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    Oliver Kahn

    Playoffs für noch mehr Spannung in der Liga?

    Hallo liebe Yahoo! Eurosport-User,

    die Reaktionen auf meinen letzten Blog, in dem ich dem FC Bayern München den Titel mit zehn Punkten Vorsprung prophezeite,
    waren kontrovers. Viele Yahoo! Eurosport-User stimmen mir zu, andere haben eine völlig andere Sichtweise.

    Beim Fanorakel jedoch waren die Stimmen relativ eindeutig verteilt: Nur knapp ein Viertel glaubt nicht an eine Meisterschaft
    der Bayern, die große Mehrheit dagegen schon. Fast jeder Dritte ist meiner
    Meinung und sagt einen Vorsprung von zehn Punkten oder gar mehr voraus. 42
    Prozent denken, die Bayern werden am Ende einen Vorsprung zwischen sechs und neun
    Zählern haben.

    Meisterschaft oft früh entschieden

    Ob ich nun recht behalten werde oder nicht,
    wird man am Saisonende sehen. Fakt ist jedenfalls, dass in der Bundesliga die Meisterschaft in den letzten Jahren meist frühzeitig entschieden war. 2002/03 wurde der FC Bayern mit 16 Punkten Vorsprung Deutscher Meister, im Jahr darauf Bremen mit sechs. 2005 hatte Bayern 14 Punkte Vorsprung auf Schalke. 2008 lag der FCB mit zehn
    Punkten vorne, 2011 Dortmund mit sieben.

    Das ist einerseits als hohe Qualität der
    jeweiligen Titelträger zu werten, andererseits bedeutet das für den Fan einen
    sinkenden Unterhaltungswert. In einem User-Kommentar von "catgrave" habe ich
    gelesen, dass die Einführung von Playoffs in der Bundesliga durchaus eine
    Alternative zum aktuellen Modus darstellen könnte.

    Wie könnte sich ein Playoff in der Realität
    darstellen? Die besten vier Mannschaften treten nach Ablauf der Saison in
    Überkreuz-Spielen mit Hin- und Rückspiel noch einmal gegeneinander an, wie es
    in anderen Sportarten (Eishockey, Basketball) längst üblich ist. Die Gewinner
    aus diesen Halbfinalpartien bestreiten dann das Finale um die deutsche
    Meisterschaft. Die USA sind für ihre Vorliebe für Playoffs bekannt, dort findet
    dieser Modus auch im Fußball Anwendung. In Europas Top-Ligen gibt es außer in
    den Niederlanden keine vergleichbaren Ansätze, allerdings wird auch dort
    inzwischen nur noch ein Platz in der Europa League (früher auch die Champions-League-Plätze) via Playoffs ausgespielt.

    Playoffs eine faire Lösung?

    Nebenbei wären Playoffs für die Liga eine
    zusätzliche Einnahmequelle sowie eine Steigerung der Attraktivität: Ein
    Live-Spiel um die deutsche Meisterschaft weltweit im TV! Die "Playoffs" (Relegationsspiele) um den Nicht-Abstieg sind ja bereits ein Schritt in diese Richtung.

    Nachteile bestehen: Zum Beispiel in der Mehrbelastung
    für Spieler. In Spanien oder England bestreiten die Mannschaften aber bereits
    heute 38 Ligaspiele. Auch stellt sich die Frage der Fairness. Ist es gerecht,
    wenn der Erstplatzierte am Ende der Saison noch ein Playoff spielen muss?

    Ein spektakuläres Live-Event

    Die bisher gültigen Regularien der
    Qualifikation für die internationalen Startplätze könnten beibehalten werden,
    um die sportliche Leistung über eine ganze Saison hinweg auch weiterhin
    ausreichend zu honorieren — maßgeblich für die Qualifikation sind weiterhin die
    Platzierungen nach 34 Spieltagen.

    Die Playoffs entscheiden nur darüber, wer
    Deutscher Meister wird. Somit hätten die Vereine weiterhin eine gewisse
    Planungssicherheit und die Zuschauer stets ein extrem spannendes Saisonfinale
    mit einem garantiert spektakulären Live-Event um die deutsche Meisterschaft.

    Playoffs ja oder nein — was meint Ihr dazu?
    Ich bin gespannt auf Eure Kommentare hier und auf Eure Bewertungen zu diesem
    Thema unter fanorakel.de.

    Euer

    Oliver Kahn

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    Oliver Kahn

    Der 86-fache Nationaltorhüter gewann mit dem FC Bayern München acht deutsche Meisterschaften, sechsmal den DFB-Pokal und einmal die Champions League. Zudem wurde Oliver Kahn dreimal als „Welttorhüter des Jahres“ ausgezeichnet. Auch nach dem Karriereende 2008 blieb der „Titan“ aktiv. Neben seinem BWL-Studium, und mittlerweile drei Buchveröffentlichungen, gründete er eine Stiftung für benachteiligte Kinder. Und: Kahn rief das Meinungsportal fanorakel.de ins Leben. Die „Stimme der Fans“ steht auch im Mittelpunkt seiner wöchentlichen Kolumne für Yahoo! Eurosport.

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