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    Sigi Heinrich

    Vorfreude auf den Winter

    Ein Blick in den Keller beruhigt: Die Ski haben den Sommer überdauert. Sommer! Er war schön, er war olympisch und ist doch schon wieder so weit weg. Die Radiomeldungen machen frösteln. Plötzlich ist schon wieder von gesperrten Alpenpässen die Rede. Schnee wagt sich weit herunter, ist vom Tal aus schon wieder mit bloßem Auge erkennbar. Kaminholz muss ich noch kaufen. Obwohl: Ich werde ja kaum zuhause sein, wie ich an unserem Plan erkennen kann.

    Eurosport wird wieder - wie schon seit mehr als zwanzig Jahren - das umfangreichste Wintersportprogramm aller vergleichbaren Fernsehsender anbieten. Bei Eurosport und Eurosport 2, im Eurosport Player und im Handy. Die gesamte Palette des winterlichen Vergnügens  und wirklich ohne Ausnahme. Die ersten Vorzeichen waren schon erkennbar, als es noch etwas wärmer war.

    Lindsey und die Jungs

    Plötzlich tauchte Lindsay Vonn in der Nachrichtenwelt auf. Nicht mitten im Sommer, aber noch weit vor dem Winter. Schlagzeilenträchtig wie schon so oft, hat die US-Amerikanerin den Wunsch geäußert, in diesem Jahr bei den Weltcuprennen in Lake Louise starten zu wollen. Gut, werden Sie sagen, das ist ja wohl klar. Sicher. Aber sie meinte das Männerrennen. Während ihre Kolleginnen kurze Schwünge in Aspen machen müssen, will sie den Herren der Schöpfung auf der langweiligen Schussfahrt in Canada heimleuchten.

    Oberschenkelumfangtechnisch ginge das sehr wohl. Anspruchsvoll ist Lake Louise auch nicht. Wenn alle Bären wirklich Winterschlaf halten, dann ist die Strecke auch nicht wirklich gefährlich, bloß schnell.  Sie wird einen Antrag beim Internationalen Ski-Verband stellen, der ihn vermutlich ablehnen wird, weil es ja auch ein Wettberwerbsvorteil wäre, denn eine Woche nach den Männern kommen ja die Kolleginnen von Lindsay Vonn nach Canada. Aber immerhin hat sich die beste Skiläuferin der letzten Jahre wieder in Erinnerung gebracht, bevor die ersten Schneeflocken die Täler erreicht haben.

    Die Technik-Jungs und die Mädels

    Da wollte Ex-und wieder Busenfreundin Maria Riesch nicht zurückstehen. Nein, kein Antrag auf Zusatzarbeit bei den Männern, aber mit denen haben ihre Schlagzeilen dennoch zu tun. Die gute Maria hat wieder ein Buch schreiben lassen und alle Mechanismen,  die verkaufsfördernd sind, beachtet. Sex vor allem verkauft sich gut und so hat Maria Riesch, Deutschlands schnellstes Ski-Girl, vor der kommenden Saison einen kleinen Aufreger gestartet und behauptet (ohne freilich Beweise vorzulegen), dass vor allem die Servicemänner gleich reihenweise die Skifahrerinnen in den Bergen flach legen.

    Daneben Maria - nicht im Skioutfit, sondern in einem sexy Kleid. Und schon war wieder eine vorwinterliche Schlagzeile im Netz. Gut geköchelt. Denn das ist ja das Geheimnis guter Vermarktung:  Selbst dann präsent zu sein, wenn noch gar nichts passiert ist, wenn es noch Wochen dauert bis zum ersten Rennen.

    Still in die Schlagzeilen

    Aber es geht auch stiller in die Schlagzeilen. Evi Sachenbacher-Stehle, zweimal schon Olympiasiegerin im Langlauf, hat das Metier gewechselt und taucht nun im Kader der Biathletinnen auf. Mancher wird das als Flucht betrachten, weil es zuletzt im Langlauf nicht mehr besonders viele Erfolg gab, aber schon jetzt ist in den Trainingseinheiten erkennbar, dass sie Talent hat im Umgang mit dem sportlichen Kleinkaliber-Gewehr.

    Vorgängerinnen, die einen ähnlichen Weg gingen, gibt es genug. Katrin Apel, Kati Wilhelm, Uschi Disl, Magdalena Forsberg oder Anna Carin Olofsson: Sie alle frönten einst dem Langlauf, ehe sie erfolgreiche Biathletinnen wurden. Evi Sachenbacher-Stehle könnte diese Liste fortführen. Vielleicht nicht schon in diesem Jahr, einem sogenannten Jahr des Übergangs, dem Jahr vor den Olympischen Spielen in Sotschi, aber eben dann 2014, wenn es wieder so richtig ernst wird im Flockenwirbel.

    Aber ohne Knaller geht es natürlich auch in diesem Winter nicht. Alpine und nordische Weltmeisterschaften wird es geben. Die Biathleten organisieren sowieso jedes Jahr Titelkämpfe, erstmals zeitgleich mit den Alpinen in Schladming, wovon sich beide Seiten Synergieeffekte, sprich hohe Einschaltquoten, versprechen.

    Und in Bälde kratzen auch die Schlittschuhe wieder über die Eisflächen. Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben ja ihre Mission, eine olympische Goldmedaille, noch nicht erfüllt und so werden wir zwei der erfolgreichsten deutschen Wintersportler glücklicherweise noch zwei Jahre begleiten dürfen.

    Irgendwie macht sich jetzt doch ein Gefühl der Vorfreude bemerkbar. Ich werde die Ski jetzt erst einmal ganz nahe an die Kellertüre stellen und wenigstens eine Kiste Kaminholz auf die Terrasse stellen.

    Euer Sigi Heinrich

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