Feelfootball blog

Jörg Hausmann

Uli liebt Jürgen wie damals Jupp

Fr 04.Jul. 11:14

Bayern Munich's Manager Jürgen Klinsmann

Servus, liebe Fußballfreunde,

er hat das schonmal getan, keinen Stein auf dem anderen zu lassen, der Jürgen Klinsmann. Damals beim DFB, nach der bescheiden verlaufenen EM 2004. Angesichts des dritten Platzes bei der WM im eigenen Land hatte der stets argwöhnisch Beäugte, der Berufspolarisierer, zwei Jahre lang alles richtig gemacht und wählte den passenden Zeitpunkt für seinen selbstbestimmten Abgang. Ob er über den auch in München dereinst entscheiden wird?

Längst nennen die Medien, die der blonde Schwabe mit einer Leichtigkeit in Bewegung setzt, wie er früher nur seine Gegenspieler überlaufen hat, den Wahl-Amerikaner den "Revolutionär" oder auch "Revoluzzer". Jupp Heynckes tat anno 1994, als der erfahrene und renommierte Ex-Profi und Coach mit der Trainingsleitung in Frankfurt beauftragt wurde, den legendären Ausspruch, ab heute gingen die Uhren am Main anders. Nichts dergleichen ließ sich gegen den Willen der von Diven durchgesetzten Diva durchsetzen. Wer ging, war Heynckes - nach acht Monaten und nur sieben Siegen aus 24 Bundesligapartien.

Das war dem früheren Welt- und Europameister seinerzeit in München nicht passiert. Die nicht einfache Nachfolge der Münchner Trainerlegende Udo Lattek trat der heute 63-Jährige vor 21 Jahren mit zwei Meistertiteln und zwei Vize-Meisterschaften an. Nicht zuletzt die bis in unsere Tage anhaltende Zuneigung des Managers Uli Hoeneß garantierte Heynckes - zumindest bis in den Herbst 1991 - Job-Sicherheit und die Umsetzung seiner Philosophie.

Nunmehr hat Bayern sich auf einen neuen Philosophen eingelassen. Buddhas auf dem Dach des Trainingszentrums hätten sie auch schon von Mehmet Scholl aufschrauben lassen können. Der von den Fans vergötterte Dribbler - 1996 unter Kapitän Klinsmann in England Europameister - hätte sich darüber ein Loch in den nicht vorhandenen Bauch gefreut.

Für radikale Umstürze im deutschen Fußball stehen jedoch seit vier Jahren Person und Name Klinsmanns. Was mancher Beobachter auf Grund belasteter Vergangenheit noch immer nicht ganz glauben mag, wurde im Rahmen der Eröffnungs-Pressekonferenz der Bayern zur neuen Saison und Zeitrechnung nochmals betont: Der ehemalige Weltklassestürmer genießt Hoeneß' volle Rückendeckung.

Dass die dem bald schon 44-Jährigen gewährte "Narrenfreiheit" mindestens zwei Titel abwerfen muss, versteht sich von selbst. Der Verein - noch dazu der deutsche Rekordmeister - tickt anders als die Nationalmannschaft. Dem DFB genügte auch der "Weltmeistertitel der Herzen", um die Ära Klinsmann als erfolgreiches Projekt in seine Annalen aufzunehmen.

Die Ära Klinsmann in München halten viele Beobachter noch immer für einen späten Rachefeldzug des Sonnyboys, elf Jahre, nachdem sie ihn vom Hof gejagt haben. Genauer vom Trainingsgelände an der Säbener Straße, das nunmehr gar den Wünschen des so lang nur als eigenwillig und unbequem empfundenen Globetrotters gemäß umgestaltet worden ist. Für viele Millionen Euro mithin, die Klinsis Kader sukzessive wieder hereinzuspielen hat, damit das ganze Theater schlussendlich auch einen Sinn ergibt.

Möglichst gestern also sollten die neuen Trainingsmethoden und Rundumbetreuungsmaßnahmen des inzwischen kaum mehr zu übersehenden Kaders aus Trainern und Betreuern den Profis in Fleisch und Butt übergegangen sein. Weisen deren Resultate auf dem Platz dies nicht nach, dann bewahrheitet sich die Befürchtung der Mehrzahl der eurosport.yahoo.de-User. 22 Prozent tippen auf eine vorzeitige Freisetzung Klinsmanns. Gefragt war, wieviele Titel der Neue in seiner ersten Saison einheimsen werde.

Klinsmann ist allerdings mit allen internationalen Wassern gewaschen und weiß sehr gut, dass die stoische Ruhe des Buddhas der bayerischen Führungscrew nicht ewig eignet. Die sind schneller wieder abmontiert als sich US-amerikanische Gummibänder dehnen können. Auch Otto Rehhagel fanden sie im Sommer 1995 "gut" - an der Spitze Kaiser Franz - als der Klassenprimus der Bundesliga als "FC Hollywood" in neue Dimensionen aufbrach - mit Neuzugang Klinsmann. Der blieb damals über ein Jahr länger als "König Otto" Angestellter des Rekordmeisters. Und diesmal?

Wie lange gebt Ihr, liebe Fußballfreunde, dem neuen Cheftrainer des FC Bayern München?

Servus derweil, und viel Spaß beim Verfolgen seines Vorbereitungsprogramms.                

  • Bemerkung1 von 1
  1. Hallo, ich bin Lory von Amerika. Ich will meine Seele finden, mate. Wenn Sie möchten, dass etwas unglaublich, einfach Kontakt mit mir auf ..

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    donyang@ymail.comVon donyang@ymail.com, am Mi 23.Jul. 02:16

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