Liebe Yahoo! Eurosport-User,
Egomane, Egoist, Einzelgänger: Arjen Robben wurde nach dem Spiel gegen Bremen medial hart angegangen. Es wurde in letzter Zeit ja fast so getan, als ob er generell keinen Ball abgeben würde. Dass ihn diese herbe, zum Teil völlig überzogene Kritik wohl nicht kalt ließ, sah man am Sonntagabend nach fünf Minuten in der Partie gegen den VfB Stuttgart: Robben läuft allein auf Ulreich zu, umkurvt ihn und hätte das Tor selbst machen können. Stattdessen passt er auf Mario Gomez, der am Ball vorbeischlittert.
Natürlich wollte sich Robben nach seiner langen Verletzung im Spiel zuvor gegen Werder Bremen präsentieren und sich Selbstvertrauen holen. Ein Spieler wie er lebt davon. Dass er Gomez die Elfmeter wegschnappte und anschließend alleine jubelte, darf man deshalb nicht überbewerten.
Gesunde Portion Egoismus gehört dazu
Arjen Robben ist vielleicht kein einfacher Charakter. Eine gesunde Portion Egoismus gehört insbesondere bei einem dribbelstarken Spieler einfach dazu, so lange sie nicht konterkariert mit dem Erfolg der Mannschaft. Im Übrigen hat jeder Spieler eine egoistische Grundhaltung, sonst hätte er den Status als Profi erst gar nicht erreicht. Wer sich im harten Fußball-Geschäft durchzusetzen will, muss sich dem Konkurrenzkampf stellen und zuallererst an sich denken. Die Zeiten der "elf Freunde" sind lange vorbei, darüber darf man sich keine Illusionen machen.
Egotouren außerhalb des Feldes zu fahren sind dagegen fragwürdiger. Beispielsweise die Aktionen von Diego, Carlos Tevez oder auch Demba Ba. Aus der Mannschaftsbesprechung abzuhauen, weil man nicht in der Startelf steht, eine Einwechslung abzulehnen oder mit Streik zu drohen, solche Dinge bringen Unruhe ins Team und schaden einer Mannschaft. Überzogene Reaktionen im Wetteifer des Gefechts auf dem Platz gehören hingegen dazu. Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass ausschließlich Harmonie Grundlage des Erfolgs ist. Harmonie kann auch schnell zur Agonie führen. Zu bestimmten Zeitpunkten braucht eine Mannschaft Reibungspunkte, um Spannung, Aggressivität und Siegeswillen hoch zu halten.
Jede Mannschaft braucht "individualistische Teamplayer"
Arjen Robben ist ein Spieler mit einem ausgeprägten Wettkampf-Ich. Ob ein Lionel Messi, ein Wayne Rooney oder ein Cristiano Ronaldo - viele große Spieler sind individualistisch veranlagt und stehen aufgrund ihrer Spielweise im Vordergrund, was aber nicht zwingend heißt, dass sie den persönlichen Erfolg über den der Mannschaft stellen. Jedes Team braucht mindestens einen "individualistischen Teamplayer", der auch mal den einen oder anderen irritierenden Akzent setzt. Dabei muss man ja nicht unbedingt seinem Gegner in den Hals beißen...
In diesem Sinne: Lasst Robben Robben sein.
Euer
PS: Zu Arjen Robben haben wir auf fanorakel.de ein großes Voting gestartet. Wie seht ihr den Fall Robben? Schadet oder nützt seine Spielweise der Mannschaft? Klickt Euch rein und votet mit. Ich bin gespannt auf Eure Meinung!


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