WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Rolf Kalb

    Stephen Lee vorläufig gesperrt

    Die World Professional Billiards and Snooker Assocociation (WPBSA) hat Stephen Lee vorläufig gesperrt, wie der Verband heute (Freitag) Abend in einer Erklärung mitteilte. Grund für diese Sperre sind Vorwürfe der Spielmanipulation. Nach ersten Vorwürfen aus dem Jahr 2010 gab es der Erklärung der WPBSA zufolge nun weitere Verdachtsmomente in Bezug auf sein Match vom Donnerstag in der Premier League gegen John Higgins, das Lee mit 2:4 verlor.

    Um die Vorwürfe aus dem Jahr 2010 hatte sich auch die Staatsanwaltschaft gekümmert, die aber am 2. Oktober entschieden hatte, keine Anklage gegen Lee zu verhängen. Am 5. Oktober hat daraufhin die staatliche britische Spiel-Kommission die WPBSA über die Informationen und Ergebnisse der Untersuchung unterrichtet.

    Die Disziplinarkommission der WPBSA unter Nigel Mawer soll nun diese Vorwürfe untersuchen. Heute wurde zudem noch bekannt, dass es auf auffällige Wetter bei der 2:4-Niederlage von Stephen Lee in der Premier League gegen John Higgins gab. Lee schien da auf dem Weg zum Remis, bevor er erst Pink mit dem Hilfsqueue verschoss und den Frame dann doch auf Schwarz verlor. Auch dies wird nun durch die Kommission unter Nigel Mawer, einem ehemaligen hohen Polizeioffizier, untersucht.

    Die WPBSA habe beschlossen, so heißt es in der Erklärung des Verbandes, dass es nicht angemessen für Stephen Lee sei, weiterhin auf der World Snooker Tour zu spielen, bis diese Untersuchungen durchgeführt seien. Deshalb habe der WPBSA-Vorsitzende Jason Ferguson beschlossen, Stephen Lee bis zur Klärung der Vorwürfe vorläufig zu sperren: „Unter dem Vorbehalt des Widerspruchsrechts von Stephen Lee bleibt diese Sperre in Kraft, bis die Untersuchung zu einem Abschluss gekommen ist oder Verhöre zu Ergebnissen geführt haben."

    Hiobsbotschaft am Geburtstag

    Zu Beginn dieser Saison war bereits Joe Jogia für zwei Jahre gesperrt worden, weil es bei einem eigentlich geplanten Match von Jogia beim Shoot Out im Januar auffällige Wetten gegeben hatte; Jogia war aber damals nicht zu dem Event angetreten, so dass das Match gar nicht erst stattgefunden hatte. Auch Stephen Lee hatte in diesem Jahr bereits Bekanntschaft mit der Disziplinarkommission der WPBSA gemacht.

    Dabei ging es um nicht erfüllte finanzielle Forderungen gegen Stephen Lee von seinem ehemaligen Management, für die bereits ein rechtskräftiges Urteil eines Zivilgerichtes vorlag. Lee war damals verpflichtet worden, für die Befriedigung dieser Forderungen einen mit dem Gläubiger vereinbarten Plan vorzulegen, was Lee dann auch gemacht hat.

    Sollten sich die Vorwürfe gegen die Nummer Sieben der Weltrangliste bestätigen, dann könnte dies das Ende der Karriere von Stephen Lee bedeuten. Die WPBSA hat immer betont, dass sie bei Spiel- und Wettmanipulationen keine Toleranz kennt. Auch das Vorgehen gegen Joe Jogia unterstreicht diese Linie. Stephen Lee ist seit 1992 Profi. Er stand neun Mal im Finale eines Weltranglisten-Turnieres hat fünf Titel gewonnen; zuletzt triumphierte er im März beim PTC-Final im irischen Galway. Lee ist verheiratet und hat vier Kinder. Ironie der Geschichte: Die Information über seine Sperre platzte vermutlich in seine Geburtstagsfeier. Lee wird am heutigen Freitag 38 Jahre alt.

    Herzliche Grüße
    Ihr / Euer Rolf Kalb

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen