Fr 23.Apr. 12:20
Natürlich, von einem Duell auf Augenhöhe kann keine Rede sein. Wenn am Wochenende Borussia Mönchengladbach und Bayern München aufeinandertreffen, muss man schon die Zeitgeschichte bemühen, um darin noch einen echten Bundesliga-Klassiker zu erblicken.
Himmel, die Siebziger Jahre! Als auch auf dem Bökelberg serienmäßig die Meisterschale hochgehalten wurde und die Borussia mit ihren langhaarigen Flügelstürmern soviel besser zum Zeitgeist passte als die vergleichsweise biederen Bayern, galt die Borussia ein Jahrzehnt lang als der sympathische Gegenentwurf zum blasierten München.
Das ist lange her. Und vielleicht mag sich der eine oder andere am Niederrhein grämen, dass der Abstand zwischen den beiden Klubs, finanziell und sportlich, längst unaufholbar geworden ist. Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung bei Borussia Mönchengladbach sollte seine Stimmung aber sogleich wieder aufhellen. Denn so gut wie in dieser Saison ging es dem Klub schon seit langen Jahren nicht mehr.
Notorisch unterschätzt
Das ist nicht unbedingt am Tabellenstand abzulesen. Platz 12 mit 37 Punkten macht aus der Borussia keine Überraschungsmannschaft. Und dennoch hat sich der VfL in dieser Saison etwas geschaffen, dass ihm in all den Jahren zuvor gefehlt hat: eine mittelfristige sportliche Perspektive.
Die Mannschaft wirkt erstmals homogen, in sich gefestigt und mit dem nötigen Potential, sich in Zukunft ein wenig höher in der Tabelle orientieren zu können. Entwicklungsfähige Spieler wie der agile Stürmer Karim Matmour, der torgefährliche Mittelfeldmann Marco Reus ergeben in Kombination mit Routiniers wie Kapitän Filip Daems ein stimmiges Ensemble.
Das Verdienst, diese Mannschaft geformt zu haben, gebührt einem Trainer, der in der Vergangenheit schon beinahe notorisch unterschätzt wurde.
Sowohl bei Alemannia Aachen als auch bei Arminia Bielefeld wurde die ruhige, besonnene Art von Michael Frontzeck als mangelnde Durchsetzungsfähigkeit gegenüber den Funktionären fehlgedeutet. Und mindestens ebenso übel genommen wurde ihm zumindest in Bielefeld, dass er entgegen den Erwartungen die Arminia nicht kurzfristig als heißen Kandidaten für die Champions League sah. In Mönchengladbach kann Frontzeck offenbar anders, unaufgeregter, perspektivischer arbeiten.
Was sicher auch damit zu tun hat, dass der VfL in den Jahren zuvor Trainer in beeindruckender Menge verschlissen hat. Immer auf der Suche nach einem Coach, der die Borussia aus dem Elend einer Fahrstuhlmannschaft befreit. Am Ende war das nur ungemein kostspielig und brachte sportlich nur Stagnation.
Bis Michael Frontzeck kam.
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Ein Mann, der mit der deutschen Sprache seinen Lebensunterhalt verdient (na ja: bestreitet; verdient ist es nicht unbedingt), sollte eigentlich wissen, dass es in diesem Kontext "das Verdienst" und nicht "der Verdienst" heissen muss. Ist so ähnlich wie der Unterschied zwischen "das Schild" und "der Schild". Und das ist auch nach der Rechtschreibreform noch ein echter Unterschied, nachzulesen im Duden. Dieser Hinweis soll aber DAS Verdienst von Trainer Frontzeck in keiner Weise schmälern.
@ wolf von der wupper:
Deutschlehrer?
Hier gibt 's schlimmere Fehler.
Als Frontzeck geholt wurde war ich der Meinung, dass er der sichere Weg in Liga 2 ist. Immerhin hat er das vorher schon zweimal "eindrucksvoll" bewiesen. Ich revidiere meine Meinung und muss sagen: Ordentliche Leistung, wie er die Mannschaft hingekriegt hat. Vielleicht ist nächste Saison ja noch mehr drin ...
@ wolf:
Auch nach neuer deutscher Rechtschreibung heißt es "heißen", nicht "heissen". Nach lang gesprochenen Vokalkonstellationen bleibt es beim "ß". Unabhängig davon, ob es um "sehr warm" geht, oder, wie hier, der Sinn von "bedeuten" gemeint ist
. Noch etwas Stilkritik: Was soll das "eigentlich" in dem Kontext? Entweder muss man es als Profi wissen - oder nicht. Bevor man andere korrigiert, immer überprüfen, ob man's selbst drauf hat.
Warten wir mal die nächste Saison ab und sehen dann wie lange man in Gladbach den Frontzeck noch lieb hat. Da habe ich so eine gewisse Vorahnung.
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