spiel. Werder hat eine neue, junge Mannschaft, die nur knapp gegen Dortmund verloren hat. Doch wir werden alles geben, um unsere Fans nicht zu enttäuschen.

    Wie wichtig wäre ein Sieg in Bremen?

    Badelj: Ein Erfolg gegen Werder würde die Kritiker erst einmal verstummen lassen. Darauf ließe es sich dann aufbauen, vor allem mit der nötigen Ruhe dafür.

    Ist Rafael van der Vaart das fehlende Mosaikstückchen für den HSV-Aufschwung?

    Badelj: Solch ein Top-Spieler steht jeder Mannschaft gut zu Gesicht, umso mehr freue ich mich, mit ihm beim HSV zusammenzuspielen.

    Was hat Ihnen Ivo Ilicevic über die Stadt und den Verein erzählt?

    Badelj: Nur das Beste. Ivo schwärmte von der Stadt und dem Klub. Hamburg ist eine der schönsten Städte Deutschlands und der HSV ein Traditionsverein, der noch nie aus der Bundesliga abgestiegen ist. Ich freue mich jetzt schon drauf - vor allem auf die Atmosphäre im Stadion und die tollen Fans.

    Wen oder was haben Sie in Hamburg schon gesehen?

    Badelj: Ich habe in Hamburg vor zwei Wochen erfolgreich den Medizincheck absolviert und meinen Vertrag unterschrieben. Aber das wenige, was ich von der Stadt gesehen habe, gefällt mir sehr gut. Mit der Mannschaft habe ich jetzt zweimal trainiert und es hat richtig Spaß gemacht. Ich wurde sehr gut aufgenommen.

    Kennen Sie neben ihrem Nationalmannschaftskollegen Ilicevic noch andere HSV-Spieler?

    Badelj: Ivo und Gojko (Kacar) kenne ich persönlich - Westermann auch. Wissen Sie, ich verfolge seit Jahren die Bundesliga und wollte schon immer in einer der fünf Top-Ligen Europas spielen. Daher kenne ich auch fast jeden HSV-Spieler und die meisten Bundesliga-Spieler.

    Vergangene Saison ist Hamburg knapp dem Abstieg entgangen - was ist dieses Jahr möglich?

    Badelj: Für mich persönlich ist das Wichtigste, dass wir als Mannschaft immer das Maximum herausholen. Wenn wir gemeinsam die Meisterschaft als Ziel ausloben, bin ich dafür, ist es die Champions League - genauso - Europa League, dann eben Europa League. Wenn wir bis an die Grenzen gehen und kämpfen bis zum Umfallen, kann uns niemand etwas vorwerfen. Ich werde alles für den Klub, den Trainer und das Team geben.

    Kann der HSV denn überhaupt vorne mitspielen und wer sind die Konkurrenten um Europa?

    Badelj: Die Liga ist sehr stark und ausgeglichen. Um den Titel spielen Bayern und Dortmund, vielleicht mischt noch ein Dritter mit. Dahinter spielen 6-8 Mannschaften um Europa - und der HSV gehört auf jeden Fall dorthin.

    Vielen Dank für das Gespräch, Herr Badelj.

    Badelj (auf Deutsch): Bitteschön!

    Ach, Sie können auch schon Deutsch!

    Badelj (lacht): Nur ein paar Brocken wie die Zahlen, die Tage und Monate - und eben Danke, bitte, usw. Ich werde aber schnellstmöglich Deutsch lernen, um mich ins Team besser zu integrieren. Die Fußballkommandos versteht man ja in fast jeder Sprache (und grinst wieder).

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