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    Spielverlagerung

    Aufpassen Bayern: Basel kontert!

    Alexander Frei geht für Basel auf TorejagdAuch wenn die Bayern in Basel als großer Favorit gelten: Gewonnen ist die Partie noch lange nicht. Taktisch spricht vieles dafür, dass die Schweizer dem deutschen Rekordmeister einige Probleme bereiten werden.

    Der 7. Dezember 2011 war für die Baseler Fans der wohl wichtigste Tag der Fußballgeschichte des Schweizer Traditionsklubs: Mit einem unerwarteten 2:1-Sieg über das große Manchester United erreichten sie die K.o.-Phase der Champions League. Ein Team mit einem Marktwert von zusammengerechnet 40 Mio. € schlug den englischen Meister, dessen Spieler das zehnfache Wert sind.

    Der FC Basel mit moderner Taktik

    Schon in diesem David-Goliath-Vergleich zeigte sich, dass die Baseler keineswegs unterlegen waren. Die altbekannte Außenseitertaktik, sich auf Verteidigen zu beschränken und dann überfallartige Konter zu fahren, ist aber nicht das Ding der Schweizer. Ja, sie können auch schnell das Spiel von ihrem zum gegnerischen Strafraum tragen — drei Kontertore in der Champions-League-Gruppenphase sind ein Zeugnis hiervon.

    Viel wohler fühlen sie sich aber, wenn sie den Ball in den eigenen Reihen laufen lassen können. Gerade ihr Positionsspiel ist sehr modern: Immer wieder tauschen die Angreifer die Rollen und verwirren so den Gegner. Huggel oder ein anderer Mittelfeldspieler fällt im Spielaufbau zwischen die Verteidiger, um aus der Tiefe das Spiel zu machen. Hierdurch entsteht hinten eine Dreierkette, die Außenverteidiger können weit aufrücken. Durch deren hohe Rolle ist das Baseler Flügelspiel stark, auch weil sie mit Streller im Sturm einen Verwerter für Flanken haben.

    Im offensiven Mittelfeld ist es Bald-Bayer Shaqiri, der mit seiner enormen taktischen Flexibilität viele Gegner vor Probleme stellt. Er beschränkt sich nicht auf Angriffe über seinen rechten Flügel, sondern taucht auf dem ganzen Feld auf. Gegen Manchester United leitete er beispielsweise das erste Tor mit einer Flanke von links ein. Defensiv müssen in solchen Situationen die Übergabemechanismen einwandfrei funktionieren, denn sonst erhält der quirlige Schweizer Freiräume, welche kein Gegner der Welt gegen den Dribbelkünstler lassen sollte.

    Aber auch Alex und Fabian Frei dürfen keinesfalls unterschätzt werden, sie agieren ebenso flexibel wie ihre Kollegen. Insgesamt ist das Baseler Offensivkonstrukt mit den zahlreichen Positionswechseln nur schwer zu verteidigen — Manchester United kann davon ein Lied singen.

    Pressing könnte Bayern vor Probleme stellen

    Auch auf das aggressive Pressing der Basler müssen die Bayern achtgeben: Gerne gehen Frei und Streller weit in der gegnerischen Hälfte auf die Verteidiger, um diese zu langen Bällen zu zwingen. Bei all der Diskussionen über die mangelnde Kreativität der Münchener Offensivreihe ging in den letzten Wochen zunehmend unter, dass sie besonders gegen aggressive Gegner ihre Probleme hatten. Das war in der Hinrunde gegen Mainz und Hoffenheim der Fall, zuletzt auch in der ersten Halbzeit in Hamburg — wird es auch in der Champions League ein Faktor sein?

    Trotz der Baseler Stärken sind die Münchener Favoriten, vor allem aufgrund der individuellen Klasse. Die Baseler Verteidigung sieht gerade in direkten Duellen nicht immer sicher aus — Ribery und - je nach Aufstellung - Robben werden die Außenverteidiger vor allerschwerste Aufgaben stellen. Doch unterschätzen sollten Jupps Jungs die eidgenössischen Underdogs nicht — dann ergeht es ihnen so wie Manchester United.

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