Rolf Kalb
  • Selby holt Triple Crown in London

    Es war eine lange Saison und eine Saison mit so viel Snooker wie noch nie, die am letzten Montag mit dem WM-Triumph von Ronnie O’Sullivan in London endete. Es gab also genug zu feiern beim World Snooker Awards Dinner am Donnerstagabend im noblen Londoner Dorchester Hotel. Mark Selby, der trotz seines frühen Ausscheidens bei der Weltmeisterschaft die Triple Crown noch geschafft hatte, feierte dabei einen Dreifach-Triumph.

    Sowohl von den Fans als auch von World Snooker als auch von den Snooker-Journalisten wurde er zum Spieler des Jahres gewählt und nahm auf der Bühne im großen Ballsaal deshalb

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  • Es war, als wäre er nie weggewesen: Nach fast einem Jahr Pause kehrte Ronnie O’Sullivan zurück und gewann prompt seinen fünften WM-Titel. Und niemand kann bestreiten, dass er der logische Weltmeister ist. Zu überlegen präsentierte er sich bei diesen Titelkämpfen. Der Triumph war am Ende mehr als verdient. Und er beruhte nicht nur darauf, dass er Bälle lochen und hohe Breaks schießen kann. Sein Allroundspiel war auf einem extrem hohen Niveau; nicht umsonst stand er in den Safe-Statistiken immer blendend da. Seine Spielballkontrolle ließ beinahe Gegner zu Bewunderern werden.

    Natürlich hätte es

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  • Ronnie O’Sullivan gegen Judd Trump und Ricky Walden gegen Barry Hawkins also lauten die Halbfinals bei der WM. Während die eine Paarung nicht überraschen kann hat auf die andere wohl kaum jemand getippt (auch ich natürlich nicht). Aber Walden und Hawkins sind unter den letzten vier, weil sie es verdient haben. Sie haben es sich erarbeitet. Abseits der sportlichen Aspekte hat nach den Viertelfinals wieder einmal O'Sullivan die Schlagzeilen produziert. Er spiele nur bei der WM mit, so verriet er in einem Interview mit Worldsnooker, weil er nichts Besseres zu tun habe. Außerdem müsse er ein

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  • Die WM der Ausgepowerten?

    Puh, was tun? Mark Selby in seinem Zweitrunden-Match gegen Barry HawkinsPuh, was tun? Mark Selby in seinem Zweitrunden-Match gegen Barry Hawkins

    Dies ist schon eine seltsame Weltmeisterschaft, vielleicht die seltsamste, die ich miterlebt habe. Was da bisher in Sheffield passiert ist, kann man ja schon nicht mehr Favoritensterben nennen, das ist ja schon ein Favoriten-Massensterben. Über die Gründe kann man trefflich spekulieren: Überlastung der Topspieler, Burnout, Formschwäche oder Zufall?

    Die meisten sind sich sicher, dass gerade die Top-Spieler einfach ausgepowert seien, weil sie so viele Turniere gespielt haben. Auch Mark Selby hat dieses Argument ins Feld geführt. Ich glaube aber nicht, dass das der Grund für die schwache

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  • Klar: Das Publikum liebt Außenseiter, die plötzlich im Rampenlicht stehen. Das ist der Stoff, aus dem die Träume der meisten Menschen gemacht sind. Aber das war es nicht alleine, was das Publikum im Crucible Theatre zu einem Fanclub von Dechawat Poomjaeng hat werden lassen.

    Sein Charisma, sein Charme, sein Humor und seine Spielfreude waren einfach hochgradig ansteckend. Da war jemand, der auch über sich selbst lachen kann. Da war aber auch jemand in dieser Arena, die ja zu Recht als Schmelztiegel bezeichnet wird, dem sichtlich Spaß machte, dass er da war, wo er war, und der sichtlich Freude

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  • Im zweiten Teil meines WM-Checks werfe ich einen Blick auf die Spieler, die in der Setzliste auf den Plätzen neun bis 16 liegen. Schließlich haben wir bei den zehn vollen Ranglisten-Turnieren in dieser Saison zehn verschiedene Sieger erlebt. Da liegt es auf der Hand, dass man auch und gerade bei der WM nicht nur die üblichen Verdächtigen im Auge haben muss. Auch in der zweiten Hälfte der Setzliste gibt es eine Reihe von Spielern, die im Crucible Theatre ein entscheidendes Wort mitreden können.

    Stuart Bingham führt die zweite Hälfte der Setzliste an. Immerhin ist er in dieser Saison in der

    Weiterlesen »Von Großer WM-Check – Teil 2: Plätze 9 bis 16
  • Noch werden keine Bälle im Crucible Theatre gelocht. Also ist es die beste Zeit, um einmal die Chancen der Favoriten zu beleuchten. Natürlich ist dies alles Kaffeesatz-Leserei. Schließlich hat bisher noch jede Weltmeisterschaft ihre eigenen Geschichten geschrieben. Aber es macht halt Spaß und verkürzt vielleicht die Wartezeit. Also wage ich mich hier einmal an die Top Acht der Setzliste (und werde dann höchstwahrscheinlich eines Besseren belehrt):

    Ronnie O’Sullivan wagt ein einzigartiges Experiment. Nach fast einem Jahr Wettkampfpause will er versuchen, seinen WM-Titel zu verteidigen. Bei der

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  • Der Schrei der Befreiung, mit dem Neil Robertson seine Anspannung herausließ, als er Mark Selby im Finale der China Open endlich niedergerungen hat, wird nicht allen Puristen gefallen haben. Ich kann den Australier aber sehr gut verstehen. Zu groß war der Druck, zu überwältigend die Emotionen in diesem Moment. Das muss einfach raus. Hart genug war der Kampf schließlich, ehe er als Sieger in Peking feststand. Bezeichnend war, wie er danach auf seinen Sessel sackte. Der war einfach nur platt, vollkommen platt. Und das sowohl mental als auch von der Physis.

    Einen Mark Selby niederzuringen ist ja

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  • Besser geht es gar nicht!

    Da kann man nicht meckern: Mark Selby gegen Shaun Murphy und Neil Robertson gegen Stephen Maguire, das sind die Duelle eins gegen fünf und drei gegen sechs nach der tagesaktuellen Rangliste.

    Viel bessere Halbfinal-Paarungen waren also bei den China Open kaum möglich, und nach den bisher in Peking gezeigten Leistungen stehen da auch die richtigen vier Spieler in der Vorschlussrunde. Alle haben in den ersten drei Runden schon gezeigt, dass sie spielerische Glanzpunkte setzen können, dass sie sich aber auch durch die Frames kämpfen können.

    Dass Mark Selby und Shaun Murphy das Halbfinale in China

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  • Das Finale in Galway gestern war allerbeste Werbung für Snooker. Zwei Akteure, die mit Rasse, Klasse und sehr viel Spielfreude sich ein offenes Duell lieferten. Sowohl Sieger Ding Junhui als auch der unterlegene Neil Robertson haben dazu maßgeblich beigetragen, und beide können stolz auf ihre Leistung sein. Da braucht man auch gar nicht erst groß analysieren. Das war einfach nur Klasse. Punkt. Natürlich haben sich viele gewünscht, dass die Distanz eine längere gewesen wäre. Von dieser Art Snooker hätte jeder gerne mehr gesehen. Aber niemand weiß, ob sie dieses Niveau hätten halten können oder

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Rolf Kalb

Ein Mann der ersten Stunde bei Eurosport. Seit 1989 kommentiert der in Doveren geborene Vollblutjournalist die Sportarten Snooker, Tanzen, Rudern und Taekwondo. Für eurosport.yahoo.de analysiert er seit Jahren in seiner Kolumne die Snooker-Szene und nimmt die Top-Stars unter die Lupe.