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    Rolf Kalb

    Ronnie O’Sullivan kehrt zurück

    Ronnie O'Sullivan kehrt auf die Snooker-Maintour zurück. Der Weltmeister und German Masters Champion hat den Spielervertrag von World Snooker unterschrieben und ist damit ab sofort wieder startberechtigt. Sein Comeback wird er bei der International Championship Ende Oktober in China geben, einem neuen Ranglisten-Turnier. Auch für die UK Championship im Dezember in York hat O'Sullivan gemeldet. In einer Erklärung ließ O'Sullivan wissen: „Ich habe wie angekündigt eine Pause von sechs Monaten genommen und freue mich darauf, wieder zu spielen. Ich bin glücklich, wieder zurück zu sein und meine Fans bald zu treffen."
    Barry Hearn, der Chef von World Snooker, zeigte sich über die Rückkehr des Snooker-Stars erfreut: „Ich habe Ronnie letzte Nacht getroffen und wir haben alle Fragen besprochen. Er hat den Vertrag dann unterzeichnet. Natürlich freuen wir uns sehr, dass Ronnie zum Snooker zurückkommt, dem Sport, den er liebt. Das ist eine tolle Nachricht für seine vielen Fans auf der ganzen Welt. Wir heißen ihn mit offenen Armen willkommen." Zuvor hatte sich Ronnie O'Sullivan als einziger der 99 Maintour-Profis geweigert, den Spielervertrag zu unterzeichnen, weil die Verpflichtungen gerade für die Top-Spieler zu umfangreich seien. Ob Barry Hearn mit O'Sullivan noch weitere Absprachen getroffen hat wurde nicht publik gemacht.
    Anerkennung gefordert
    Django Fung, der Manager von Ronnie O'Sullivan, hatte im Vorfeld deutlich gemacht, dass es nicht einfach nur um mehr Geld oder gar Antrittsgeld bei den Turnieren ginge. Vielmehr seien O'Sullivan die anderweitigen Verpflichtungen zu umfangreich gewesen. Der Vertrag verpflichtet die Spieler, auch für PR-Aktionen und Medienverpflichtungen zur Verfügung zu stehen ebenso wie für Autogrammstunden bei den Turnieren. O'Sullivan und sein Manager argumentierten, dass gerade einm Top-Spieler wie der Weltmeister vermehrt zu solchen Terminen verpflichtet würden. Dafür müsse es einen zusätzlichen finanziellen Ausgleich geben. Außerdem wurde Fung zitiert, dass O'Sullivan eine Anerkennung seiner herausragenden Rolle im Snooker vermisse. World Snooker hatte dagegen immer argumentiert, dass man zu einer Gleichbehandlung aller Spieler verpflichtet sei und deshalb alle Spieler den gleichen Vertrag unterzeichnen müssten. Der Vertrag sei zusammen von World Snooker, der WPBSA und der Snooker Players Association als Spielergewerkschaft mit Hilfe von externen Juristen erarbeitet worden.
    Titelverteidigung in Berlin wahrscheinlich
    Meine Meinung dazu: Das ist eine gute Nachricht — für Snooker, für die Fans, aber in meinen Augen auch für Ronnie O'Sullivan selber. Ob es eine Machtprobe war oder nicht ist letzlich egal; wichtig ist, dass offensichtlich Vernunft eingekehrt ist. Ein Ronnie O'Sullivan in der Form, die ihn in diesem Jahr zum WM-Titel geführt hat, ist eine Bereicherung für Snooker (ein lustloser O'Sullivan dagegen nicht). Sicher wird O'Sullivan auch nach seiner halbjährigen Pause sich weitere Freiräume gönnen und nicht bei allen Turnieren antreten. Das ist natürlich sein gutes Recht, und die Folgen für seine Position in der Weltrangliste werden ihm klar sein. Ich rechne damit, dass er auf die PTC-Serie komplett verzichtet, aber bei den Top-Turnieren wird er an den Staret gehen. Ich gehe auch davon aus, dass er 2013 in Berlin seinen Titel beim German Masters verteidigen wird.
    Herzliche Grüße
    Ihr / Euer Rolf Kalb

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