Hallo Tennis-Freunde,
111 Dezibel - Maria Scharapowa
Sabine Lisicki überlegte erst kurz, was sie sagen sollte, dann befand sie: "Es ist laut... Es ist kein Gestöhne - es ist Geschrei." Und genau darum ist bei den Australian Open mal wieder die Diskussion neu entbrannt, denn das, was Maria Scharapowa und Victoria Azarenka auf dem Platz so von sich geben, empfinden viele als glatte Lärmbelästigung.
Als Scharapowa gegen Lisicki im Viertelfinale spielte, wurden bei der Russin Schreie mit einer Stärke von 100 Dezibel gemessen - das entspricht in etwa einer Kreissäge oder einem vorbeidonnernden LKW. Der lauteste soll sogar 111 Dezibel gehabt haben, das wäre dann so laut wie eine Boeing im Tiefflug. Azarenka war kaum zurückhaltender mit ihrem Gestöhne, das mit 92 Dezibel notiert wurde. Nicht nur die Zuschauer haben von der Schreierei die Nase voll.
Geschrei sukzessive eindämmen
"Es nervt wirklich, und es ist einfach zu laut", beklagte auch Agnieszka Radwanska, "wir machen alle Laute, aber es ist nicht nötig, so laut zu schreien. Daran sollte man etwas ändern." Die WTA hat nun angekündigt, genau das tun zu wollen. Man wolle das Geschrei sukzessive eindämmen, aber das zunächst nur innerhalb der bestehenden Regeln. Für Scharapowa sind das gute Nachrichten: "Ich werde immer wieder danach gefragt, aber niemand Wichtiges hat mir je gesagt, dass ich etwas ändern muss. Im Moment gibt es keine Regeländerung, und ich habe auch nicht gehört, dass es künftig eine geben wird. Also, was soll's."
Auch Azarenka gibt sich wenig schuldbewusst und sagt: "Es stimmt nicht, dass Maria und ich die einzigen sind, die stöhnen. Und in meinem Fall ist es einfach die Art, wie ich bin und wie ich spiele. So atme ich, so bewege ich mich. Und das mache ich schon so seit ich klein bin." Dennoch haben die Stöhn-Attacken die Twitter- und Facebook-Anhänger in Aufruhr versetzt. Ein Sportreporter twitterte in Anlehnung an ein berühmtes Zitat von Peter Ustinov: "Man möchte nicht nebenan im Hotelzimmer sein an Maria Scharapowas Hochzeitsnacht! Dieser Höllenlärm würde einen verrückt machen!" Ein anderer schrieb: "Ich habe bei meinem Fernseher die Stummtaste gedrückt und konnte Scharapowa immer noch hören."
Anti-Stöhn-Seminare geplant
Die WTA erklärte, dass stöhnen zwar zum Tennis gehöre, aber man sehr wohl zur Kenntnis genommen hätte, dass sich viele Fans gestört fühlten. Bei den Junioren wolle man künftig so etwas wie Anti-Stöhn-Seminare abhalten, aber bei den Stars der Szene sieht es mit den Belehrungen eben etwas schwieriger aus. Zur Zeit gäbe es zwar eine Regel, die allzu laute Geräusche bei Wiederholung sogar mit einem Punktabzug bestraft. Doch die greift im Grunde nur, wenn eine Spielerin die andere mitten im Punkt aktiv stört - wie Serena Williams gegen Samantha Stosur im US-Open-Finale.
"Wir schauen uns die Regeln noch mal genau an", hieß es von Seiten der WTA. Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner hätte da eine Idee: "Eine Regel, zumal schriftlich, wäre super. Dann kannst du bestrafen wie bei einem Fußfehler." Für ein potenzielles Finale zwischen Scharapowa und Azarenka sollte man sich trotzdem besser mit Ohrstöpseln bewaffnen...
Viele Grüße aus Melbourne,
Eure Petra


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