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    Der Tour-Return

    Der Mann, dem Scharapowa vertraut

    Max Eisenbud (oben mit Sonnenbrille) herzt Maria Scharapowa (links) und ihren Vater Juri nach dem Wimbledonsieg …

    Die Verlobung mit Sasha Vujacic hat Maria Scharapowa längst gelöst, man hatte sich auseinander gelebt. Und mancher mutmaßte schon, dass es an der Seite der selbstbewussten Russin wohl auch nicht immer ein Zuckerschlecken sein dürfte. Doch es gibt einen Mann, der nun schon seit 13 Jahren treu an ihrer Seite ist, dem sie sogar fast bedingungslos vertraut: Max Eisenbud, ihr Agent. Und dieser gewiefte Geschäftsmann ist der Strippenzieher im Hintergrund im mächtigen Scharapowa-Imperium.

    Manchmal ist der 40 Jahre alte Amerikaner allerdings um seinen Job nicht zu beneiden. So wie zuletzt vor den US Open, als sich Maria Scharapowa spontan überlegte, zur Abwechslung doch mal in einem anderen New Yorker Hotel abzusteigen. Damit nahm das Organisationselend für Eisenbud seinen Lauf: Er traf sich mit diversen Hotelmanagern, sprach mit Sicherheitspersonal, besichtigte Suiten, testete jeden Zimmerservice, nahm sich ein Taxi vor der jeweiligen Hotellobby und stoppte die Zeit durch den Midtown Tunnel bis zur Tennisanlage in Flushing Meadows. Wenn man seine wichtigste Klientin zufrieden stellen will, dann sind solche Dinge eben Chefsache.

    "Auf einmal nicht mehr der Idiot"

    Und wenn es ums Geschäft geht, hat Eisenbud einfach den richtigen Riecher. Früher auf dem College hatte er noch Studentenpartys organisiert und sich als Manager einer Rockband versucht, die jedoch keine große Nummer wurde. Durch einen Zufall war er in die Tennisszene gelangt, fing beim mächtigen Vermarkter IMG an, dem auch die Bollettieri-Akademie gehört. Dort sollte er sich zunächst um den Nachwuchs kümmern, ihnen Schlägerverträge besorgen und vor allem die anstrengenden Eltern bei Laune halten. Eines Tages fiel ihm auf einem der Trainingsplätze eine hochgewachsene zwölfjährige Blondine auf, die den Ball härter schlug als alle anderen. Er stellte sich ihren Eltern vor, besorgte die Visa und nur 18 Monate später kümmerte sich Eisenbud exklusiv um Scharapowa.

    Die ersten, kleinen Sponsoren zeigten Interesse, doch Eisenbud wimmelte sie ab. Er wartete auf die großen Deals. Als Scharapowa dann mit 17 Jahren in Wimbledon gewann, rannten ihm die Mega-Konzerne die Tür ein. "Auf einmal war ich nicht mehr der Idiot, sondern der cleverste Agent der Welt", sagt Eisenbud. Heute, mit 25 Jahren, ist Maria Scharapowa eine Weltmarke mit einem Bekanntheitsgrad, der weit über den Sport hinausreicht. Acht Millionen Menschen folgen ihr auf Facebook, auf der Forbes-Liste wird sie seit acht Jahren als bestverdienende Sportlerin der Welt geführt. 27 Millionen Dollar verdiente Scharapowa allein im letzten Jahr, der famose Vertrag mit ihrem Ausrüster garantiert ihr für acht Jahre geschätzte 70 Millionen Dollar. Auf Platz zwei der Forbes-Liste liegt mit 18,4 Millionen Dollar übrigens Li Na - der zweite Schützling von Eisenbud.

    "Tante Maria" und eine geniale Eingebung

    Seit New York ist Scharapowa sogar noch dicker im Geschäft, sie verkauft ihre eigene Fruchtgummimarke. Der Name "Sugarpova" ist eine geniale Eingebung Eisenbuds gewesen, der sich mit ihrem Namen in der englischen Schreibweise, Sharapova, verbindet. Eine Tüte der Gummilippen oder Bälle kostet fünf Dollar in dem kleinen Shop an der schicken Fifth Avenue, und "Sugarpova" ist das erste Geschäft, in das Scharapowa nicht nur investiert, sondern, das ihr wirklich gehört und sie die Chefin ist. Den Laden schmeißt aber natürlich Eisenbud. "Man kann behaupten, dass Max und Maria die erfolgreichste Berater/Spieler-Beziehung führen, die es in der Geschichte des Tennisspiels je gegeben hat", sagt Andrew Walker, der Marketingchef der WTA.

    Und es ist mehr als ein Arbeitsverhältnis, eher eines wie zwischen Onkel und Nichte. Sie flachsen, ziehen sich gegenseitig auf, und vor allem ist mit den Jahren ein enormes Vertrauen zwischen ihnen gewachsen. "Max ist halb Agent, halb Familie", sagt Scharapowa, "er hat von Anfang an mich geglaubt." Wenn sie Eisenbud zu Hause besucht, dann ist sie für seine beiden kleinen Söhne "Tante Maria". Und seit sie mit Süßigkeiten handelt, mögen sie sie sogar noch lieber.

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