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    Alaba: Angekommen im Kreis der Großen

    Alaba im Kreis der Großen

    Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen (twitter: @DanielRathjen)

    Mario Gomez wurde sofort heiter. Angesprochen auf die Leistung von David Alaba antwortete er mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen.

    "Ach, der David...", setzte der Stürmer des FC Bayern an, "er ist einfach ein Riesenfußballer", schwärmte er weiter.

    Allein das zeigt: Der junge Österreicher mit dem Wiener Schmäh genießt hohes Ansehen im Verein. Jetzt, da Bastian Schweinsteiger mit einem Außenbandriss mehrere Wochen ausfällt, bekommt er das Vertrauen des Trainers Jupp Heynckes auf der strategisch wichtigen Position im defensiven Mittelfeld.

    Alaba selbst ist im Umgang mit der Presse weiterhin sehr schüchtern, er versteckt sich in der Mixed Zone immer noch gerne unter großen "Beats by Dr. Dre"-Kopfhörern.

    Hungrig, ehrgeizig, fleißig

    Möglicherweise ist dieser Selbstschutz auch nicht ganz verkehrt, in den anstehenden entscheidenden Spielen in Liga und Champions League, in denen kein Ausrutscher erlaubt ist, muss er alles ausblenden und sich auf seine Aufgaben fokussieren.

    Die Rückendeckung von Heynckes ist ihm jedoch sicher. Der Coach spricht nur in höchsten Tönen von seinem 19-jährigen Juwel. "David ist ein Junge, der hungrig, ehrgeizig, fleißig ist", lobte er den hochtalentierten Linksfüßer zuletzt. Er fügte an: "Es ist nicht einfach, einen Bastian Schweinsteiger zu ersetzen, aber David hat mir sehr gut gefallen."

    Was er im defensiven Mittelfeld sehen will, ist jemand, der Dynamik erzeugt, die Bälle verteilt, das Tempo bestimmt und die Übersicht wahrt, während der zweite "Sechser" Schwerpunkte in der Defensivarbeit setzt.

    "Im Mittelfeld brauche ich unterschiedliche Spielertypen, die sich ergänzen. Bei Gustavo und Alaba bin ich zuversichtlich, dass es funktioniert", sagte Heynckes. Die Erfolge gegen Stuttgart (Pokal) und den 1. FC Kaiserslautern sind zwar keine Maßstäbe für die "Königsklasse", zeigen aber, dass er mit seiner Einschätzung richtig liegt.

    Das liegt nicht zuletzt daran, dass Alaba in den vergangenen Monaten den nächsten Schritt in seiner Entwicklung begangen hat. "Er ist reifer geworden", erkannte Heynckes. "Er liefert eine überragende Trainingsleistung ab und ist sofort da. Er ist hungrig, ehrgeizig, fleißig und versucht das umzusetzen, was man ihm sagt." Insgesamt habe er viel verändert in seinem Spiel und ernte nun die Früchte dafür.

    Im Spiel wird Alaba gesucht, die Kollegen merken, dass er mittlerweile auch ruhiger am Ball ist, nicht wie noch in der vergangenen Saison, sofort losstürmt und das Dribbling sucht. Auch bei Standards vertrauen die Bayern seinen Fähigkeiten. Eck- und sogar Freistöße darf er schießen. Mit einem Franck Ribéry und Arjen Robben in der Mannschaft ist das wahrlich keine Selbstverständlichkeit.

    FC Bayern hat wieder einen Plan

    Alles deutet darauf hin, dass es dem Rekordmeister diesmal besser gelingt, die Phase ohne Schweinsteiger erfolgreicher zu überstehen als im Jahr 2011.

    Mit der Rückkehr von Toni Kroos auf die Zehner-Position, Thomas Müller auf den rechten Flügel - zum Leidwesen von Robben - und eben Alaba und Gustavo ging es nach dem Holper-Start in die Rückrunde wieder aufwärts beim FC Bayern.

    "Insgesamt sind wir nun planvoller, druckvoller, zielstrebiger. Schon gegen Stuttgart war sichtbar, dass wir auch mal wieder bis zur Grundlinie vorgestoßen sind, den Pass in die Tiefe gespielt haben", analysierte Heynckes.

    Für tödliche Zuspiele soll auch Alaba weiterhin sorgen. Er ist Stammspieler, das erste Mal beim FC Bayern so richtig.

    Aber Heynckes wäre nicht Heynckes, wenn er nicht auch ein wenig mahnen würde: "Er steckt das gut weg, aber er hat auch Zeit gehabt, sich zu gewöhnen. Ich traue ihm viel zu, doch Vorschusslorbeeren bringen nichts, das Niveau bei uns ist sehr hoch, er muss das jeden Tag bestätigen."

    Dieser Satz fällt immer, wenn ein Talent angekommen ist. Angekommen im Kreis der Großen.

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