Radsport Live-Bericht

Tour de France - Semur-en-Auxois - Bourg-en-Bresse

Live - Kommentar

  1. 18:17 - Mit dem verdienten Sieg von Tom Boonen geht der Renntag an diesem Freitag dem Dreizehnten zu Ende. Wir sagen danke, dass Sie mit dabei waren, ziehen nochmals unseren Hut vor der Energieleistung von Bradley Wiggins und melden uns morgen pünktlich zum Ritt durch die Alpen gegen 12:00 Uhr zurück. Bis dann!

  2. 18:15 - Ein weiteres und wohl endgültig letztes Mal morgen in Gelb an den Start gehen wird Fabian Cancellara. Sylvain Chavanel behält das Bergtrikot.

  3. 18:14 - Mit einer Radlänge Vorsprung ist das ein ganz klarer Erfolg für Boonen, der einen Umweg über die linke Außenseite nehmen musste und 35 Punkte für das Grüne Trikot einsackt.

  4. 18:13 - Boonen macht das Ding! Dahinter Oscar Freire gefolgt von Erik Zabel.

  5. 18:12 - Förster schlafen auf den letzten Metern die Beine ein, Zabel findet keine Lücke... Dann geht Boonen! Das wird der langersehnte Sieg für den belgischen Heros.

  6. 18:10 - Richtige Züge kommen nicht zustande. An der Spitze fährt Fabian Wegmann (Gerolsteiner) für Robert Förster an.

  7. 18:08 - Teil zwei des Rennens kann beginnen. Die Sprinter ziehen das Tempo an.

  8. 18:07 - Das wars! Nach 191 Kilometern ist der einsame Kampf des Bradley Wiggins zu Ende. Nach einem Schulterklopfer seines Teamkollegen Chavanel, verschwindet der tapfere Schotte im großen Feld.

  9. 18:02 - Für Wiggins brechen die letzten 10 000 Meter an. Immer wieder schaut sich der Mann des Tages nach hinten um und das Bild das sich ihm bietet ist ein eindeutiges: Breit aufgefächert nähert sich die große Meute.

  10. 17:57 - Auf der schnurgeraden und breiten Route Nationale, die das Feld nach Bourg-en-Bresse führt, erscheint erstmals das rote Trikot von Bradley Wiggins im Blickfeld des Pelotons.

  11. 17:53 - Die Minuten-Marke ist geknackt. Wiggins wird sicherlich erleichtert sein, wenn das Leiden für ihn endlich ein Ende nimmt.

  12. 17:50 - Im Peloton beziehen die Sprinterteams bereits Position: Milram, Quickstep, Gerolsteiner, Lampre und auch Predictor Lotto sehen wir an der Spitze.

  13. 17:46 - Ohne den berühmten Knopf im Ohr der Fahrer, über den die Profis von ihren Sportlichen Leitern genauesten informiert und dirigiert werden, wäre der Ausgang dieses Rennens sicherlich ein anderer.

  14. 17:43 - Die Motivation eine erneute Attacke zu wagen ist spürbar auf dem Tiefpunkt. Vermutlich wird erst wenige Kilometer vor dem Zielspurt ein erneuter Ruck durch die Reihen der erlahmten Profis gehen.

  15. 17:41 - Wiggins, dessen Tritt zunehmend schwerer wird, wird vom Peloton am sprichwörtlichen langen Arm gehalten. Doch die Profis im Feld haben nicht den Anschein ihre gemütliche Spazierfahrt zu beschleunigen.

  16. 17:37 - Astana fährt mit der kompletten Equipe im hinteren Drittel des Pelotons. Durchkommen und nicht ins Stürze verwickelt werden ist das Credo der Cyanblauen Mannschaft am heutigen Tag.

  17. 17:31 - Ein heldenhafter Etappensieg wird Wiggins nicht vergönnt sein, doch zumindest die rote Startnummer des kämpferischsten Fahrer müsste dem Briten sicher sein.

  18. 17:28 - Das Ende der Flucht von Bradley Wiggins ist nun absehbar: 30 Kilometer vor dem Ziel ist sein Vorsprung auf überschaubare 1:40 Minuten geschmolzen.

  19. 17:19 - Diesmal hält sich der Belgier jedoch zurück und lässt seine Helfer die Punkte aufsammeln, für Boonen gilt es bereits alle Reserven für die Zielankunft aufzusparen. Steven de Jong wird Zweiter vor Geert Steegmans.

  20. 17:18 - Im Feld bezieht derweil Quick Step die angestammte Position an der Rennspitze, um Kapitän Boonen den Spurt anzuziehen.

  21. 17:17 - 38 Kilometer vor der Zielankunft passiert der Mann, der heute das Unmögliche gewagt hat, den letzten Zwischensprint mit 3:20 Minuten Vorsprung vor dem Feld.

  22. 17:09 - 40 Kilometer vor dem Ziel leuchten am Horizont die Alpen auf, in denen es morgen zur Sache gehen wird. Keinen Gedanken an die kommenden Tage verschwendet sicherlich Bradley Wiggins, dessen Vorsprung weiter sinkt, nachdem das Peloton wieder an Fahrt aufgenommen hat.

  23. 17:05 - Der 26-jährige Lampre-Profi hat neben drei Etappensiegen bei der Deutschland-Tour und der Polen-Rundfahrt auch Gesamtsiege bei der Valencia- und der Katalonien-Rundfahrt auf dem Konto.

  24. 16:58 - Auch der hagere Frauenschwarm Daniele Bennati, der bisher bei einer großen Rundfahrt noch keine Etappe gewinnen konnte, ist bei der zu erwartenden Sprintankunft ein ernstzunehmender Rivale für die Herren um Boonen und McEwen.

  25. 16:57 - Da Credit-Agricoles Teamkapitän Thor Hushovd von andauernden Magenbeschwerden praktisch außer Gefecht gesetzt ist, öffnet sich die Tür für Julian Dean. Der Anfahrer des Norweger hat nach Ansicht seines sportlichen Leiters Serge Beucherie durchaus das Zeug im Spurt mit den Größen der Spritnerklasse zu bestehen.

  26. 16:51 - Bis Wiggins endgültig eingeholt werden wird, bleibt uns Zeit, um einen näheren Blick auf die möglichen Kandidaten für den Etappensieg in der Hähnchenmetropole Bourg-en-Bresse zu werfen.

  27. 16:49 - Der Spanier Garate, der als einziger Profi in der Formation von Quick Step nicht zur Sprinter-Armada von Kapitän Boonen zählt, scheint durch seinen Antritt in gewisser Weise seine Anwesenheit bei der Tour de France rechtfertigen zu wollen. Als ausgemachter Kletterer nimmt der Iberer eine Sonderstellung in seinem Team ein.

  28. 16:47 - Auch um die verbleibenden Bergpunkte wird heute verbissen gekämpft. Diesmal muss sich Sylvain Chavanel dem kräftigen Antritt von Manuel Garate (Quick Step) geschlagen geben.

  29. 16:44 - Für das Peloton beginnt erst jetzt der Weg zum Col de Brancion, der 3,5 Kilometer lang und durchschnittlich 3,6 Prozent steil.

  30. 16:41 - Ganz nebenbei kassiert Wiggins an der zweiten und letzten Bergwertung des Tages am Col de Brancion neben drei Bergpunkten auch 200 Euro Geldprämie.

  31. 16:33 - Bevor nicht auch das letzte Körnchen aufgebraucht ist und das Zahnfleisch völlig bloßliegt, scheint sich Wiggins nicht geschlagen geben zu wollen: Seit gut 20 Kilometer hält der Schotte, der seit Kilomter zwei alleine in Front fährt, den Vorsprung konstant an der psychologischen Fünf-Minuten-Marke.

  32. 16:29 - Dieser Zwischenspurt offenbart deutlicher als jeder Zieleinlauf, wie ungleich die Kraftverhältnisse zwischen dem vor Kraft strotzenden Belgier und dem in die Jahre gekommenen Zabel verteilt sind. Der Mann aus Unna hat nicht den Hauch ein Chance am Hinterrad des ehemaligen Weltmeisters vorbeizuziehen und ist damit das Grüne Trikot los.

  33. 16:23 - Wie erwartet formiert sich der blaue Quick Step-Zug pünktlich zum Zwischenspurt: Als letzter zieht Boonen hinter Steven De Jongh aus dem Windschatten mit Erik Zabel an seinem Hinterrad.

  34. 16:21 - Wie schlecht es um Andreas Klöden steht, zeigt sich daran, dass sich der Mann aus Mittweida heute schon zum wiederholten Mal am Teamfahrzeug behandeln lässt.

  35. 16:16 - In Kürze dürfte wieder Bewegung in das recht träge dahinrollende Hauptfeld kommen: Der zweite Zwischenspurt in Pont-de-Vaux steht kurz bevor. Sollte sich Tom Boonen im Gerangel der Topsprinter abermals durchsetzen, ist Erik Zabel längste Zeit Träger des Grünen Trikots gewesen.

  36. 16:11 - Das Tempo des Feldes ist heute wieder extem gemächlich. Bradley Wiggins hängt ungefähr eine halbe Stunde hinter dem langsamsten - mit 43 Stundekilometer kalkulierten - Schnitt der Marschtabelle her.

  37. 16:10 - Wiggins Vorsprung fällt und fällt und fällt: 60 Kilometer vor dem Ziel zeigt die Uhr nur noch 6:20 Minuten für den Ausreißer.

  38. 16:08 - Nichtsdestotrotz hat der blonde Playboy des Feldes uneingeschränkte Angriffslust bekundet: "Ich versuche es auch morgen wieder." Dass Selbstvertrauen dafür ist bei Puncheur Pozzato zweifellos vorhanden: "Bei dieser Tour habe ich eine weitere Etappe im Auge: Die zwölfte (Castres) ist genau für mich gemacht".

  39. 16:03 - Nach dem unvermeidlichen Zusammenschluss werden besonders die reinrassigen Sprinter wieder aufleben. Ein weiteres Mal werden sich Boonen, McEwen, Freire, Hunter und Co. nicht von einem schnellen Frechdachs wie Pozzato übers Ohr hauen lassen, sondern frühzeitig ihre Züge formieren.

  40. 15:58 - In 15 Kilometern folgt der zweite Zwischensprint in Cormatin. Sechs Bonussekunden wird Wiggins noch einstreichen können, bevor er endgültig vom unweigerlich nahenden Hauptfeld geschnappt werden wird. Noch 6:31 Minuten.

  41. 15:49 - Bradley Wiggins erreicht die Stadt Buxy mit einem Vorsprung von 7:32 Minuten. Sein Fahrstil lässt erkennen, dass der Schotte mit dem Unternehmen Fluchtsieg innerlich bereits abgeschlossen hat. Wiggins tritt nicht mehr voll in die Pedale und lässt desöfteren die Beine hängen.

  42. 15:47 - Sturzopfer Degano hat es doch härter erwischt, als zunächst vermutet: Wenige Kilometer hinter der Verpflegungszone, in der sich sein Lenker in einem Nahrungsbeutel verfangen hatte, steigt der B-Profi endgültig vom Rad.

  43. 15:40 - Nach einer kurzen Sekunde der Benommenheit steigt der Italiener wieder in den Sattel und scheint ohne größeren Schaden davongekommen zu sein. Hingegen hat Andreas Klöden laut Aussage seines Teammanagers Marc Biver vor allem an den psychischen Folgen des gestrigen Sturzes zu knabbern: "Klöden ist vor allem moralisch schwer getroffen, während Wino physisch mehr leiden muss. Andreas hat in der Vergangenheit vor allem das Verhalten der deutschen Presse zugesetzt - und jetzt auch noch das. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er die Tour nicht zu Ende fährt."

  44. 15:39 - Auf dem Fuße folgt der erste Sturz: Enrico Degano (Barloworld) findet sich auf dem Boden wieder und hält sich den rechten Arm.

  45. 15:37 - Das Feld passiert die Verpflegungskontrolle. An dieser heiklen Stelle heißt es aufpassen, um schwere Stürze zu vermeiden.

  46. 15:29 - In den letzten fünf Minuten hat Wiggins mehr als eine Minute auf das Feld eingebüßt - der Vorsprung fällt damit erstmals wieder unter die kritische Zehn-Minuten-Marke.

  47. 15:29 - Noch härter als Winokurow, der an beiden Knien mit 15 Stichen genäht werden musste, hat es gestern Geoffroy Lequatre (Cofidis)getroffen, der heute nicht mehr zur Etappe angetreten ist und damit seinen schweren Verletzungen Tribut zollte.

  48. 15:24 - Relativ weit vorne im Feld tummelt sich die geschlossene Truppe von Astana. Unschwer auszumachen ist der große Geschlagene des vergangenen Tages, Alexander Winokurow, dessen Arme und Beine in etlichen Metern Mullbinden eingewickelt sind.

  49. 15:21 - Dass ihr "ewiges Talent" Sylvain Chavanel seit gestern im Bergtrikot durch Frankreich fährt ist eine mehr als zufriedenstellende Dreingabe für die recht junge Mannschaft.

  50. 15:19 - Wiggins Teamsponsor dürfte mit dem Auftritt des robusten Rouleurs zufrieden sein: Da Sprinter Jimmy Casper Cofidis vor der Saison verließ und der zweimalige Touretappensieger David Moncoutie wegen eines Oberschenkelbruches nicht mehr rechtzeitig zum Tour-Start fit wurde, baut die Equipe im roten Trikot einer Kreditgesellschaft gänzlich auf Fluchtsiege.

  51. 15:11 - Völlig stoisch und mit starrer Mine tritt Wiggins in die Pedale - Monotonie und Stumpfsinn sind die stetigen Begleiter des Schotten, der sonst allein auf weiter Flur fährt.

  52. 15:09 - An der Spitze des Feldes mach Lampre das Tempo. Das könnte daraufhin deuten, dass sich der Topsprinter der italienischen Equipe, Daniele Bennati, Chancen auf den Tagessieg ausrechnet. Die Arbeit des pink-blauen Zuges zeigt bereits Wirkung: Wiggins Vorsprung ist auf 15:20 Minuten gesunken.

  53. 15:05 - Wiggins pflegt heute sicherlich ein Stückchen Wiedergutmachung für den verpatzten Prolog in London, bei dem er als der haushohe Favorit gehandelt worden war. Ohne Zweifel ist dies dem an 105. Position im Gesamtklassement liegenden virtuellen Träger des Gelben Trikots bereits jetzt gelungen.

  54. 15:02 - Vor Wiggins, der die Abfahrt in diesen Momenten beendet, liegen nun 50 völlig flache Kilometer - das ist ein Terrain auf dem der 27-Jährige, der in Gent in Belgien geboren wurde, seine Stärken im Zeitfahren voll ausspielen kann.

  55. 14:55 - Von den Vorgängen in seinem Rücken unbetroffen sichert sich Sylvain Chavanel unterdessen den zweiten platz an der Bergwertung und baut damit seine überlegene Führung im Kampf um das "maillot a pois" aus. An Manuel Garate (Quick Step) geht immerhin noch ein Bergpunkt.

  56. 14:51 - Sturz im Peloton! Fabian Cancellara ist in eine kleine Karambolage unterhalb des Gipfels der Cote du Grandmont verwickelt und muss die Rennmaschine wechseln. Es versteht sich von selbst, dass das Tempo im Feld gedrosselt wird, bis das Gelbe Trikot wieder fest im Sattel sitzt.

  57. 14:49 - Vor genau 70 Kilometern hat Bradley Wiggins seine unerschrockene Flucht nach vorne angetreten und noch nicht einmal die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht. Noch behauptet der Cofidis-Profi das stolze Polster von 17:15 Minuten.

  58. 14:44 - An dieser Stelle hätten wir auch einen Antritt von Erik Zabel erwartet, der verkündet hatte, das Grüne Trikot zumindest über die Berge tragen zu wollen. Durch die Gutschrift von vier Zählern liegt allerdings Konkurrent Boonen nun schon gleichauf mit dem Deutschen.

  59. 14:40 - Kurz vor der Linie wird der Australier jedoch von Tom Boonen (Quick Step) und Robert Hunter (Barloworld) abgefangen und geht leer aus.

  60. 14:39 - Inzwischen ist das Peloton am Zwischensprint angelangt: Robbie McEwen spurtet aus dem Feld nach vorne um sich wichtige Punkte für das Grüne Trikot zu sichern.

  61. 14:35 - An dritter Stelle in der ewigen Liste der längsten Alleinfahrten rangiert der Spanier Jose Perez Frances, der 1965 auf der Etappe von Ax-les-Thermes nach Barcelona seinen Heimvorteil voll ausschöpfte und 223 Kilometer ohne Gesellschaft hinter sich brachte.

  62. 14:33 - Einen ähnlichen Kraftakt leistete 1991 Bourlons Landsmann Thierry Marie, der zwischen Arras und Le Havre 234 Kilometer als Solist zurücklegte und 1:54 Minuten ins Ziel rettete.

  63. 14:31 - 1947 legte der Franzose Albert Bourlon auf der Etappe zwischen Carcassonne und Bourlon 253 Kilometer allein in Front zurück und kam mit dem satten Vorsprung von 16:30 Minuten vor dem Zweitplazierten ins Ziel.

  64. 14:28 - Als Zeitfahrspezialist ist es Wiggins gewöhnt ohne Hilfe gegen den Wind und gegen sich selbst zu kämpfen. Eigenschaften die ihm nun zugute kommen, denn diese Flucht scheint lang zu werden. Das gibt uns Anlass die längsten Alleinfahrten der Tourgeschichte noch einmal aufleben zu lassen.

  65. 14:24 - Direkt nach dem Zwischenspurt wartet auf Wiggins die erste der beiden Bergwertungen des Tages: Die Cote de Grandmont (4. Kategorie) steigt auf 2,4 Kilometern durchschnittlich um 5,1 Prozent an.

  66. 14:19 - Inzwischen ist Wiggins am Zwischensprint von Bligny-sur-Ouche angelangt. Im Vorbeifahren nimmt er sechs Zähler mit, die ihn jedoch kaum kümmern dürften. Viel interessanter dürfte für den Schotten der inzwischen auf 17:20 Minuten angewachsene Rückstand des Pelotons sein.

  67. 14:16 - Vor dem Start verriet Gadret, der es versteht seine Schmerzgrenze am Berg ständig neu zu definieren, gegenüber Eurosport: "Ich kann es kaum noch erwarten. Endlich ist diese Hatz im Flachen mit ihren Stürzen zu Ende. Was in den Alpen auf uns zukommt, ist ganz nach meinem Geschmack."

  68. 14:11 - Daher kann das 28-jährige französische Leichtgewicht, das beim Giro d' Italia bewiesen hat, das es im Hochgebirge zu den Stärksten zählen kann, kaum erwarten die Berge in Angriff zu nehmen - eine Einstellung die Rasmussen, Damiano Cunego (Lampre), Alberto Contador (Dicovery Channel) und Fränk Schleck (CSC) teilen.

  69. 14:08 - John Gadret, der Joker von Ag2r, weiß von den Strapazen der ersten Tourwoche ein Lied zusingen: "Für mich ist es die Pest! Sobald auf Flachetappen im Feld vorne das Tempo anzieht, komme ich in Schwierigkeiten. Ich versuche mich dann am Ende des Pelotons im Windschatten zu verstecken. Dort treffe ich oft auf Michael Rasmussen oder Thomas Dekker."

  70. 14:02 - Während für die Mehrheit der Profis das große Leiden erst morgen im Hochgebirge beginnt, werden die Kletterer unter den Rannfahrer am Ende der heutigen Etappe drei Kreuze schlagen: Für die schmächtigen und dürren Männer aus der "Bergziegen-Fraktion" ist die erste Tourwoche oft die missliebigste Zeit.

  71. 13:59 - Im Peloton spart man sich die Kräfte scheinbar bereits für die schweren Alpenetappen und gewährt Wiggins an der Spitze schon 11:20 Minuten Vorsprung.

  72. 13:56 - Bradley Wiggins gibt indessen weiterhin den Alleinunterhalter: Auf den Briten, der seinen Vorsprung auf 9:30 Minuten aufstocken konnte warten noch 163 harte Kilometer, an deren Ende die Gefahr besteht von den Sprinterteams "kassiert" zu werden.

  73. 13:50 - Die Tragödie Simpsons sollte den Profis auch heute als ernste Mahnung gelten für Prestige, Geld, Aufstieg und Ruhm nicht jedes Mittel in Gebrauch zu nehmen.

  74. 13:47 - Heute begeht die Tour zudem einen traurigen Jahrestag: Vor genau 40 Jahren, am 13. Juli 1967, ging auf der 13 Etappe der Großen Schleife in den kahlen Kehren des Mont Ventoux ein Fahrer in die Knie und stand nie wieder auf. Deshydriert, überhitzt, überanstrengt und mit Amphetaminen vollgepumpt starb der Engländer Tom Simpson am Straßenrand an Herzversagen.

  75. 13:40 - Bis zur ersten Sprintwertung in Bligny-sur-Ouche sind es noch 25 Kilometer. Diese wird Wiggins sicherlich noch in Front erreichen. Doch allmählich wird im Feld etwas ernsthafter das Tempo aufgenommen und der Vorsprung des Briten schrumpft auf 6:10 Minuten.

  76. 13:36 - Zum ersten Mal während dieser Tour machen die Profis Bekanntschaft mit einer wenig geliebten Bekannten: Der französischen Hitze. Schon seit den frühen Morgenstunden brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel und hat die Temperaturen inzwischen auf 30 Grad erwärmt.

  77. 13:34 - Während Wiggins seinen Vorsprung konstant hält, ist Grivkos kleines Abenteuer bereits wieder beendet. Der Milram Profi wird vom Feld gestellt.

  78. 13:31 - Zu einer langen und einsamen Flucht als Solist, wie sie Wiggins im Sinn haben dürfte, gehören neben einer verrückten Idee und kühler Kalkulation ebenso gute Beine und vor allem eine große Portion Mut und ein Quäntchen Glück. Wiggins, der 2003 Weltmeister in der Verfolgug auf der Bahn wurde und Etappensiege bei der Tour de l'Avenir und Vier Tage von Dünkirchen erringen konnte, bringt zumindest die notwendige physische Grundkonstition für sein heldenhaftes Unterfangen mit.

  79. 13:25 - Bewegung im Peloton: In dieser frühen Rennphase will sich Andre Grivko (Milram) noch nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen und macht sich an die Verfolgung von Wiggins, der inzwischen 7:40 Minuten herausfahren konnte.

  80. 13:22 - Damit schlüpft der Helfer im Team des Bergtrikotträgers Sylvain Chavanel, der die Etappe auf dem 105. Gesamtrang mit 5:40 Minuten Rückstand auf Cancellara begonnen hat, in das virtuelle Gelbe Trikot.

  81. 13:20 - Es sieht danach aus, als ob Wiggins zu einer langen Allein-Flucht ausholt: Nach 14 Kilometern verbucht der formidable Zeitfahrer bereits einen Vorsprung von 5:40 Minuten.

  82. 13:17 - Das Peloton lässt Wiggins gewähren, kein anderer Fahrer setzt hinterher.

  83. 13:17 - Alles andere als eine Erholungsfahrt hat offensichtlich Bradley Wiggins im Sinn: Der Brite aus dem Rennstall von Cofidis setzt bei Kilometer zwei die erste Attacke und kann schleunigst 20 Sekunden herausfahren.

  84. 13:13 - Klöden selbst will jeden Kilometer des heutigen Flachstückes zur Regeneration nutzen und blickt nicht gerade hoffnungsvoll in die Zukunft: "Mir geht es nicht gut, ich habe Schmerzen in Rücken und Steißbeinbereich. Ich hoffe, dass es die ersten Kilometer geht und dann müssen wir schauen. Ich habe größte Schmerzen, wenn ich im Sitzen Druck auf die Pedale ausüben muss."

  85. 13:10 - Teamchef Mario Kummer ressümierte die niederschlagenden Diagnosen für seine beiden Spitzenfahrer vor der Etappe folgendermaßen: "Alexander ist an beiden Knien, Ellbogen und Finger genäht worden. Abschürfungen. Klöden hat ein Hämatom am Steißbein und große Schmerzen. Wenn er heute überlebt, hat er gute Chancen auf die nächsten Tage. Die Devise für die Mannschaft ist klar: Ackern für Wino und Klöden, damit die beiden so wenig wie möglich arbeiten müssen."

  86. 13:07 - Dabei werden es ihm seine schweren Verletzungen nicht gerade leichter machen. Laut Aussage des Mannschaftsarztes zog sich Winokurow offene Wunden an beiden Knien bis hinunter zum Muskel zu, die genäht werden mussten. Auch Teamkollege Andreas Klöden ist mit einem Steißeinanriss alles andere als glimpflich davongekommen.

  87. 13:04 - Für Alexander Winokurow ist die Operation Tour-Sieg nach seiner seiner Kollision mit einem Begleitmotorrad schwer ins Stocken geraten. Der kasachische Kapitän des Astana-Teams geht mit 2:10 Minuten Rückstand auf Gelbträger Fabian Cancellara an den Start und wird sich in den kommenden Tagen ordentlich anstrengen müssen, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen.

  88. 12:58 - Seit wenigen Minuten rollt das Peloton. Noch ist mit ernsthaften Attacken jedoch nicht zu rechnen und wir wollen die Gelegenheit nutzen das dramatische Etappenfinale des gestrigen Tages noch einmal Revue passieren zulassen.

  89. 12:55 - Auch der dreifache Weltmeister Oscar Freie nähert sich zielstrebig dem ersten Etappenerfolg. Nach einem dritten und einem zweiten Platz in den vergangenen Endspurts verkündete der Spanier im Trikot von Rabobank vor em Eurosport-Mikrofon: "Gestern hat es ja knapp nicht gereicht, aber heute habe ich eine erneute Chance. Heute wird die Ankunft natürlich wesentlich einfacher als gestern, die Etappe ist bei weitem nicht so schwer. Das heißt aber auch, dass die Sprinter besser in Form sein werden."

  90. 12:50 - Profitieren könnte Zabel von den Magenbeschwerden Hushovds, der nach seinem Sieg in Joigny sehr mit sich zu kämpfen hat. Erbitterte Konkurrenz wird hingegen der Belgier Boonen bieten wollen, der bisher hinter seinen eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist und mächtig unter Zugzwang steht. Auch T-Mobiles schnellster Spurter Marc Cavendish konnte die Zielsetzungen seines Teams noch nicht erfüllen und brennt auf den ersten großen Erfolg.

  91. 12:43 - In den "Rumpelsprints" der bisherigen Zielankünfte habe er sich gut gefühlt und sei frei von allem Druck, äußerte sich Zabel vor dem Etappenstart. Allerdings hat er mit seinen Helfern bei Milram ein im Vergleich mit anderen Sprintermannschaften eher schwaches Team im Rücken, was eine erfolgreiche Verteidigung seines Lieblingsleibchens enorm erschweren dürfte.

  92. 12:41 - Milram-Kapitän Erik Zabel der nach seinem fünften Platz im gestrigen Schlussspurt unverhofft das Grüne Trikot übergestreift bekam und nun mit vier Wertungspunkten vor Tom Boonen liegt, hat bereits angekündigt seine Männer heute ordentlich arbeiten zulassen, um das maillot vert über die Alpen tragen zu können.

  93. 12:37 - Doch auch der Rest der schnellen Männer wittert die vorerst letzte Chance vor den Alpen nocheinmal zuzuschlagen. An insgesamt drei Zwischensprints in Bligny-Sur-Ouche nach gut 50 Kilometern, in Cormation knapp zwei Stunden später und schließlich in Pont-de-Vaux 30 Kilometer vor dem Ziel, haben die Jäger des Grünen Trikots Gelegenheit ihr Punktekonto aufzustocken.

  94. 12:28 - In besonders guter Erinnerung dürfte Thor Hushovd (Credit Agricole) die Zielgerade in Bourg-en-Bresse haben: Der Norweger, der bereits auf der vierten Etappe einen Sieg einfahren konnte, hatte hier im Jahr 2002 vor Christophe Mengin und Jakob Piil triumphiert.

  95. 12:22 - Die erste Rennstunde des 199,5 Kilometer langen Teilstückes ohne nennenswerte Steigungen führt das Peloton durch die Weinberge des Burgund. Sobald die Saone überquert ist geht es topfeben nach Bourg-en-Bresse, wo uns aller Wahrscheinlichkeit nach eine Sprintankunft erwartet.

  96. 12:20 - Hallo und herzlich willkommen zur sechsten Etappe der Tour de France! Nach dem hügligen Zwischenspiel am gestrigen Tag steht der heutige Tagesabschnitt zwischen Semur-en-Auxois und Bourg-en-Bresse wieder ganz im Zeichen der Sprinter.