Der Tour-Return

Funkstörung? Roger and out.

Kein Spaß beim Davis Cup: Roger Federer

Roger Federer hat eine harte Woche hinter sich. Das 0:5, das er mit seinen Kollegen gegen die Amerikaner kassiert hatte, hallte in der Schweiz wie das Echo einer gewaltigen Schneelawine nach. Dabei war es aber nicht die Niederlage an sich, sondern es waren vor allem die Misstöne, die es hinterher gegeben haben soll.

Dass Federer nach dem Aus gesagt hatte, sie hätten alles probiert und man müsse dem Gegner auch mal Respekt zollen, wenn er stark gespielt hat, wurde von allen Journalisten unisono aufgezeichnet und mitgeschrieben. Doch dann tauchten weitere Aussagen Federers auf, in denen er seinen Teamkollegen Stanislas Wawrinka kritisierte.

Ein Übersetzungsfehler?

"Stan hat gegen Fish nicht sein bestes Match gespielt", so wurde Federer zitiert, und er soll auch gesagt haben, dass er im Doppel gut genug gespielt habe, aber Wawrinka nicht. Eine Nachrichtenagentur hatte die Zitate aus dem Französischen ins Englische übersetzt. Sie sorgten für Aufsehen, Federer wirkte wie ein schlechter Verlierer, dem es an Selbstkritik mangelte und dafür lieber selbst kritisierte. Federer wehrte sich beim Turnier in Rotterdam, sagte, er habe das nie gesagt. Ein Übersetzungsfehler sei es gewesen. Eine Funkstörung in der Kommunikation.

Die angeblichen Aussagen hatten aber durch das Verhalten der Schweizer Equipe Nahrung erhalten, denn während Federer bei den abschließenden Einzeln am Sonntag auf der Bank mitfieberte, blieb Wawrinka lieber im Hotel. Auch dass Davis-Cup-Kapitän Severin Lüthi Wawrinka nach dessen Niederlage gegen den höher platzierten Fish kritisiert hatte, fiel auf. Denn Lüthi unterließ es bei Federer, der gegen den Außenseiter Isner unterlegen war. Und so wirkte es, als habe Lüthis Doppelfunktion als Federers Privatcoach dabei eine Rolle gespielt. Und auch wenn Federer seit 15 Partien in Folge für die Schweiz nicht mehr verloren hatte, zuletzt 2003 gegen Lleyton Hewitt, so wäre in diesem Fall Kritik durchaus angebracht gewesen. Denn Isner hatte nie zuvor ein Davis-Cup-Einzel gewonnen und gilt nicht gerade als Sandplatzspezialist. Und Federer hatte bis Mitte des zweiten Satzes bei eigenem Aufschlag nur vier Punkte abgegeben.

Nicht leicht in Federers Schatten

Manche hatten erwartet, Federer würde die Verantwortung für das blamable Aus übernehmen, was er nicht tat. Das Wochenende sei "unglücklich" gelaufen, sagte er in Rotterdam. Der Ex-Profi Marc Rosset wollte dagegen eine Entfremdung zwischen Federer und Wawrinka entdeckt haben. Ihrem Doppel, das in Peking Gold gewann, sei die Magie abhanden gekommen. Sie hätten sich entfernt. Rossets Vorschlag: Sie sollten mehr Zeit zusammen verbringen. Doch Federer dementierte auch diese Funkstörung, man habe sich mit Wawrinka und Lüthi gemeinsam ausgesprochen.

Dass Federer mit Wawrinka nie so eng befreundet war, wie er es mit Chiudinelli oder Allegro und anderen Schweizern ist, ist kein Geheimnis. Wawrinka kannte Federer nicht wie die anderen schon von klein auf, sondern lernte ihn erst als Teenager kennen. Wawrinka ist eher introvertiert und sensibel, beide stehen sich nicht nah, aber sind befreundet. Auch wenn es für Wawrinka in Federers Schatten nicht immer leicht sein dürfte, und auch die teaminterne Hierarchie unumstößlich ist, so hat er sich damit abgefunden. Selbst wenn Federer nicht immer einer Meinung mit Wawrinka ist, so würde er ihn nach einer Niederlage trotz aller Enttäuschung nicht öffentlich kritisieren. Also Ende der Funkstörung. Roger and out.

Viele Grüße,

Eure Petra!

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3 Kommentare

  • Yana M  •  vor 3 Monaten
    Ich findes es so nett wenn die Petra schreibt. Grosse Geschichten sind es selten, eher so kleine Randgeschichten. Aber so was liest man halt auch gerne.
    • Doko Loco vor 3 Monaten
      Randgeschichte? Vielleicht, aber diese scheint durchaus interessant zu sein. Federer, der andere kritisiert, ist nicht nur seit gestern ein Thema. Bei der grössten Tageszeitung der Schweiz 'Blick' (Boulevardpresse, Schwester der Bild, jedoch noch nicht solche extremen angemommen) erschien nicht mal im Internet eine Meldung dazu. Deutschschweiz mag Wawrinka nicht! 1. Kein waschechter Schweizer ( übrigens Federer auch nicht) und 1. ein Romand!
  • RF-FOREVER  •  vor 3 Monaten
    Lass die Schweiz mal in Ruhe, du Schwachkopf!
  • Maik  •  vor 3 Monaten
    Und in China fällt ein Sack Reis um...

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