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    Sigi Heinrich

    Lernen von Lothar?

    Ballack & Schumacher vor neuen HerausforderungenBallack & Schumacher vor neuen Herausforderungen

    Jetzt ist es wohl unwiderruflich. Michael Ballack werden wir nicht mehr sehen, wenn er in seiner unnachahmlichen Manier zum Kopfball ansetzt oder aus dem Mittelfeld heraus den Ball mit scheinbarer Leichtigkeit in den Strafraum befördert.

    Wie ein richtiger Kapitän, der sein Schiff durch alle Stürme leitet, so wirkte er in seinen besten Tagen. Es war ein besonderer Zauber, dem Ballacks Spiel innewohnte.

    Genauso wie Michael Schumacher über ein herausragendes Talent verfügte, seine Boliden in hoher Geschwindigkeit um die Kurven zu drehen. Jetzt auch er - wobei er Ballack voraushat, dass er schon mal aufgehört hatte. Wobei auch das so nicht genau stimmt, denn als er nicht mehr im Auto saß, da versuchte er sich unter falschem Namen als Motorradfahrer, was immerhin damit endete, dass er gesund blieb.

    Jetzt wird noch eine gewisse Zeit auf die Tränendrüse gedrückt, die Erfolge werden zu recht gewürdigt - aber Hand aufs Herz: Es war doch auch Zeit und auch wenn uns das ja egal sein sollte, wie lange ein Sportler aktiv bleiben möchte, so haben beide doch erkennbar ihren Zenit überschritten.

    Wird für warme Mahlzeit reichen

    Natürlich würde es noch reichen für dies und das. Für Ballack irgendwie und irgendwo bei einem Verein, der nicht mehr oberstes Niveau fordert, den Zampano zu machen. Oder für unseren Schumi ein kleineres Fahrzeug zu lenken. Aber das würde vermutlich beiden keine Befriedigung bedeuten und zudem vermutlich auch ihrem Ruf abträglich. Das werden sie kaum zulassen. Ballack würde seine feinen Werbeverträge verlieren, Schumacher seine Reputation aufs Spiel setzen.

    Beide unternahmen ja noch Versuche, dem sportlichen Ende ein Schnippchen zu schlagen. Ballack wäre fast in Australien gelandet (dort zog man dann einen Japaner unserem Capitano vor) und Schumacher bekam schlicht Absagen von Ferrari, seinem alten Arbeitgeber und auch von Sauber. Und auf Betteltour müssen beide wahrlich nicht gehen.

    Wir müssen uns ja auch grundsätzlich keine Sorgen machen. Nehme ich mal an. Beide werden auch ohne sportliche Aktivitäten in der Lage sein, ihren Familien täglich eine warme Mahlzeit zu sichern. Und ausserdem ist ja nach der Karriere auch vor der Karriere. Die sieht halt anders aus und der Möglichkeiten sind da viele, um nicht in der berühmten Versenkung zu verschwinden.

    So wird's gemacht...

    Es war zu hören, dass Lothar Matthäus demnächst Seminare veranstalten wird für viele Ehemalige, um seinen Kollegen, die halt nicht mehr viel sinngestaltendes zu tun haben, Tipps zu geben. Motto der Veranstaltung: Schlag der Langeweile ein Schnippchen.

    Natürlich gehört dazu Öffentlichkeit. Ein guter Draht zu "Bild" ist extrem wichtig. Macht Lothar. Gehört zum Service. Dauerkarten für das Oktoberfest (nächstes Jahr dann) gehören zum Unterrichtsmaterial. Die letzten Folgen vom Dschungelcamp (falls wirklich mal alle Stricke reissen) werden im Seminar analysiert, um vorbereitet zu sein, falls, wie gesagt.

    Diverse Anlässe wie runde Geburtstage von C-bis B-und A-Promis sind gelistet und gegen einen kleinen Aufpreis erhältlich. Die grossen Bälle (passt dann wenigstens für Ballack) in denen Wohltätigkeit im Vordergrund steht, können besucht werden. Preise müssen verliehen werden. Ach, so vieles ist zu tun.

    Natürlich wird Lothar sagen, dass ab und zu auch ein Wechsel der holden Weiblichkeit von Vorteil ist, sollte gerade mal eine kleine Pause entstanden sein. Aber das ist natürlich ein Thema, das von den Seminarteilnehmern sehr individuell angegangen werden muss. Sollte da nämlich Frau Schumacher was zu Ohren kommen….

    Große Momente bleiben

    Wie gesagt: Da sind Einzelgespräche notwendig. Macht aber Lothar auch gern, der als erfahrener Ehemann zudem auch die Details regeln kann, falls es zum Äußersten kommt.  Als Gastredner kommt Boris Becker vorbei - wobei diese Position, wie im Fussball halt auch, stark rotiert. Zu viele haben sich schon beworben, um ihr Wissen, wie man das Loch nach der Karriere füllt, weiter zu geben.

    Es ist ein schönes Gefühl für uns alle, dass sowohl Ballack als auch Schumacher wie so viele andere nicht einfach verschwinden. Sie bleiben uns erhalten In der Welt der bunten Blätter und der bunten Magazine und sicher auch in den Werbepausen.  Und wenn das nicht so recht klappt nach dem Seminar bei Lothar Matthäus, dann hilft uns jedenfalls die  Erinnerung, die meist nur das Beste aus den besten Tagen an die Oberfläche spült. Und da kommen beide gut weg.

    Sportliche Grüße,

    Euer Sigi Heinrich

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