WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Oliver Kahn

    Podolski-Wechsel – Vorteil für Köln?

    Servus liebe Yahoo! Eurosport-User,

    Podolski: Köln im Herzen, London im Kopf?Podolski: Köln im Herzen, London im Kopf?

    viele Anzeichen deuten daraufhin, dass Lukas Podolski im Sommer zum FC Arsenal in die Premier League wechseln wird. Die Kölner Verantwortlichen dürfte dieser Schritt nicht überraschen. Schon seit Monaten kritisiert der Spieler die sportliche Stagnation beim FC. Offenbar glaubt er nicht mehr, dass der Club mittelfristig Strukturen für eine kontinuiertliche Aufwärtsentwicklung schaffen kann.

    Bereits im November hatte sich Joachim Löw zu Podolskis Situation geäußert. "Lukas ist reifer geworden. Er kann den Schritt ins Ausland gehen", hatte der Bundestrainer damals gesagt. Meiner Einschätzung nach ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Podolski, dass dieser sich sportlich weiterentwickeln muss, wenn er seinen Stammplatz in der Nationelf behalten will. Die Konkurrenz auf seiner Position im linken Mittelfeld ist gefährlich groß. Götze, Schürrle, Großkreutz, Reus — sie alle haben sich Möglichkeiten geschaffen, künftig regelmäßig in der Champions League oder wenigstens in der Europa League aufzulaufen, wo sie sich in hoher Frequenz mit den besten Profis der Welt messen.

    Fans trauen Podolski Stammplatz bei Arsenal zu

    Der Wechsel zu einem Top-Club wäre aus Podolskis Sicht also sinnvoll. Bleibt die Frage, ob er sich bei einem europäischen Spitzenverein wie Arsenal auch durchsetzen würde. Wir haben die User auf dem Fan-Meinungsportal fanorakel.de gefragt, welche Rolle der 27-Jährige in London spielen würde. Das Ergebnis ist deutlich positiv. Drei Viertel der Fans trauen ihm einen Stammplatz in der Elf von Arséne Wenger zu. Ein überraschend hoher Wert, bedenkt man, dass Podolski beim deutschen Rekordmeister FC Bayern zwischen 2006 und 2009 nie so richtig Fuß fassen konnte.

    Spannend wird zu beobachten sein, wie der Verein mit dem möglichen Verlust Podolskis umgehen würde. Immerhin hat "Prinz Poldi" in Köln eine Rolle gespielt, wie sie im deutschen Fußball wohl einzigartig ist. Es gibt keinen Proficlub, der so sehr auf einen Spieler fixiert ist wie der FC auf Podolski. Leistungsträger, Fan-Liebling, Werbe-Ikone: "Prinz Poldi" hat in Köln viele Rollen ausgefüllt.

    Ich denke aber, dass das Ende der Ära Podolski dem FC sogar eine Chance bieten würde, sich finanziell und sportlich neu aufzustellen. Die Abhängigkeit von einem Spieler ist immer ein Wagnis und zwar in zweifacher Hinsicht.

    Zum einen finanziell: Ein Top-Spieler muss auch top-bezahlt werden. Diese Mittel aufzubringen ist oft ein Kraftakt. Das Geld fehlt dann, wenn es darum geht, den Kader in der Breite zu verbessern. Zudem fördert ein starkes Gehaltsgefälle Neid und Begehrlichkeiten unter den Kollegen, wenn die Leistung mal nicht stimmt. Zum anderen kann die Abhängigkeit auch sportlich ein Risiko darstellen, zum Beispiel, wenn sich der Spieler verletzt. Mitunter kommt es auch vor, dass sich Mitspieler hinter einem Top-Star verstecken. Ist dieser dann weg, müssen andere Akteure in die Bresche springen, was neue Impulse bringen kann.

    Trainer und Sportdirektor müssen an einem Strang ziehen

    Würde Podolski den FC tatsächlich im Sommer verlassen, müsste die Mannschaft eine neue Struktur bekommen, personell und hierarchisch. Damit dies gelingt, ist es allerdings unerlässlich, dass Trainer und Sportdirektor an einem Strang ziehen.

    Zu dem möglichen Transfer des Nationalspielers haben wir auf fanorakel.de ein großes Voting-Special bereitgestellt: Kann Podolski nur Köln? Welche Rolle würde er bei Arsenal spielen? Wie viel Ablöse würde Köln für seinen Top-Star maximal rausschlagen können? Klick Dich rein, gibt Deine Stimme ab!


    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Oliver Kahn

    Der 86-fache Nationaltorhüter gewann mit dem FC Bayern München acht deutsche Meisterschaften, sechsmal den DFB-Pokal und einmal die Champions League. Zudem wurde Oliver Kahn dreimal als „Welttorhüter des Jahres“ ausgezeichnet. Auch nach dem Karriereende 2008 blieb der „Titan“ aktiv. Neben seinem BWL-Studium, und mittlerweile drei Buchveröffentlichungen, gründete er eine Stiftung für benachteiligte Kinder. Und: Kahn rief das Meinungsportal fanorakel.de ins Leben. Die „Stimme der Fans“ steht auch im Mittelpunkt seiner wöchentlichen Kolumne für Yahoo! Eurosport.

    Vor kurzem gepostet