Sie gehört aber auch in den Kreis der Medaillen-Anwärterinnen für das Straßenrennen, das am Sonntag vor der Haustür der Queen am Buckingham Palace beginnt und endet. Als Zuschlag gönnt sich Judith Arndt von Donnerstag an auch noch einen Auftritt auf der Bahn im Team der Mannschaftsverfolgung.
"Mein Hauptziel ist natürlich das Zeitfahren. Aber das heißt nicht, dass ich mich am Sonntag schone - der Kurs liegt mir", sagte die Silbermedaillengewinnerin von Athen 24 Stunden vor dem Start des olympischen Straßenrennens der Frauen über 140 Kilometer.
Viele Eisen im Feuer
Bundestrainer Ronny Lauke ist taktisch für alle Eventualitäten gerüstet: "Es gibt mehrere Varianten, wie das Rennen laufen kann. Wenn es zum Massensprint kommt, haben wir mit Ina-Yoko Teutenberg eine der Schnellsten in der Welt, für andere Konstellationen hätten wir Judith oder Trixi Worrack."
Weniger der Silberglanz als vielmehr eine rüde Geste hatten Judith Arndt 2004 berühmt gemacht. Als sie in Athen auf Platz zwei über den Zielstrich rollte, reckte sie den ausgestreckten Mittelfinger in die Luft und wollte damit ihren Unmut über die deutschen Verbands-Funktionäre ausdrücken. Die hatten ihre Lebenspartnerin Petra Roßner nicht nominiert. Noch heute ist sich Arndt sicher: "Petra wäre Olympiasiegerin geworden."
Das deutsche Quartett wird es am Sonntag in London in erster Linie mit den Gastgeberinnen um die Goldmedaillengewinnerin von Peking, Nicole Cooke, den Italienerinnen und vor allem mit den Niederländerinnen zu tun bekommen. In deren Reihen fährt Topfavoritin Marianne Vos, die Olympia- und WM-Medaillen im Cross, auf der Bahn und auf der Straße sammelte.
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