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    Patrick Mouratoglou

    Verletzt spielen – oder nicht?

    Ein angeschlagener del Potro in Melbourne 2012Ein angeschlagener del Potro in Melbourne 2012

    Liebe Tennisfans,

    die Knie von Rafael Nadal und Gael Monfils, davor der Finger von Jo-Wilfried Tsonga oder das Fieber von David Ferrer: Das sind nur die aktuellsten Fälle, die eine zentrale Frage aufwerfen, vor der die meisten Tennisspieler irgendwann in jedem Jahr stehen  - kann man verletzt spielen? Bis zu welchem Moment? Wann gilt es, aufzuhören?

    Nun gibt es unterschiedliche Verletzungen - leichte, ernste und sehr ernste. Es gibt zahllose Fälle von Spielern, die mit ernsten Verletzungen gespielt haben - wodurch das Problem dann sehr ernst wurde. Nadal ist ein gutes Beispiel dafür. Aber auch Juan Martin del Potro, der die Australian Open trotz starker Beschwerden am Handgelenk gespielt hat und sich im Anschluss deswegen zweier operativer Eingriffe unterziehen musste.

    Es kann aber auch fast folgenlos bleiben, wenn man verletzt spielt. Es ist Aufgabe der medizinischen Abteilung, das Risiko festzulegen. Im Tennis ist es nicht selten, dass man trotz einer Verletzung antritt. Kleine Wehwehchen sind häufig, sogar fast unvermeidlich. Die besten Spieler können damit umgehen und den Schmerz ausblenden.

    Aber man muss zwischen Schmerzen und einer Verletzung unterscheiden können. Mit einer Verletzung zu spielen, ist manchmal dumm: Man mag kurzfristig einen Vorteil davon haben, aber langfristig verliert man enorm - wie eben Nadal oder del Potro.

    Man muss wissen, dass häufig Stress eine Ursache ist. Fast alle Spieler etwa haben Problemchen kurz vor Beginn eines Turniers. Häufig sind diese Wehwehchen einfach durch den Wettkampfstress bedingt. Da ist es dann die große Herausforderung für den Betreuerstab, herauszufinden, ob tatsächlich eine Verletzung vorliegt oder der Spieler "nur" Schmerzen hat.

    Abgesehen vom Stress gibt es einige typische Verletzungen beim Tennis. Die Schulter ist häufig betroffen, weil sie beim Aufschlag stark gefordert wird. Rücken und Knie sind ebenfalls oft betroffen. Nicht zu vergessen die Fußgelenke, die immer wieder extremen Belastungen ausgesetzt sind.

    Ich erinnere mich noch, wie sich Andy Murray vor Jahren bei den Australian Open eine extrem böse Verstauchung zugezogen hat. Ich dachte damals, er könne keinesfalls weiterspielen - doch er wurde sehr gut bandagiert, konnte das Match beenden und zeigte dabei eine richtige gute Leistung.

    Viele Grüße,

    Euer Patrick!

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