Die Lehren:
Zu Beginn der Begegnung merkte man dem Team von Jürgen Klopp den Willen an, es in dieser Champions-League-Saison besser zu machen als im Vorjahr. Doch schnell verflog die Courage und Ajax dominierte das Spielgeschehen und die Dortmunder konnten sich bei Roman Weidenfeller bedanken, dass man nicht Rückstand geriet.
Erst im zweiten Durchgang kam das spielerische Element beim deutschen Meister zum Tragen. Mario Götze und Marco Reus fanden besser in die Partie und auch das Polen-Trio mit Jakub Blaszczykowski, Lukasz Piszczek und Torjäger Robert Lewandowski brachte sich stärker ein. Beim Siegtreffer zeigt Lewandowski seine ganze Klasse, behielt die Ruhe und belohnte seine Mannen für die Schlussoffensive.
Mit dem Heimsieg gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner hat Dortmund den Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit in der Königsklasse gelegt und kann nun ohne extremen Druck zum englischen Meister nach Manchester reisen. Der verschossene Elfmeter von Mats Hummels wurde so zur Fußnote und nicht zum Hauptgesprächsthema.
Frank de Boers junges Team verkaufte sich mehr als teuer. Christian Eriksen stellte unter Beweis, warum ihn viele Top-Klubs auf dem Zettel haben und setzte seine Nebenmänner immer wieder in Szene. Als Taktgeber und Leitwolf bot Christian Poulsen eine überragende Vorstellung. Der Ex-Schalker ließ sich immer wieder weit fallen, um den Spielaufbau aus der Defensive zu organisieren. Mit Ryan Babel wusste ein weiterer ehemaliger Bundesligaspieler zu überzeugen. Wenn die Niederländer im Sturm etwas mehr Kaltschnäuzigkeit an den Tag legen, können sie die "drei Großen" der Gruppe sicherlich hin und wieder ärgern.
Die Stimmen:
Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Es war ein unglaubliches Spiel. Der Gegner war fußballerisch hoch talentiert. Aber wir haben kurz vor Schluss ein herrliches Tor geschossen. Wir entwickeln uns weiter und sind sehr zufrieden."
Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Es war ein ganz schwacher Elfer. Er sollte hart, hoch in die Mitte. Gelandet ist er schwach unten rechts. Man sollte sich nicht im letzten Moment anders entscheiden. Lewandowski hat mir das Spiel gerettet."
Marco Reus (Borussia Dortmund): "Mit drei Punkten in die Champions-League-Saison gestartet gibt uns sehr viel Selbstvertrauen für die kommenden Wochen."
Die Höhepunkte:
12. Gündogan verliert die Kugel an der Mittellinie an Babel. Dieser legt weiter zu Eriksen, welcher freie Bahn auf Weidenfeller hat. In letzter Sekunde ist der Torwart da und verhindert den Rückstand.
14. Götze nimmt das Leder im Sechzehner geschickt mit - Moisander hält ihn am Trikot, sodass der Youngster nicht richtig abschließen kann. Die Pfeife des Referees bleibt stumm! Götze diskutiert mit dem Torrichter, welcher keinerlei Anstalten macht, irgendetwas zu unternehmen.
31. Herrlicher Flugball von Hummels auf Lewandowski. Vermeer stürzt auf dem Kasten und der Pole versucht es von der linken Strafraumkante mit einem Heber. Knapp daneben!
35. Schneller Konter der Niederländer. Weidenfeller grätscht außerhalb des Strafraums und erwischt das Leder, aber die Gefahr ist nicht gebannt. Der Keeper setzt weiter nach, statt in seinen Kasten zurückzukehren, aber ohne Chance auf den Ball. Diesen bekommt Babel, aber dessen Versuch die Kugel in leere Tor zu bringen verhindern gleich zwei Verteidiger.
48. Doppelchance für Ajax. Nach der Ecke kommt de Jong aus acht Metern frei zum Schuss - Weidenfeller macht sich breit und kann klären. Kurz danach ist Babel völlig frei am Fünfer und kommt zum Kopfball - drüber! Sowohl Hummels als auch Subotic sehen schlecht aus.
50. Die beste Szene von Reus bisher. Der Neuzugang legt auf der rechten Seite geschickt weiter in den Rückraum zu Lewandowski. Dieser dringt in die Box ein, schöner Haken und der Abschluss mit rechts. Der Schlenzer verfehlt sein Ziel.
57. Götze mit dem Solo in den Sechzehner - van Rhijn will klären, aber geht ungeschickt zu Werke und holt den Dortmunder von den Beinen. Tagliavento gibt Elfmeter. Hummels übernimmt die Verantwortung. Der Innenverteidiger läuft an und schiebt den Ball flach nach rechts. Vermeer hat die Ecke und das Leder in den Händen. Ganz schwach geschossen!
87. TOOOR für Dortmund! Kurz vor Ende schlägt der Torjäger zu! Piszczek legt per Kopf nach Gündogans Flanke in an den Elfmeterpunkt. Lewandowski setzt gegen Alderweireld seine Körper ein und verschafft sich Platz. Eine Schussfinte und er hat freie Bahn - diese nutzt der Pole und jagt das Leder zum 1:0 in die Maschen.
Der Kracher: Dortmunds Auftaktsieg
Die Hausherren rannten an – bis zur 87. Minute vergeblich. Bei einem Remis wäre das Wort "Fehlstart" sicherlich wieder auf der Agenda gewesen. So steht das Optimum auf der Habenseite und die Kritiker des BVBs sind ruhiggestellt.
Im Abseits: Hummels Elfmeter
Der Nationalverteidiger ging mutig voran, aber scheiterte auf ganzer Linie. Ohne Druck, ohne Präzision und im Endeffekt Gott sei Dank ohne Folgen verschoss Hummels den Strafstoß beim Stand von 0:0.
Die Statistik: 23
23 Mal schossen die Dortmunder auf den Kasten von Kenneth Vermeer. Allein Lewandowski versuchte es acht Mal. Sein letzter Abschluss brachte letztlich den umjubelten Siegtreffer.
VIDEO - Götze: "Das war ein guter Start für uns"
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