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    Spielverlagerung

    Basel taktisch zu schwach für Bayern

    Nach einem 7:0 stellt sich immer die Frage, ob der Gegner so schwach oder die eigene Mannschaft so stark war. Was steckt hinter dem Kantersieg der Bayern über die Schweizer?

    Basel defensiv schwach

    In der Tat leisteten die Basler wenig Gegenwehr. Sie machten defensiv so ziemlich alles falsch, was ein Champions-League Achtelfinalist nur falsch machen kann: Die zwei Viererketten harmonierten zu keiner Zeit. Besonders die Aufteilung im Raum funktionierte nicht. Exemplarisch steht hierfür eine Situation Mitte der ersten Halbzeit, in der Alaba hinter dem ballführenden Ribéry den Weg in Richtung Torlinie ging. Gleich zwei Basler nahmen die Bewegung von Alaba auf, keiner kümmerte sich um den Franzosen, der leicht verdutzt in Richtung Tor zog.

    Gerade auf den Außenpositionen wurde die schlechte Abstimmung zum Verhängnis. Die Außenstürmer Shaqiri und Fabian Frei, die das Doppeln im Verbund mit den Außenverteidigern übernehmen sollten, waren dieser Aufgabe nicht gewachsen. Mehr als einmal konnten sie sich im Zusammenspiel mit den Außenverteidigern nicht entscheiden, wer denn nun den Gegner stellen und wer den Raum absichern solle - gegen Akteure wie Robben und Ribéry fatale Kurpfuscherei.

    Ribéry und Robben brillieren

    Die Münchener nutzten diese Schwächen auf den Außen geschickt aus. Die Versetzung von Lahm auf rechts macht sich positiv bemerkbar. Nicht so sehr er selbst profitierte von dieser Maßnahme, vielmehr ist es Robben, der mit seinem neuen, alten Partner auflebt. Während er und Rafinha ihre Laufwege selten aufeinander abstimmten, harmoniert der Niederländer wesentlich besser mit Rechtsfuß Lahm. Gerade das punktgenaue Hinter- bzw. Vorderlaufen bindet gegnerische Verteidiger und eröffnet dem Dribbler Robben die Möglichkeit, zu seinen berühmt-berüchtigten Läufen nach innen anzusetzen.

    So kamen die Münchener hauptsächlich über Flanken zu ihren Toren. Vier ihrer Treffer wurden nach einer Flanke erzielt, ein weiterer nach einem hohen Freistoß. Mithilfe der hohen Bälle nutzen die Bayern die physische Präsenz und den Torinstinkt Gomez' aus. Der Trend scheint bei den Bayern dahinzugehen, über hohe Bälle zu Chancen zu kommen. Da sowohl Hoffenheim als auch Basel im eigenen Sechszehner und auf den Flanken kopflos verteidigten, muss sich diese Strategie erst noch in den nächsten Partien beweisen.

    Auch Schatten bei den Bayern

    Doch trotz des tollen Ergebnisses gab es nicht nur Licht in der Leistung der Münchener. Die größte Sorge für Jupp Heynckes ist und bleibt das Knacken einer fest stehenden Abwehr. Gerade weil Basel die Messlatte nicht allzu hoch legte, wurden abermals die fehlenden Automatismen im letzten Drittel enttarnt. In der Phase zwischen der 10. und 30. Minute, als die Basler Abwehr durch die Verunsicherung nach dem 0:1  noch unsortierter war als in den darauf folgenden Minuten, fehlte es an Tempo und Kreativität im Offensivspiel. Da die Schweizer ihre Gegenspieler blind verfolgten und ihre Positionen oft verließen, wäre es ein leichtes gewesen, mit Läufen in den freien Raum einen Gegenspieler zu binden. Auf diese Weise hätten sie Möglichkeiten für Schnittstellenpässe oder Raum für Dribblings schaffen können.

    Deshalb stehen weiterhin taktische Fragezeichen über Heynckes' Team. Natürlich sind die hohen Siege gegen Hoffenheim und gegen Basel Balsam für die Fanseele, allerdings ist kaum zu erwarten, dass die nächsten Aufgaben so einfach werden. Spätestens nächste Woche im Pokal gegen die defensivstarken Gladbacher wird sich zeigen, wie viel Verbesserung die Bayern wirklich erfahren haben. Und was sich Otto Rehhagel für defensive Schweinereien ausdenkt, vermögen nicht mal wir Taktiknerds uns auszumalen...

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