Mauertaktik

Fränck von Schleck, Jürgen H. Nuta, Franco Persico

11 Amigos machen ernst

Mo 19.Okt. 08:46

Ungefährdeter Auswärtssieg für den FC Bayern beim Sportclub aus Freiburg. Wieder einmal griffen die alten Psychotaktiken des Rekordmeisters, der seinen Gegner an den Rand des Selbstmords brachte. Mauertaktik blickt zunächst zurück auf ein Duell der Vergangenheit.

Zwei Lebensentwürfe prallen aufeinander

Aufeinandertreffen von SCF und FCB waren immer schon von einer besonderen Brisanz geprägt, schließlich prallten bei solchen Gelegenheiten im Dreisamstadion nicht nur mitunter Golfbälle auf Torhüterschläfen, sondern zwei Lebensentwürfe aufeinander. Müsli frühstückende Stirnbandträger, die mit Fahrrad nebst Kindersitz zum Spiel radeln auf der einen Seite, bräsig-bajuwarische Selbstherrlichkeit auf der anderen, die sich in BMWs, Wohlstandsbäuchen und einer breiten Indianersprache Ausdruck verschafft (verständlich nur in und um den Freistaat herum).

Da barg es schon eine gewisse Ironie, dass damals ausgerechnet ein Golfball, des bayrischen Kaisers zweitliebstes Plaisirobjekt, den Keeper des FC Bayern blutrot sehen ließ. An jenem Abend und an diesem Vorfall offenbarte sich jedoch auch das ganze unfassliche Phänomen FCB, das kaum einer so eindrücklich verkörperte wie Oliver Kahn, der Wahnsinnigste in einer von Wahnsinn geprägten Zunft. Frisch getackert kehrte der Titan zurück zwischen die Pfosten und trieb die verspielten Breisgau-Brasilianer mit seinen Paraden fast in den Suizid.

Bayrische Zermürbungstaktik

Es ist die Zermürbung des personell schlechter aufgestellten, aber ungleich höher motivierten Gegners, die der deutsche Rekordmeister in Perfektion beherrscht. Zu bewundern erneut am Samstag. Nach dem Führungstreffer durch Bomber Junior (Klose hatte sich erneut für Altruismus statt Kopfballtor entschieden, Toni wie in der Kreisliga dilettiert) spielte der FCB seinen Stiefel runter und fuhr die Verunsicherungstaktik. Diese mündete dann in einem Eigentor der absurderen Sorte von Du-Ri Cha, der seinem berühmten Torjäger-Vater offenbar mit aller Kraft nacheifern will.

Wenn man einen solchen Spielverlauf bei Bayern-Spielen nicht schon 300 Mal gesehen hätte, wäre man vielleicht begeistert gewesen über die Lässigkeit, mit der die elf Amigos auf Münchner Seite den Sieg über die Zeit brachten. Zur vollendeten Demütigung gehörte noch das Zulassen des Anschlusstreffers in der 93. Minute, der den Freiburgern noch einmal bescheinigte, was sie längst schon verinnerlicht hatten, nämlich dass nur die Bayern entscheiden würden, wann ein Tor für die Heimmannschaft fällt.

Unterm Strich halten wir fest: Der FC Bayern ist wieder da, fährt ungefährdete Auswärtssiege ein und dürfte für den einen oder anderen Gegner ein Deja-Vu in petto haben.

--- Fränck von Schleck

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  • Bemerkung1 - 21 von 21
  1. immer wieder gut die mauertaktiker. auch im urlaub in italien gern gelesen.

    oskar.valentinVon oskar.valentin, am Mo 19.Okt. 09:51

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  2. Das mit der "Indianersprache" nehm ich euch übel!
    Zwar stimmts schon, dass unser Dialekt für Außenstehende schwer zu verstehen ist, aber wenn wird doch mal z. B. nach Freiburg schaun, da reden se auch nen saubern Kauderwelsch! Nicht nur des bayerische ist schwer verständlich, meine lieben Freunde!

    flobisleVon flobisle, am Mo 19.Okt. 10:35

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  3. So fährt man eben Punkte ein, wie früher;-)
    Trifft voll zu der Artikel!

    bvon_malekVon bvon_malek, am Mo 19.Okt. 10:43

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  4. *hihi sehr amüsant .. vorallem der Teil mit der indianersprache. Nachdem ich aus dem schönen Bundesland komme, in der Indianersprache gesprochen wird, kann ich dies durchaus zuordnen wie lustig dies sein kann.

    tobias.pfauVon tobias.pfau, am Mo 19.Okt. 10:45

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  5. Ich finde es Schockierend,wie abfällig hier in diesem Artikel über einen Weltmeister geschrieben wird(Luca Toni)ich finde er hat mehr Respekt verdient.
    Bayern hat einen 30Mio.Stürmer,der noch nicht mal einen stehenden offenen LKW trifft.
    Aber der Käsekopptrainer von FCB,hat keine Ahnung.

    antonio.baudoVon antonio.baudo, am Mo 19.Okt. 11:05

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  6. Naja ungefährdet ist für mich was Anderes! Wer das Spiel genauer gesehen hat, muss feststellen der FCB hatte über Spiel hinweg 2 richtige Torchancen, sprich 50% Chancenverwertung. Gegen ein Team von Bundesliga-Rookies und gerade mal 3%Wert des Bayernkaders (in Euro ausgedrückt) muss es eigentlich Chancen im Minutentakt geben, eine Angriffswelle nach der anderen. Das van Gall mit zwei 6ern vor der Abwehr aufläuft, lässt die neue Richtung erahnen. Zukünftig soll wohl erst einmal das Spiel der Gegener zerstört werden, bevor man sich um sein eigenes kümmert. Sprich von Dominanz und ungefährdetem Sieg kann man am Samstag nicht sprechen. Zugegeben war Freiburg auch eher wenig torgefährlich jedoch hätte das Spiel auch anders laufen können wenn Schuster den Kopfball aus 1m Torentfernung nicht noch 3Meter übers Tor semmelt.

    hgenzlingerVon hgenzlinger, am Mo 19.Okt. 12:12

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  7. Na ja, man muss ja zugeben das hier der sprichwörtliche Bayern-Neid sarkastisch
    ganz gut verpackt worden ist.

    se7enspadesVon se7enspades, am Mo 19.Okt. 13:00

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  8. ist es ein zufall, dass fränck von schleck und fränk schleck beide luxemburger sind und beinahe gleich heißen, aber nichts miteinander zu tun haben?!

    julilein_007Von julilein_007, am Mo 19.Okt. 13:11

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  9. Nicht bajuwarische Selbstherrkichkeit, sondern bayrische Gelassenheit ist das.
    In ganz Deutschland wird Dialekt gesprochen, da bitte ich mir etwas mehr Respekt
    aus, Herr von Schleck. Es gibt wohl auch kein anderes Bundesland was beliebter
    ist wie Bayern.Ich wohne in einer tuoristisch erschlossenen Gegend, wo ich sehr viele
    Leute gesehen habe, die von außerhalb Bayerns kommen, die in ihrem Urlaub extra
    die "bayrische Tracht" aus dem Koffer holen.
    herzlichst Olli
    Bayern-u.Dynamo Fan

    olaf.eichlerVon olaf.eichler, am Mo 19.Okt. 14:35

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  10. hgenzlinger hat wieder mal nichs verstanden und fränk von schleck schreibt wie immer die besten mauertaktikartikel!

    el.pres86Von el.pres86, am Mo 19.Okt. 14:57

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  11. und @olaf
    der unterscied ist aber dass die menschen im norden sowie nordwesten hochdeutsch sprechen können und dies auch tun wenns angemessen erscheint! der gemeine bayer, schwabe oder sachse hingegen ist dazu nicht in der lage^^

    el.pres86Von el.pres86, am Mo 19.Okt. 15:01

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  12. @el.pres86
    schlecht recherschiert, mein(e)Liebe(r). Frag doch mal einen Ur-Kölner ob er Hochdeutsch
    mit Dir reden kann, da hörste aber was. Weil der beleidigt wäre, wenn der Hochdeutsch
    mit dir reden sollte. Aber das war ja nur nebenbei. In dem Artikel gehts um was ganz anderes.
    Also, hawe de Ehre.

    olaf.eichlerVon olaf.eichler, am Mo 19.Okt. 15:21

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  13. Tja el.pres86, da sieht man mal, wie wenig du weißt. Denn das, was du als "hochdeutsch" bezeichnet, beherrscht mit Sicherheit keiner von euch. Eher "schriftdeutsch", eine Kunstsprache (herzlichen Glückwunsch dazu), denn hochdeutsch ist dem allemannischen recht ähnlich, und ich bezweifle, dass du das beherrschst, bzw. überhaupt kennst. Aber mit dem begriff hochdeutsch kann man sich immer so herrlich weit aus dem Fenster lehnen, hört sich ja so schön überlegen und elaboriert an, gell? ;-)
    Ganz abgesehen davon: Ich kenne genug Menschen im Süden, die schriftdeutsch sprechen können - aber dafür auch viele aus dem Norden, die sich von ihrem Dialekt kaum trennen können!

    monkishbuddhaVon monkishbuddha, am Mo 19.Okt. 15:22

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  14. Nun denn, Erbsen zählen kann jeder. Ich zitiere mal Wikipedia: "Unter Hochdeutsch wird gemeinhin die Variante der deutschen Sprache verstanden, die als dialektunabhängige, dem Schriftdeutsch nahekommende in den Medien breite Verwendung findet."

    Man sollte durchaus eingestehen, dass sich Hoeneß & Co.durchaus erfolgreich bemühen, zumindest in Interviews ihren Dialekt beiseite zu schieben und allgemeinverständlich deutsch zu sprechen. Auf die Allgemeinheit gesehen - seien es Politiker, Schauspieler oder ("Extremdialekting") Wintersportler - muss man aber auch als Bayer neidlos eingestehen, dass es nahezu ausschließlich bayerische und schwäbische Landsleute sind, die durch für Außenstehende schwer bis nicht verständliche Mundart auffallen.

    dartosVon dartos, am Di 20.Okt. 02:37

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  15. Ha.....
    Tolle Quelle, Wikipedia, plappert das nach, was die Öffentlichkeit halt so denkt (als Signalwort sollte "gemeinhin" eigentlich ausreichen....)...ich würde dir als Quelle aber ehe mal ein seriöses sprachwissenschaftliches Lexikon empfehlen, am besten aus dem Bereich Mediävistik.... ;-)

    monkishbuddhaVon monkishbuddha, am Di 20.Okt. 08:04

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  16. Ok, fassen wir mal weitere 100 Quellen zusammen:
    Ursprünglich war hochdeutsch ein geografischer Begriff und diente zur Abgrenzung des niederdeutschen Sprachraums. Als Sprachgrenze galt hier die sogenannte Benrather Linie von Aachen über Köln, Solingen, Kassel, den Südharz, Magdeburg, Berlin und Frankfurt/Oder bis nach Posen. Die vom bayrisch-kärtnischen Raum ausgehende Diphtongierung monophtongischer Stammvokale verbreitete sich im Rahmen der Völkerwanderung auf die größten Teile des deutschsprachigen Gebietes. Ausnahmen bestanden nur in den Teilen des niederdeutsch sprechenden Norddeutschland und im alemannisch beeinflussten Südwesten Deutschlands. (huch - bayerisch war hochdeutsch und der alemannische Einfluss gar nicht im ganzen hochdeutschen Sprachraum?)

    Blablabla ... ändert alles nichts an der Tatsache, dass im deutschen viele Wörter über mehr als nur eine Bedeutung verfügen - siehe zum Beispiel "Ball". Und ändert auch nichts daran, dass neben der sprachgeschichtlichen Bedeutung des Wortes auch anerkannte Nachschlagewerke wie der Duden "hochdeutsch" in seiner allgemein verwendeten Form als "dialektfreies deutsch" bezeichnen - zumal sich die Mediävistik (auch hier mussten Wichtigtuer natürlich ein lateinisches Wort heranziehen obwohl um die germanistische Sprache geht) hauptsächlich mit dem Mittelalter und bestenfalls der frühen Neuzeit beschäftigt, was nunmal minimal 400 Jahre her ist.

    Du kannst nun argumentieren bis du alt und grau wirst, der "Einwurf" ist und bleibt Erbsenzählerei.

    dartosVon dartos, am Di 20.Okt. 11:11

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  17. Satire ist und bleibt etwas Herrliches! Natürlich gibt es auch da Grenzen, und selbst bei Mauertaktik musste ich mal vor einige Zeit Kritik an einem Beitrag üben, weil da wegen des Umfeldes der Inhalt aus meiner Sicht unangebracht war. Aber das bleibt Geschmackssache!

    Nur phantastisch, wie aus einem "Witzbeitrag" zu einem Fußballverein eine Diskussionsrunde zur deutschen Sprache entstehen kann! Satire oder nicht - sind wir da nicht etwas zu weit vom Thema weggekommen???

    Aber da eben ein neues Thema aufgeworfen wurde: ich finde es grundsätzlich positiv, dass die jeweiligen Dialekte erhalten bleiben. dartos bringt jedoch in Kommentar 14 auf den Punkt, was nun mal Realität ist: als Fremder hat man gerade mit der bayerischen Mundart seine liebe Not.

    Unser Artikel greift diese Eigenart sehr amüsant auf und verquitscht dies mit dem "Lebensentwurf" des FCB - wirklich einer der besten Beiträge bislang!

    andreas201060Von andreas201060, am Di 20.Okt. 11:53

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  18. Bitte schickt an dartos ein Dankeschön .
    ich weiss leider nicht wie ich meine Anérkennung zu seinem Beitrag ansonsten zeigen könnte.

    michael.hagelVon michael.hagel, am Di 20.Okt. 14:17

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  19. Mensch Dartos, ja, ihr seid ja sooo geil....feiert euch am besten selbst für eure "reine Sprache". :-)
    Mediävistik......Mittelalter...aha, alles klar...ja, liegt ja auch so nahe, gell? Nix allgemeine Sprachgeschichte oder so....nööööööö!
    Na, du musst es ja wissen, hast es offenbar ja ebenfalls im Studium gehabt! Und dann du mit deinem "dialektfreien deutsch"...hahaha zum totlachen, hihihi, ist das so etwas wie emotionslose Gefühle? hihihi! Echt der Abschuss.....

    monkishbuddhaVon monkishbuddha, am Di 20.Okt. 17:09

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  20. Und da kannst DU argumentieren, wie du willst: Argumente, die das sog. hochdeutsche als irgendwie exaltiert oder überlegen herausstreichen oder darstellen wollen, verpuffen von selbst, denn: echte Sprache ist Dialekt-Sprache. Da sind sich alle Sprachwissenschaftler, die ich kenne - und glaube mir, ich habe im Laufe meines Studiums einige kennengelernt - einig.
    Also, lass di eisalze du Nase und leg di ghackt...hihihi :-)

    monkishbuddhaVon monkishbuddha, am Di 20.Okt. 17:12

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  21. *grins* Danke monkishbudda ... du scheinst verstanden zu haben. Mit dem Kinnerskram von wegen Mediävistik hast *du* angefangen. Als überlegen hat niemand hier das Hochdeutsch hingestellt - da scheinst du Dinge zu lesen, die sonst keiner liest.

    Btw hat ein großer Teil der Sprachwissenschaftler sowieso nicht alle Latten am Zaun. Kassieren zum Teil fürstliche Gehälter dafür wissenschaftlich zu belegen dass man das Teeei nun mit 3 e schreiben soll und der Duden inklusiver aller Lehrbücher umgeschrieben werden muss. Als wenn es nichts sinnvolleres zu tun gäbe in unserer Gesellschaft ... aber das ist eine gänzlich andere Geschichte.

    Ganz nebenbei habe ich gar nichts gegen Mundart. Weder gegen bayerischen Dialekt noch gegen gepflegtes Hamburger platt. Sind beide nett anzuhören - es hat halt nur den Nachteil, dass ich sie genau so wenig verstehe wie indianisch. Und damit schließt sich der Kreis zum Artikel da ganz oben, den ich weitaus gelungener finde als deine Versuche, hier den Oberlehrer zu spielen. In diesem Sinne gute Nacht ;)

    dartosVon dartos, am Mi 21.Okt. 01:49

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