Mo 29.Jun. 10:03
Ach, wie war das früher doch einfach. "Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nichts wie raus zum Wannsee." Cornelia Froboess sang dereinst diesen Sommerschlager. Ob Wannsee in Berlin, die Isar in München oder das Freibad um die Ecke: Schwimmen war noch nie sonderlich aufwendig. Badehose eben oder Bikini. Was leichtes, simples. Das konnte man zusammen mit dem Handtuch und der Sonnencreme leicht in das Gepäcknetz am Fahrrad klemmen. Und war in einer Badehose nicht jeder auch irgendwie gleich. Der Arbeiter sah aus wie der leitende Angestellte. Der Badesee vereinte und einte die Gesellschaft. So wenig Stoff mit so großer Wirkung.
Nicht einmal die allerbesten Schwimmer machten da eine Ausnahme. Mark Spitz pflügte im Olympiapool von München sogar noch mit Schnauzbart und - relativ - langen Haaren durchs Wasser und war unschlagbar. Er war der beste, der schnellste Schwimmer der Welt. Das ist Britta Steffen jetzt auch, die deutsche Antwort auf Michael Phelps, der in Peking achtmal Gold gewann.
Er muß sitzen wie eine Eins
Die deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende waren Titelkämpfe der Superlative. Es blieb kein Stein mehr auf dem anderen. Die Rekordflut musste fast erschrecken. Britta Steffen war mit ihren Weltrekorden der Superstar. Aber nicht nur sie alleine schwamm schneller als je zuvor. Alle anderen ja auch. Besseres, effektiveres Training? Noch mehr Fliesen zählen im Training? Schlugen gar Übungseinheiten in der Höhe diesmal besonders gut an? Oder gar... Nein, nein. Keine Pillen, keine Spritzen.
Es ist ja alles ganz einfach. Pack die Badehose ein. Diesmal für immer. Sie hat ausgedient. Wer heutzutage mit einer Badehose Schwimmen geht hat den Zeitgeist nie gesehen. Ein kompletter Anzug ist jetzt gefragt. Einer der sich so eng um den Hals legt, dass sich Striemen bilden. Er muss wie eine zweite Haut getragen werden. Keine Bläschen dürfen sich bilden. Wie heißt das doch so schön: Er muß sitzen wie eine Eins. Dass es solche Ware nicht von der Stange gibt, liegt auf der Haut, pardon, auf der Hand.
Sogar mancher Fisch wäre schneller
Jetzt sind die Schneider gefragt, die millimetergenau die Nähte säumen müssen. Die Schwimmer sagen jetzt, sie würden das Wasser nicht mehr fühlen. Die Widerstände seien geringer. Alles ist jetzt einfacher. Der Mensch wird dem Fisch ähnlicher und macht damit ja keinen Fortschritt, sondern einen Rückschritt. Denn aus dem Wasser sind wir vielleicht ja einmal entstanden in der Evolution.
Aber wir erfüllen uns Träume. Beobachten wir in den Aquarien dieser Welt nicht immer staunend und mit großen Augen wie elegant sich Fische in ihrem Element bewegen? Wie sie sich drehen, winden und plötzlich, mit nur einem Flossenschlag, davon sausen? Selbst ein riesiger Wal sieht elegant aus, obwohl natürlich der neue Schwimmanzug auch optisch nur funktioniert, weil die Athleten allesamt mit Luxuskörpern aufwarten. Der Mensch hat der Natur wieder ein Geheimnis abgetrotzt. Die neuen Anzüge sind absolute Hightech-Produkte und würden vermutlich sogar manchen Fisch noch schneller machen.
In ein paar Wochen findet die Fisch-Weltmeisterschaft in Rom statt. Noch gibt es ein paar Widerständler, die partout nicht in die neue Haut schlüpfen wollen. Sie werden verlieren, aber unsere Sympathie haben. Es werden die letzten Menschen sein, die wir im Fernsehen noch in einer Badehose sehen. Dann hat sie ausgedient und ist nur noch ein Relikt vergangener Zeiten. Die bevorstehende Weltrekordflut ist dafür kein Ersatz.
Ich war dreizehnmal in Folge nicht da, es lag immer nur an der zerdepperten Badehose, und nun ist es soweit ,die Unterhosenprohibition ist eröffnet. Sie schwamm euch gleich elfmal in Folge davon, sie gehörte zu den Besten !!!It's Showtime!
Lang lebe Alexander Popov, der Mr. Badehose schlechthin!
Ja ... pack die Badehose ein und das extern anzuwendende "Doping Material" (oder vielleicht "Material Doping")? aus .... zumindest scheint sich keine WADA für diese Art des "Dopings" zu interessieren und auch reine Indizien Prozesse sind nicht zu befürchten ....
Hmn ... vielleicht sollte man auf die Kleiderordnung der Olympischen Spiele der Antike zurückgreifen ... dann würden die Athleten wenigstens noch in ihrer eigenen Haut stecken und vermutlich auf das Publikum auch ohne Weltrekord noch "anseh"lich wirken 
wie jetzt???
nackt - oder was ???
NEIN DANKE_braucht kein mensch...
-kleiderordnung der antike.....pfffffff-
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