Die gute Nachricht zuerst. Mesut Özil wird immer besser. Nach seiner mäßigen Vorstellung gegen Portugal steigerte sich der Instinktfußballer beim zweiten Gruppensieg gegen die Niederlande.
Der Spielmacher braucht Vertrauen - ebenso wie Bastian Schweinsteiger, der den ersten Teil seines Vorschusskredits bereits mit zwei Torvorlagen an den Bundestrainer zurückgezahlt hat.
Hohe Spielintelligenz auf dem Platz
"Ich will immer erfolgreich sein und setze mir die höchsten Ziele", erklärte Özil vor Beginn der Europameisterschaft. Aber den höchsten Ansprüchen wurde der 23-Jährige (noch) nicht gerecht.
Im Spiel nach vorne bemüht, aber glücklos, versuchte der Real-Profi das Spiel des DFB-Teams zuletzt schnell zu machen. Er ist ein technisches Genie, der eine gegnerische Hintermannschaft komplett aushebeln kann.
Mit seinen präzisen Pässen und Dribblings war Özil in Madrid einer der Garanten für den Titelgewinn. Eine hohe Spielintelligenz zeichnet ihn aus, seine einzigartige Stärke will Joachim Löw auf dem Platz sehen.
Geniale Sachen am Ball gefordert
"Wir haben Mesut schon oft in Weltklasse-Form gehabt. Von daher glaube ich, dass er das in den nächsten Spielen zeigen wird", sagte der Bundestrainer. "Für die Mannschaft ist er extrem wichtig. Er ist immer anspielbar."
Özil kann mit dem Ball geniale Sachen veranstalten - und das ist der Anspruch, den nur die deutschen Fans an ihn stellen. Özil könnte der Superstar des Turniers werden, dafür muss er aber einen Gang höher schalten.
Die erste Chance zu glänzen, bietet sich bereits am Sonntag gegen Dänemark. Die Mannschaft von Trainer Morten Olsen wird gegen die offensiv starken Deutschen eher tief stehen, was Özil hinter den Spitzen mehr Freiräume lässt.
Özil selbstbewusst: "Titel gewinnen"
"Ich bin sehr optimistisch. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass viele Nationen bei der EM Erfolg haben wollen", erklärte der gebürtige Gelsenkirchener. "Wir wollen den Titel, aber das wollen andere Länder auch."
Im Kampf um Europas Krone und die Trophäe des besten Spielers muss Özil bei der EM die Anfälligkeit für seine Leistungsschwankungen abstellen und in jedem Spiel versuchen, Bestform auf dem Platz abzurufen.
Das wird alles andere als einfach, aber das Ziel ist klar. "Wir wissen, dass es sehr schwer werden wird, aber wir haben genug Selbstbewusstsein, um zu sagen, dass wir den Titel gewinnen wollen."
Im Moment schwankt er zwischen Mitläufer und Superstar.
EURO Show: Niederlande in der Klemme
TV-Tipp:
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