Mo 26.Okt. 10:52
Jetzt wird es ernst. Die Vorboten sind nicht zu übersehen. Der Winter kommt. Ja, er war sogar schon da. Neulich, in Sölden, wurden wir alle eingestimmt auf die kalte Sportsaison, auf Eis und Schnee und teilweise wurde uns da schon warm ums Herz.
Die Fernsehbilder erfüllten alle Wünsche arg geplagter Tourismusmanager. Weiß überzuckert präsentierten sich die Ötztaler Berge, im Tiefschnee neben der Rennpiste für die Weltcupstars waren wunderschöne Schlangenlinien der Freizeitskifahrer zu sehen. Und die besten Skifahrer der Welt zauberten ihre Carvingschwünge in eine bestens präparierte Piste.
Beste Unterhaltung
Wer unabhängig von jeglichem Nationalitätendenken den Riesenslalom beobachtete, wurde bestens unterhalten. Vom Kampfgeist des Siegers Didier Cuche aus der Schweiz, vom Wagemut und der ungebremsten Lust am Risiko des US-Amerikaners Ted Ligety, der seinen fehlenden Landsmann Bode Miller bestens vertrat oder von der ruhigen, beherrschten und doch sehr schnellen Fahrweise des eleganten Carlo Janka (auch Schweiz).
Die Italiener überzeugten mit mannschaftlicher Geschlossenheit, Gut, Österreich gelang wieder kein Sieg auf dem Rettenbach-Gletscher aber Benjamin Raich war immerhin im Bereich der Spitzengruppe. Und auch Franzosen und Norweger hatten vier Läufer im zweiten Durchgang dabei. Doch ja, es machte richtig Spaß, den Kampf um die ersten Weltcuppunkte zu verfolgen, den Einstieg in die olympische Saison.
Er bescherte bei den Damen der Weltmeisterin Kathrin Hölzl und der Junioren-Weltmeisterin Viktoria Rebensburg auf Anhieb die Qualifikation für Vancouver mit den Plätzen sieben und acht. So hatte auch der Deutsche Ski-Verband Grund zur Freude, die freilich berechtigterweise gedämpft war, denn beim Männern war im zweiten Durchgang, der schließlich erst die Punkte bringt, niemand mehr dabei.
DSV inexistent
Der einzige Starter, Fritz Dopfer aus Garmisch-Partenkirchen, verpasste die Qualifikation deutlich. Danach wurde ihm mangelnder Kampfgeist vorgeworfen. Als wollte er absichtlich langsam fahren. Eine solche Kritik ist unfair. Es wäre besser gewesen, klar zu sagen: Das ist der Stand der Dinge. Dopfer ist noch nicht reif für den Weltcup. Er kann es schlicht nicht besser, auch wenn er meint, er habe super trainiert.
Das bitte, setzt man voraus, wenn man im Weltcup starten will. Der Deutsche Ski-Verband existiert im Männerbereich nicht mehr, ausgenommen natürlich Felix Neureuther. Aber der ist zum einen noch nicht fit genug gewesen nach einer starken Grippe und er ist im Riesenslalom auch nur zweitklassig.
Genaugenommen war es ein Desaster für den DSV. Es werden jetzt wieder die üblichen Durchhalteparolen ausgegeben. Die Zukunft wird nicht so schwarz gesehen wie sich die Gegenwart darstellt. Angeblich wird überall engagiert geübt. Das freut uns, ist aber auch nicht sehr hilfreich derzeit in der Außendarstellung. Die Versäumnisse der Vergangenheit mit mangelnder Koordination im Nachwuchsbereich sind nicht so schnell aufzuholen.
Tiefpunkt ist erreicht
Die aktuelle Führung versucht verzweifelt, die Hebel umzulegen, alleine es fehlt auch an engagierten Jugendlichen. Auf absehbare Zeit macht es so auch keinen Sinn, im Weltcup zu starten. Wer nicht einmal im Europacup unter den besten Fünf landet, sieht in der ersten Liga kein Land.
Der Weg, den der DSV im alpinen Bereich gehen muss, ist steiniger als viele das erwartetet hatten, denn selbst wenn es momentan zwei gute Läufer im Riesenslalom geben würde: Es würde nichts bringen. Der Deutsche Ski-Verband hat nur einen Startplatz zur Verfügung. Tiefer kann man nicht mehr sinken.
auf den punkt getroffen. bravo sigi
Bei dem letzten Satz kann ich so nicht zustimmen. Denn die Anzahl der Startplätze hängt ja von der Anzahl der guten Fahrer ab. Wenn jemand ausreichend Weltcuppunkte holt und sich unter die besten 60 der Weltrangliste fährt, darf dann ein oder zwei Rennen später auch gleich ein weiterer Starter fahren. Das mit dem einen Starter ist also nicht unbedingt auf die ganze Saison festgelegt sondern kann sich verändern. Die Frage ist nur, wer die Punkte in dieser Disziplin holen soll. Am ehsten wohl doch noch Neureuther, wenn überhaupt einer.
In den anderen Disziplinen ist es übrigens was die Anzahl der Startplätze angeht etwas besser. In der Abfahrt dürfen zu Saisonbeginn fünf deutsche Herren starten, im Super G und im Slalom jeweils vier. Mal schauen, ob auch etwas mehr dabei herausspringt.
Stimmt... - wenn einer eine gute Leistung bringt, dann hat er auch die Möglichkeit zu fahren!
Aber wenn da überhaupt nichts kommt... - dann haben es sich die Jungs einfach nicht verdient!
So schauts aus...
2 Dinge setze ich mal voraus, nämlich daß Sigi den Artikel selbst geschrieben hat,
und daß in diesem Falle Dirk der Peinliche nicht in der Nähe war.
Dann: Tiptop Artikel, indeed und tatsächlich.
Und mit den Startplätzen ist wahrscheinlich der momentane Zustand
gemeint.
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