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    Rolf Kalb

    Murphy über O’Sullivan

    In einem Interview mit der englischen Zeitung „The Sun" hat
    Shaun Murphy einmal so richtig über Ronnie O'Sullivan abgeledert. Über das
    Verhalten von O'Sullivan bei seinem Maximum Break beim World Open sagte der
    Weltmeister von 2005: „Für mich war das erbärmlich und unprofessionell. Es war
    respektlos den Leuten gegenüber, die gekommen waren und bezahlt hatten." O'Sullivan
    hatte, weil es keinen Sonderpreis für ein Maximum Break gab, nach dem Lochen
    von Pink erst einmal die Hände von Gegner Mark King geschüttelt und erst auf
    Aufforderung von Schiedsrichter Jan Verhaas dann auch Schwarz gelocht.

    Shaun Murphy verhehlt nicht, dass Ronnie O'Sullivan viel
    Aufmerksamkeit für Snooker schafft und deshalb für den Sport wichtig ist: „Zweifellos
    ist Ronnie die größte Attraktion im Snooker und bringt viele Leute dazu, zu
    schauen. Snooker steht mit Ronnie besser da als ohne." Aber er hat auch so
    seine Bauchschmerzen: „Ich bin den ganzen Ronnie-Ronnie-Kram ein bisschen leid."

    Damit, glaube ich, drückt Shaun Murphy aus, was viele
    Spieler zumindest unterschwellig empfinden. Als Spieler ist O'Sullivan noch
    immer derjenigen, an dem sich alle orientieren. Aber das ganze Drumherum
    empfinden viele eben auch als ein bisschen respektlos den anderen Spielern
    gegenüber. Snooker ist eben mehr als Ronnie O'Sullivan.

    Bevor aber jetzt die Wellen hochschlagen, rate ich allen, erst
    einmal tief Luft zu holen. Denn warum ist Shaun Murphy jetzt so vorgeprescht?
    Es geht ganz einfach um Werbung. Am Donnerstag spielen Shaun und Ronnie in der
    Premier League gegeneinander. Am 30. Oktober sind dann auch beide beim „PowerSnooker"
    in London dabei. Die Veranstaltung wird übrigens auch von der Sun unterstützt,
    die ja nicht gerade für besondere Zurückhaltung bekannt ist. Das ganze Ballyhoo
    also ist nicht mehr als bestens platzierte Werbung, die das Interesse an beiden
    Events steigern soll. Besondere Rivalitäten, auch ausgetragen über die
    Boulevard-Presse, haben schon in vielen Sportarten das Interesse gesteigert. Das
    funktioniert auch im Snooker.

    Herzliche Grüße

    Ihr / Euer Rolf Kalb

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