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    Rolf Kalb

    Das methodische Duell

    Matchhärte wie Stahl: Peter EbdonKlar haben eine Reihe von Top-Spielern auf einen Start bei den Australian Open in Bendigo verzichtet. Aber die Zeiten, in denen ein Topspieler-Status auch Garant für Erfolg war, sind im Snooker ja lange vorbei. Die Erfahrung mussten auch einige der Topspieler machen, die in Bendigo dabei waren. Fragen Sie einmal bei Mark Selby, Neil Robertson, Shaun Murphy oder Ding Junhui nach. Daraus zu schließen, dass die Australian Open ein schwaches Turnier seien, wäre aber vollkommen verkehrt. Im Gegenteil: Es wird tolles Snooker geboten, interessantes zumindest, und es geht ganz schön spannend zu in dieser Goldgräberstadt Down Under.
    Im Halbfinale werden wir zwischen Peter Ebdon und Marco Fu das Duell der beiden vielleicht größten Methodiker auf der Tour erleben. Man kann ihr Spiel mögen oder aber auch nicht. Spannung ist auf jeden Fall garantiert. Langwierig kann die Sache allerdings auch werden, aber diese langsam sich entwickelnden Dramen haben ja schließlich auch einen besonderen Reiz. Mit ihrem Matchplay können beide ihren Gegner aus dem Spiel halten, aber beide sind auch jederzeit zu einem hohen Break in der Lage.
    Peter Ebdon hat in Bendigo in all seinen drei Matches bewiesen, dass er im Wettkampf stahlhart ist. Drei Entscheidungsframes hat er gespielt und gewonnen, und alle drei hat er mit einem Break geholt. Das ist nicht nur ein Beweis für Nervenstärke, sondern auch für Klasse. Es gibt bei Ebdon ja immer wieder diese Turniere, bei denen plötzlich alles zusammen passt. So hat er im Frühjahr ja auch die China Open gewonnen. Aber Marco Fu ist ein ähnlicher Typ. Auch dem mangelt es an Konstanz, aber er ist auch immer zu einer Weltklasseleistung in der Lage. Und er ist ein Spezialist für große Matches. Das Halbfinale ist ein großes Match.
    Im anderen Halbfinale wird Barry Hawkins versuchen, den Siegeszug von Mark Davis zu stoppen. Den bisherigen Gegnern von Davis in Bendigo ist das bisher nicht im Ansatz gelungen. Man kann sich nur die Augen reiben, wie stark der 39-Jährige auf einmal auftrumpft. Allerdings schmerzt ihn die Halbfinal-Niederlage von Wuxi noch immer. Das kann sich als Hypothek erweisen. Barry Hawkins auf jeden Fall wird mit der Rolle des Außenseiters nicht unglücklich sein. Dass er unter Druck die richtige Antwort geben kann, das hat Hawkins bewiesen, als er im Viertelfinale das Comeback von Matthew Selt cool mit einer 102 stoppte.
    Ich freue mich auf die Halbfinals in Bendigo. Die versprechen beide Spannung.
    Herzliche Grüße
    Ihr / Euer Rolf Kalb

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