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    Rolf Kalb

    Das war cool, Barry!

    Barry HawkinsBarry HawkinsBarry Hawkins feierte im Finale der Australian Open in Bendigo einen grandiosen Triumph, und eine absolut coole Leistung war es obendrein: Die Nervosität in seinem ersten Finale merkte man dem 33-Jährigen allenfalls bei seinen letzten Bällen und im Interview nach dem Sieg an, aber kaum während des Spiels.

    Was er da im Finale ablieferte war einfach von vorne bis hinten eine absolute Top-Leistung. In allen Bereichen des Snooker spielte er herausragend. Den taktischen Fuchs Peter Ebdon in dessen Spezialdisziplin zu dominieren, das ist in der Woche von Bendigo keinem anderen gelungen, auch Top-Leuten wie Ding Junhui oder Shaun Murphy nicht. Die Bälle, die er teilweise gelocht hat, hätten zudem selbst einem Judd Trump zur Ehre gereicht.

    Barry Hawkins ist also nun der 50. Spieler, der einen Sieg bei einem Weltranglisten-Turnier einfährt. Es wird wohl niemanden auf der Tour geben, der ihm das nicht gönnt. Barry ist einer der großen Sympathieträger auf der Tour; Peter Ebdon hat das nach dem Finale ja auch betont. Den Boden unter den Füßen wird Hawkins nun aber nicht verlieren. In seinen 16 Jahren als Profi hat er alle Höhen und Tiefen kennengelernt; das schützt auch vor Schulterklopfern. Allerdings wird er demnächst mit mehr Selbstvertrauen an den Tisch kommen, und auch seine Gegner werden ihn mit mehr Respekt betrachten. Das kann ihm nur helfen, wieder in die Top 16 der Rangliste zu kommen.

    Viele werden jetzt fragen, was der Sieg von Barry Hawkins denn wert ist. Schließlich waren eine Reihe von Top-Spielern in Bendigo nicht am Start. Ich finde, Hawkins Triumph kleinzureden ist nicht gerechtfertigt. Der hat den Titel schließlich nicht gegen Amateure gewonnen. Nicht nur Judd Trump, Mark Williams, John Higgins und Konsorten können Snooker spielen. Und ob die sich Down Under besser geschlagen hätten muss auch offen bleiben. Beweisen, dass er besser (oder zumindest erfolgreicher) ist als andere, kann nur, wer auch an den Start geht. So ist das im Sport. Basta! Bei der Leistung von Barry Hawkins im Finale hätten sich außerdem alle Spieler dieser Welt warm anziehen müssen. Derartige Diskussionen also sind müßig.

    Barry Hawkins wird den Sommer 2012 sicherlich nie in seinem Leben vergessen: Erst heiratet er seine langjährige Lebensgefährtin Tara, mit der er einen dreijährigen Sohn hat, und dann holt er seinen ersten großen Titel. Zu beidem kann ich nur von Herzen sagen: Herzlichen Glückwunsch, Barry!
    Herzliche Grüße
    Ihr / Euer Rolf Kalb

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