Rolf Kalb
  • Ronnie und sein gutes Recht

    Ronnie und RonnieErst einmal herzlichen Glückwunsch an Ronnie O'Sullivan! Sein Titelgewinn gestern in Sheffield war nicht nur hoch verdient, sondern kam auch beinahe zwangsläufig. Ich will nicht unbedingt sagen, dass diese WM das beste Turnier seiner Karriere war (das würde er wohl auch nicht so sehen), aber wir haben über die 17 Tage einen Ronnie O'Sullivan erlebt, wie wir ihn lange nicht mehr gesehen haben: immer konzentriert, immer geduldig, immer diszipliniert, immer mit erkennbarem Willen und mit einer herausragenden Klasse in allen Bereichen des Snooker — egal, ob es ums Lochen, um Safeties oder um

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  • Ronnie O'Sullivan: Rücktritt auf dem Höhepunkt?Ronnie O'Sullivan und Ali Carter also bleibt es vorbehalten, den Schlusspunkt in einer packenden Saison zu setzen. Wir erleben die Wiederauflage des Finales von 2008. Damals war es eine einseitige Angelegenheit. Ronnie gewann leicht mit 18:8. Ali war erschöpft - seit seiner 147 damals war immer deutlich weniger Blut in seinen Adern als Adrenalin -, und er konnte O'Sullivan nichts mehr entgegen setzen. Das wird in diesem Jahr anders sein. Carter ist jetzt ein anderer Spieler, und die Voraussetzungen waren damals auch anders.
    Ali Carter hat natürlich auch in diesem Jahr eine Reihe von harten

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  • Stephen HendryStephen Hendry

    „Ich glaube, meine Karriere war ganz ordentlich." Die lapidaren Worte, mit denen Stephen Hendry die Pressekonferenz beendete, auf der er seinen Rücktritt bekanntgegeben hat, waren typisch für den Schotten. Bemerkenswert war aber, was dann folgte: Alle anwesenden Medienvertreter erhoben sich und applaudierten dem King des Crucible. So etwas habe ich noch nie erlebt. Eine Geste, die verdeutlicht, welche Rolle Stephen Hendry im Snooker gespielt hat und was für ein einschneidender Moment sein Rücktritt ist.
    Ich brauche hier nicht alle Erfolge und Leistungen von Hendry aufzuzählen. Die Frage, wer

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  • Wer schafft den Marathon

    Kann Neil Robertson Ronnie O'Sullivan stoppen?Zum Glück stehen seit vielen Tagen nicht mehr irgendwelche Aussagen in Pressekonferenzen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern das sportliche Geschehen auf dem Tisch. Das ist gut so! Schließlich wurde auf den beiden Tischen im Crucible Theatre genug Stoff geliefert. Top-Leistungen, Dramen, bittere Enttäuschungen, Überraschungen — alles war dabei. Eine richtige Weltmeisterschaft eben. Ich empfinde die Titelkämpfe 2012 als sehr abwechslungsreich. Der Aufstand der Qualifikanten in der ersten Runde war erfrischend. Über die Gründe habe ich ja schon auf dem Sender ausführlich gesprochen

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  • Das muss nicht sein, Mark!

    Tag eins der Weltmeisterschaft sorgte mit der 147 von Stephen Hendry für das erste Highlight dieser Titelkämpfe, an Tag zwei folgte der erste Skandal. Und es war wieder einmal Mark Allen, der kein Blatt vor den Mund nahm.

    Was war passiert: In Frame 16 von Allens Erstrundenmatch schien der Ire schon das 7:9 in der Tasche zu haben, als er nach Blau und Pink auch Schwarz lochte. Er war sogar schon auf dem Weg aus der Arena heraus, um sich auf den nächsten Durchgang zu konzentrieren, als er plötzlich realisierte, dass der Spielball quer über den Tisch lief und in die gelbe Tasche fiel —

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  • Vorschau: Der WM-Check II

    Die Chancen einer Reihe von Spielern bei der WM hatte ich ja schon im ersten Teil meiner Vorschau bewertet, ihre Stärken und Schwächen abgewogen. Aber das waren natürlich bei weitem noch nicht alle, die man im Auge behalten sollte. Mit einem Weltmeister Shaun Murphy hätte man 2005 schließlich ebenso wenig gerechnet wie mit Graeme Dott im Jahr darauf. Und Neil Robertson ist 2010 nun auch nicht unbedingt als großer Favorit ins Rennen gegangen. Hier also Teil zwei meiner Vorschau, in dem ich mir einige weitere Spieler vornehme:
    Stephen Lee: Der geht seinen Job in Sheffield locker an, und das macht

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  • Vorschau: Der WM-Check I

    John Higgins: Mit einem Lächeln zur Titelverteidigung?Keine Angst: Ich versuche erst gar nicht, den neuen Weltmeister zu tippen. Erstens liege ich damit sowieso immer daneben und zweitens wäre das unfair gegenüber dem Spieler, auf den ich setze; der hätte dann ja keine Chance mehr …. Neun sogenannte Major Events haben wir bisher in dieser Saison gehabt (einschließlich Masters) und neun unterschiedliche Sieger. Das zeigt eindrucksvoll, dass Voraussagen noch nicht einmal Kaffeesatzleserei sein können. Aber das unterstreicht auch, welche Breite die Spitze im Snooker in der Zwischenzeit gewonnen hat — gut so. Es gibt viele Spieler, die sich Chancen

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  • Die Reaktion von Steve Davis war spontan: "Bei allem Respekt vor den anderen Spielern: Das Duell zwischen Ronnie O'Sullivan und Peter Ebdon ist das Top-Match der ersten WM-Runde." Und Jimmy White schob auch noch den Grund nach: „Beide pflegen einen Stil, der kaum unterschiedlicher sein kann."

    Der impulsive Ronnie O'Sullivan, der um seinen Verbleib in den Top 16 der Weltrangliste kämpft, gegen den methodischen Peter Ebdon, der genau zum richtigen Zeitpunkt in Form gekommen zu sein scheint. Schließlich hat Ebdon nicht nur die China Open gewonnen, sondern sich auch mit einem satten 10:0 über

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  • Peter Ebdon nach seinem Triumph (Bild: Top147.com)Was für eine dramatische Entwicklung hat das Finale der China Open gestern genommen. Das Drama hat sich vielleicht langsam entwickelt, aber war am Ende um so furioser, zumal beide Akteure am Ende ihre Chancen hatten. Das war das typische Wechselbad, das zum Snooker gehört. Das Finala mag nicht allen gefallen haben, aber packend war es, und dem konnte man sich nicht entziehen. Ich finde, beide Spieler verdienen großen Respekt: Peter Ebdon und Stephen Maguire haben beide bewiesen, dass sie große Kämpfer sind und viel Charakter haben.

    Peter Ebdon spaltet natürlich die Gemüter. Sein Spiel ist

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  • Das wird hart

    Harte Matches — das erwarte ich von den Halbfinalbegegnungen der China Open in Peking. Stephen Lee, der gerade einen enormen Lauf hat, gegen einen hungrigen Stephen Mahuire, der ja nicht zum ersten Mal in dieser Saison nach ganz oben greift. Und Ding Junhui, dem endlich mal wieder in seiner Heimat der große Wurf gelingen könnte, gegen den knallharten Peter Ebdon. Ebdon wird zwar in seinem Leben keine geschwindigkeitsrekorde mehr aufstellen und dürfte auch der Außenseiter unter den letzten Vier sein, aber mit einer Matchhärte ist er nicht zu unterschätzen. Das verspricht spannend zu werden.

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Rolf Kalb

Ein Mann der ersten Stunde bei Eurosport. Seit 1989 kommentiert der in Doveren geborene Vollblutjournalist die Sportarten Snooker, Tanzen, Rudern und Taekwondo. Für eurosport.yahoo.de analysiert er seit Jahren in seiner Kolumne die Snooker-Szene und nimmt die Top-Stars unter die Lupe.