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    Bundesliga - Abwehr bleibt Nürnbergs Dauer-Baustelle

    Die Jahre gehen, das Problem bleibt: Der 1. FC Nürnberg sucht auch vor der Saison 2012/2013 wieder nach einem passenden Innenverteidiger-Duo und muss dabei gezwungenermaßen auf Jugend setzen. Dass das aber auch sehr gut funktionieren kann, bewies der "Club" zuletzt in zwei Jahren hintereinander.

    Dass Nürnberg auch diesmal zunächst mit dem Saisonziel "Klassenerhalt" in die Meisterschaft starten wird, daran ändert sich nichts. "Das hört sich vielleicht nicht sonderlich attraktiv an, ist aber mit Blick auf unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten das einzig realistische Ziel", erklärt Sport-Vorstand Martin Bader.

    Trainer Dieter Hecking will "den Verein dort hinbringen, dass er ohne Aufs und Abs in der Bundesliga spielen kann", ihn also im gesicherten Mittelfeld etablieren.

    Zuletzt gelang ihm das eindrucksvoll. Nachdem er im Frühjahr 2010 in der Relegation die Erstklassigkeit sicherte, führte er das Team 2011 auf Rang sechs und zuletzt im Mai auf Platz zehn.

    Maroh und Wollscheid sind weg

    Seine große Sommer-Baustelle blieb Jahr für Jahr dieselbe: die Innenverteidigung. 2010 ging es darum, wer neben Andreas Wolf aufläuft - Philipp Wollscheid machte im Verlauf der Saison das Rennen und avancierte zum Leistungsträger.

    2011 fragten sich die Fans dann, wie Hecking den Abgang von Wolf nach Bremen verkraften und das Loch neben Wollscheid schließen will - zunächst bekam Neuzugang Timm Klose den Zuschlag, dann lief ihm Dominic Maroh den Rang ab.

    Und diesmal? Diesmal muss Hecking gleich beide Innenverteidiger ersetzen, weil Maroh nach Köln und Wollscheid nach Leverkusen abgewandert ist.

    Zwei "Gescheiterte" mit zweiter Chance

    Im Trainingslager in Oberstaufen zum Auftakt der Vorbereitung sind diesbezüglich kaum Tendenzen zu erkennen. Aus Bukarest kam der 29-Jährige Marcos Antonio zum "Club", doch Hecking bremst: Man solle "abwarten, ob er gesetzt ist", so der Trainer. "Wir dürfen Pelle und Timm nicht unterschätzen."

    Timm, das ist Klose, hatte seinen Stammplatz im Vorjahr auf Grund eines Formtiefs verloren und rutschte ins Regionalliga-Team ab. Zuletzt überzeugte er Hecking aber bei einem Mini-Turnier in St. Gallen durch "Sicherheit und Präsenz". Dennoch steht hinter ihm ein großes Fragezeichen, denn der Schweizer wird einen Großteil der Vorbereitung verpassen, wenn er mit seiner Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London weilt.

    Pelle, damit meint Hecking Per Nilsson. Der 29-jährige Schwede war wie Klose bereits ein Mal Stammspieler in Nürnberg, wurde dann aber von Wollscheid verdrängt und verlor in der vergangenen Saison den Anschluss wegen einer Achillessehnenverletzung völlig. Nilsson kam zu lediglich drei Startelfeinsätzen, hat jetzt aber neues Selbstvertrauen: "Wenn ich mich konzentriere und alles gebe, dann spiele ich auch", ist er sicher.

    Oder richtet es wieder die Jugend?

    Doch Nürnberg hat sich in den vergangenen zwei mehr oder weniger erfolgreichen Saisons auch einen Namen damit gemacht, dass es immer wieder Jungstars hervorbrachte, die anschließend von großen Klubs umworben wurden. Das hat bei Julian Schieber und Ilkay Gündogan genauso funktioniert wie jetzt bei Wollscheid oder zuvor mit Stefan Reinartz oder Marcel Risse.

    Und Wollscheid ist das beste Beispiel dafür, dass auch unbekannte Junioren Lücken in der "Club"-Defensive exzellent schließen können. Diesem Beispiel will Noah Korczowski folgen. Der 18-Jährige ist mit dem FC Schalke 04 gerade zum U19-Meister geworden und will nun bei den Franken den nächsten Schritt machen.

    Auch im Angriff spielt Jugend eine Rolle

    Doch Hecking bremst erneut: "Der könnte ja noch A-Jugend spielen." Der Nürnberger Trainer hat bewiesen, dass er weiß, wie er mit jungen Spielern umgehen muss. Trotzdem betont er, dass der Einbau von Jugendspielern nicht erzwungen wird - und vor allem auch nicht immer sein erster Wunsch ist. "Man muss auch die Begebenheiten sehen", sagt Hecking und meint damit den finanziellen Rahmen in dem man sich in Nürnberg bewegt. "Etablierte Bundesligaspieler kosten eben mehr Geld", springt ihm Hanno Balitsch in den "Nürnberger Nachrichten" zur Seite.

    So lange es mit der Jugend aber gut funktioniert, wird sich bei den Franken aber niemand beschweren. Und dass es das tut, darauf dürfen die Fans auch in dieser Saison wieder hoffen. Denn Junioren-Nationalspieler Korczowski ist ebenso ein hoffnungsvolles Talent wie Angreifer Roussel Ngankam (18 Jahre), der von Hertha BSC nach Nürnberg kam, und der aus Wolfsburg ausgeliehene Sebastian Polter (21). Letzterer hat sich für die "Wölfe" in der vergangenen Bundesliga-Rückrunde sogar bereits als Torschütze einen Namen gemacht.

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