Fliegt durch olympische Wasser: Ye Shiwen
Die Diskussionen um die Chinesin Ye Shiwen sind in vollem Gange. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der 16-Jährigen. Natürlich haben viele darüber gemunkelt, dass sie über 400 Meter Lagen auf den letzten 100 Metern nur drei Hundertstelsekunden langsamer war als Ryan Lochte bei den Männern.
Wir haben in der Vergangenheit schon mehrere Schwimmerinnen aus China gesehen, die im Alter von 16 Jahren Topleistungen gebracht habe. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass Franziska van Almsick in diesem Alter Weltrekord geschwommen ist und den WM-Titel geholt hat. Ob Michael Gross oder Michael Phelps, es gab in der Geschichte zahlreiche Schwimmer, die in jungen Jahren schon top drauf waren.
Wirklich erklären kann die Tatsache, dass eine Frau hinten raus genauso schnell ist wie ein Mann natürlich nicht. Allerdings habe ich aus der Presse vernommen, dass Lochte die letzte Bahn deutlich schneller schwimmen kann. Doch bei allen Diskussionen muss man die Leistung von Ye akzeptieren und vor allem honorieren.
Hut ab vor Biedermann
Paul Biedermann hat über 200 Meter Freistil gekämpft und das Maximum herausgeholt. Der fünfte Rang ist eine starke Platzierung, auch wenn diese in unserer Gesellschaft nicht wirklich viel zählt. Andererseits hatte Biedermann nicht den Hauch eine Chance, das Rennen gegen den superstarken Franzosen Yannick Agnel zu gewinnen.
Mit der 4 x 200 Meter Freistil-Staffel ist Biedermann souverän in das Finale eingezogen. Als drittschnellste Mannschaft sind die Jungs heiße Kandidaten für die Bronzemedaille. Edelmetall zu holen, wäre für das Team natürlich ein klasse Erfolg.
Dass Michael Phelps nicht an den Mega-Erfolg von Peking anknüpfen kann, kam für mich nicht überraschend. Er konnte schon in den letzten beiden Jahren nicht mehr an seine Leistungen von vor vier Jahren anknüpfen, auch wenn die Leistungsdichte auch im Kreis der Schwimmer enger geworden ist. Warten wir mal ab, was er über die 200 Meter Schmetterling zeigt. Schließlich könnte er als erster Schwimmer bei drei Olympischen Spielen in Folge in einer Disziplin gewinnen.
