Sami Allagui berichtet exklusiv für eurosport.yahoo.de vom Afrika-Cup
Leute, so langsam habe ich mich akklimatisiert. Am Wochenende steht mit Mainz das Spiel gegen Hannover an und ich gebe alles, damit ich schnell wieder in den Rhythmus komme. Es ist schon kurios, dass ich dabei direkt auf meinen Kumpel Karim Haggui treffen könnte. Mit ihm war ich in den letzten Wochen ständig zusammen.
Auch wenn uns jetzt der Bundesliga-Alltag schnell wieder einholen wird, die Erlebnisse und Erfahrungen beim Afrika-Cup werden uns immer verbinden. Die Zeit in Gabun war aufregend und lehrreich zugleich.
Wir sind mit Tunesien leider schon im Viertelfinale ausgeschieden, was mich richtig angenervt hat, weil wir uns definitiv mehr vorgenommen hatten. Doch abgesehen vom Sportlichen bin ich froh, dass meine Afrika-Cup-Premiere insgesamt so positiv verlaufen ist.
Überragende Stimmung
Die Stimmung in der Mannschaft war überragend, wir sind eng zusammengerückt, haben uns super verstanden und hatten jede Menge Spaß. Ansonsten wäre es wohl tierisch langweilig geworden. Wenn ich an eine Szene zurückdenke, könnte ich mich gleich wieder kaputt lachen. Es war sozusagen mein persönliches Highlight.
Auf einem Spaziergang mit ein paar Mannschaftskollegen sind wir auf einen wunderschönen Wasserfall gestoßen, der in einen großen Fluss plätscherte. Darüber befand sich eine Brücke. Von dieser Brücke sprangen mutige einheimische Jungs spektakulär ins Wasser - wir waren echt beeindruckt und haben sie fotografiert und gefilmt. Dabei entstand auch das Bild oben rechts. Wir ihr seht, war ich nicht der Einzige, der durchtrainiert war.
Nun ja, es hat nicht lange gedauert, und Kollege Wissem Ben Yahia ist ebenfalls gesprungen. Das sah auch gut aus. Allerdings hat er die Strömung unterschätzt und kam nicht mehr zurück ans Ufer. Er hat alles gegeben und gepaddelt ohne Ende, aber er hat es einfach nicht geschafft, gegen die Strömung anzukommen. Die Jungs und wir haben gelacht ohne Ende, ehe wir ihn dann rausgefischt haben. Lustig!
Erschreckende Armut
Nicht ganz so amüsant waren die Fahrten zum Training, wenn wir mit dem Bus durch diverse Dörfer gefahren sind. Die Armut dort war erschreckend, ich konnte kaum hinsehen. Danach wurde mir einmal mehr bewusst wie gut es uns in Deutschland eigentlich geht - als Fußballprofi sowieso.
Da das hier mein vorerst letzter Blog auf eurosport.yahoo.de ist, wollte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die mich auf diese Weise begleitet und die Daumen gedrückt haben. Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen exklusiven Einblick vom Afrika-Cup verschaffen.
Auch den zahlreichen Helfern vor Ort, die uns das Leben in Gabun so leicht gemacht haben, gilt mein Dank. Schön war's!
In diesem Sinne grüßt Euch, Euer Sami
Diashow: Bundesliga-Legionäre beim Afrika Cup
