WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Abramowitsch kam ganz billig davon

    Fast eine Milliarde Euro hat sich Roman Abramowitsch seinen Champions-League-Triumph mit dem FC Chelsea kosten lassen. Doch das ist geradezu ein Schnäppchen gewesen, im Vergleich zu Real Madrid. Die "Königlichen" haben weit mehr investiert als der russische Oligarch - und trotzdem verloren.

    Von Petra Philippsen

    "Thanks a billion!", titelte der englische "Mirror" überschwänglich am Tag nach dem Husarenritt des FC Chelsea und bedankte sich damit eine Milliarde Mal bei Eigentümer Roman Abramowitsch für dessen Investitionen.

    Das 868-Mio-Euro-Schnäppchen

    Tränen habe der russische Oligarch in den Augen gehabt, berichtete Kapitän John Terry später, Freudentränen natürlich. Denn: "Er hat so viel rein gesteckt in den Klub für diesen Titel."

    In Zahlen lässt sich die Summe sogar genauer belegen: 868 Millionen Euro hat Abramowitsch seit seiner Übernahme im Jahr 2003 in den Londoner Klub investiert – ein horrender Betrag, doch die "BBC" hat ausgerechnet, dass er damit sogar noch günstig davon gekommen ist. Zumindest im Vergleich mit Real Madrid.

    Real tut alles für die zehnte Trophäe

    Die "Königlichen" buhlen seit 2002 darum, die prestigeträchtige Champions-League-Trophäe erneut und damit zum zehnten Mal in der Vereinsgeschichte hochhalten zu dürfen. Und dafür haben die Madrilenen in der letzten Dekade die stolze Summe von 938 Millionen Euro in Spieler investiert – also immerhin 70 Millionen Euro mehr als Abramowitsch. Genützt hatte es aber wieder nichts, für Real war im Halbfinale Endstation.

    Weiter hatte es auch der FC Barcelona im wichtigsten, europäischen Wettbewerb nicht gebracht. Doch zumindest konnten sich die Spanier darüber freuen, dass sie es mit der Hälfte der Investitionen bis in die Vorschlussrunde gebracht hatten. Denn Barcelona hat im vergleichbaren Zeitraum lediglich 589 Millionen Euro in den Aufbau der Mannschaft gesteckt. Doch Real Madrid hatte darunter auch enorme Einzelposten zu stemmen, wie die 94 Millionen Euro, die allein der Transfer von Cristiano Ronaldo aus der Premier League gekostet hatte – der teuerste der Geschichte.

    Barcelona gab nur halb so viel wie Real aus

    Und Kaka (ca. 65 Millionen Euro) und Karim Benzema (36 Millionen Euro) liegen im Luxus-Budget auch nicht viel weiter dahinter. "Wenn man sich nur die letzten drei Spielzeiten betrachtet, so hatte Real Madrid eine Nettoinvestition von 305 Millionen Euro. Zum Vergleich: Barca hat im gleichen Zeitraum etwa 187 Millionen aufgewendet", erklärte Wirtschaftsexperte José Maria Huch, der Autor des Buches "Barca-Real Madrid: Wettbewerb um die Führung im Fußball-Geschäft".

    Abramowitsch investierte 37 Millionen Euro in Didier Drogba, 58 Millionen in Fernando Torres, 38 Millionen in Essien und 46 Millionen in Andreij Schewtschenko – wie besessen davon, sich den Wunsch nach goldenen Zeiten für den FC Chelsea zu erfüllen. Der Wunsch hat am Ende 868 Millionen Euro gekostet. Ein Schnäppchen.

    TV-Tipp:

    Die schönsten Tore, die heißesten Duelle sowie Einschätzungen von Trainern und Spielern. Eurosport berichtet immer montags ab 17:30 Uhr in EUROGOALS über die aktuellsten Entwicklungen im Europapokal und den europäischen Top-Ligen.

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten